Buch, Deutsch, 266 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 393 g
Reihe: Forschung psychosozial
»Halbjüdinnen« und »Halbjuden« im Nationalsozialismus
Buch, Deutsch, 266 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 393 g
Reihe: Forschung psychosozial
ISBN: 978-3-8379-2203-5
Verlag: Psychosozial Verlag GbR
Fremdzuschreibungen auf Menschen prägen das Selbstbild und die Identität der Betroffenen und sind nachhaltig wirkmächtig. Die Verfolgerinnen und Verfolger der in der NS-Zeit als »halbjüdisch« klassifizierten Personen sprachen ihnen eine vollwertige Zugehörigkeit zur »deutschen Volksgemeinschaft« ab. Sie wurden aufgrund der rassistischen Klassifizierung, die sehr reale Auswirkungen auf ihr tägliches Leben hatte, in einen Zustand zwischen gesellschaftlicher Exklusion und Inklusion gebracht. Ihr Dasein »dazwischen« war auch nach 1945 keineswegs beendet und hat noch immer enorme Auswirkungen auf die Stigmatisierten. Die vorliegende Studie untersucht diese Erfahrungen des Hin- und Hergerissenseins ehemaliger »Halbjüdinnen« und »Halbjuden« und ihre individuellen Ambivalenzen, die sie bis heute prägen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Inhalt
Vorwort
Einleitung und Forschungsstand
1 ›Mischlinge‹ im Deutschen Reich – Die demografische Struktur
2 Die christlich-ju¨dische Mischehe
Von der zivilrechtlichen Anerkennung bis zur Zwangsscheidung
2.1 Die quantitative Entwicklung der Mischehen
2.2 Mischehen und Mischehefrage aus der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft
2.3 Mischehen und Mischehefrage aus jüdischer Perspektive
2.4 Die Verfolgung der ›Mischehen‹ durch den NS-Staat
2.5 Der Ru¨ckgang der ›Mischehen‹ nach 1933
3 Wer gilt als ›ju¨disch‹, wer als ›christlich‹?
3.1 Die ju¨disch-halachische Definition
3.2 Die christliche Definition und die Haltung der Kirchen im Nationalsozialismus
3.3 ›Ju¨dischsein‹ als Stigma – die nationalsozialistische Macht der Definition
4 Forschungsprozess und methodisches Vorgehen
4.1 Thematische und methodische Voru¨berlegungen
4.2 Datenerhebung
4.3 Datenaufbereitung
4.4 Datenauswertung und Ergebnisdarstellung
5 Ambivalenz – eine Annäherung
5.1 Relevante Aspekte der Begriffs- und Diskursgeschichte
5.2 Fazit und Definition
5.3 Das Ambivalenzphänomen als analytisches Konstrukt
6 Falldarstellungen
Ambivalenz als Folge der Zuschreibung ›halb‹
6.1 Gerhard Lilienthal
Historischer Exkurs 1: Studiums-Beschränkungen fu¨r ›Mischlinge‹
Historischer Exkurs 2: ›Mischlinge‹ und Zwangsarbeit bei der Organisation Todt
6.2 Hanna Becker
Historischer Exkurs 3: ›Mischlinge‹ im Konzentrationslager
Historischer Exkurs 4: ›Mischlinge‹ als Wehrmachtsangehörige
Historischer Exkurs 5: ›Mischlinge‹ und Partnerschaftswahl
6.3 Bernhard Oppermann
Historischer Exkurs 6: ›Mischlinge‹ und der Dienst in der Hitlerjugend
6.4 Bruno Erhardt
Historischer Exkurs 7: Die Internierung der Juden in ›Mischehen‹
Historischer Exkurs 8: Schul- und Ausbildungsbeschränkungen fu¨r ›Mischlinge‹
6.5 Erika Heinrich
6.6 Frank Stein
7 Systematisierung und Kontrastierung der Fälle
7.1 Vorbemerkung
7.2 Analyse der Sinnzusammenhänge und kontrastiver Fallvergleich
8 Schlussbemerkung
Quellen und Literatur
Verzeichnisse




