Buch, Deutsch, Band 15, 292 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 216 mm, Gewicht: 442 g
Reihe: ArchitekturDenken
Traditionelle Theorie · 1863-1938
Buch, Deutsch, Band 15, 292 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 216 mm, Gewicht: 442 g
Reihe: ArchitekturDenken
ISBN: 978-3-8376-7531-3
Verlag: Transcript Verlag
Warum ein Lehrwerk zu diesem Thema?
Weil klassische Lehrformate zur Architekturtheorie fehlen. Es liegen viele Anthologien vor, aber wenige Architekturtheoretiker geben sich die Mühe, Gesamtdarstellungen aus der eigenen wissenschaftlichen Position heraus zu erarbeiten. Theoretiker, Historiker und nicht weniger Architekten sollten aber ihren Standpunkt nicht nur im Heute, sondern auch in der Geschichte bestimmen. Denn als Menschen sind wir, wie Edmund Husserl kritisch feststellte, immer historisch Gewordene.
Welche Bedeutung kommt diesem Thema innerhalb des Fachgebiets und der (wissenschaftlichen) Ausbildung zu?
Es muss der Theoretiker – heute mehr denn je – seinen Standpunkt in der Geschichte fu¨r sich klären und fu¨r andere sichtbar machen. Eine kritische Theorie, im weiteren Sinne, hat die Aufgabe, die u¨ber die Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte sedimentierten Begrifflichkeiten, die erst als Selbstverständlichkeiten, dann als Klischees und Jargon der Architekturtheorie den Boden bereiten, zu bestimmen und zu hinterfragen, verbunden mit dem Ziel, diese wieder lebendig zu machen.
Welche didaktischen Ziele verfolgt Ihr Werk?
Theorie ist eine Weise der Reflexion der Dinge, deren Ziel die Praxis ist, fu¨r die sie leitend ist und in die sie verändernd eingreift. Es zeichnet sie aus, dass sie die Veränderungen, die sie in der Lebenswelt auslöst, mit in ihre Reflexion aufnimmt. Jeder Prozess theoretischer Reflexion, wie er im Übergang vom Staunen zum Erkennen sich vollzieht, wird so wiederum zum Ausgangspunkt fu¨r weiteres Staunen. Daher ist Theorie vom Prinzip her offen, sie zielt nicht auf Abschluss.
Welche neuen Perspektiven eröffnet es?
Grundlagen der Architekturtheorie liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die Theorie unabdingbarer Bestandteil der Architektur ist, ja, dass es keine Architektur ohne Theorie gibt, so unbewusst diese bisweilen auch wirken mag. Architektur ist immer schon theoretisch, das heißt vorgeprägt durch Modelle und Muster des Denkens, sowohl bei der Konzeption wie auch bei der Konstruktion und Perzeption.
Was wollen Sie außerdem über Ihr Buch erzählen?
Architekturtheorie stellt immer Theorien infrage und hat als solche die Funktion der Aufklärung der Architektur u¨ber sich. Sie verfolgt dabei zwei Ziele, einerseits die Emanzipation der Architektur vom kulturell Unbewussten und andererseits die Souveränität des Architekten u¨ber sein Material, das heißt die souveräne Beherrschung der Verfahren, Prozesse und Materialien, was auch die Konzepte und Ideen einschließt.




