Linsmayer, Charles
CHARLES LINSMAYER
Wie es eine angewandte Sprachwissenschaft gibt, betreibt der Schweizer Literaturvermittler – Dr. phil I der Universität Zu¨rich, Dr. hc. der Universität Basel, Träger des Deutschen Sprachpreises – angewandte Literaturwissenschaft. Mit Blick auf ein breites Publikum, mit der Fähigkeit, literarische Phänomene verständlich darzustellen und indem er sich in Zeitungs-Serien wie aktuell «Linsmayer liest» mit dem aktuellen Literaturgeschehen ebenso leidenschaftlich auseinandersetzt wie mit den Autorinnen und Autoren, die er, u¨ber hundert an der Zahl, an der wissenschaftlichen Forschung vorbei wieder neu ins Gespräch gebracht hat. Wobei er in letzterem Bereich ein Verfahren wählt, das die Bu¨cher bis weit ausserhalb des Literaturbetriebs attraktiv macht: Seine Neuausgaben, aber auch seine zu Bestsellern gewordenen Anthologien liefern dem Lesepublikum in einem «biographisches Nachwort» genannten Anhangteil das fu¨r das Verständnis eines Buches notwendige Hintergrundmaterial immer gleich mit. Reich illustriert, erzählerisch brillant und so, dass die von ihm auf diese Weise vorgelegten u¨ber 130 Bu¨cher zu einer lebendigen, reich bebilderte Literaturgeschichte in Einzeldarstellungen geworden sind: zur faszinierenden Präsentation einer anderen Schweizer Literatur.
Guggenheim, Kurt
Der ju¨dische Kaufmannssohn Kurt Guggenheim ist der bedeutendste literarische Chronist der Schweiz des 20.Jahrhunderts. In Werken wie dem monumentalen Epos «Alles in Allem», das die Schweiz der Zeit von 1890 bis 1945 in 144 vitalen Figuren filmreif spiegelt und das als unvergleichlicher Schlu¨ssel zu Wesen und Charakter der Schweiz gilt, aber auch in einem Roman wie «Entfesselung» u¨ber das Zu¨rich der 1920er Jahre und in «Wir waren unser vier» u¨ber die Zeit des 2.Weltkriegs. Zu seiner eigentlichen Grösse aber gelangte Guggenheim 1959-1964 in der autobiografischen Trilogie «Die fru¨hen Jahre» und in «Minute des Lebens», der hinreissenden Evokation der Freundschaft von Paul Cézanne und Emile Zola.