Buchobjekte wie welke Blätter, die im Laufe der Zeit eine überraschende Poesie entfaltet haben. Fragmente, kaum noch Schriftstücke, Mischwesen: halb Zeugen menschlichen Daseins, halb bloßes Material, das sich anschickt, in den Kreislauf der Natur zurückzukehren. Diese Mischung aus Hinfälligkeit und Durchhaltevermögen erweckte in mir den Wunsch, sie zu bewahren. Sie wurden vor meinen Augen lebendig, als hätten sie die Empfindungen ihrer ehemaligen Besitzer angenommen und würden damit Zeugnis von der Existenz dieser Menschen ablegen.
Lebendig geworden ist für mich auch eine Welt an einer Zeitenwende, wie ich sie in den Ölbildern und Holzschnitten des Künstlers Werner Berg sehe. Sie erzählen von einem Menschenschlag, der an einer alten agrarischen Lebensform festhält, sich nur zögernd und allmählich von ihr löst.
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Egger, Günter
Günter Egger: 1956 geboren in Villach; 1976–1981 Akademie der bildenden Künste, Wien; Meisterschule für Graphik bei Prof. Maximilian Melcher; 1980–1982 Lehrauftrag an der Akademie der bildenden Künste; 1981 Diplom; seither freischaffend tätig.