Hallensleben | Erwerbsbiographische Offenheit | Buch | 978-3-86226-137-6 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 300 Seiten, PB, Format (B × H): 155 mm x 235 mm

Hallensleben

Erwerbsbiographische Offenheit

Eine fallrekonstruktive Studie zum Umgang mit riskanten Freiheiten in der postmodernen Arbeitswelt
2013
ISBN: 978-3-86226-137-6
Verlag: Centaurus Verlag & Media

Eine fallrekonstruktive Studie zum Umgang mit riskanten Freiheiten in der postmodernen Arbeitswelt

Buch, Deutsch, 300 Seiten, PB, Format (B × H): 155 mm x 235 mm

ISBN: 978-3-86226-137-6
Verlag: Centaurus Verlag & Media


Erwerbsbiographische Offenheit als analytische Konzeption anzuwenden bedeutet zunächst, eine von Diskontinuität, Kontingenz und Paradoxien geprägte Erwerbslaufbahn dahingehend zu untersuchen, anhand welcher Sinnmaterialien und Selbstdeutungen das Subjekt einen konsistenten lebensgeschichtlichen Gesamtzusammenhang herzustellen vermag, innerhalb dessen das alltägliche Handeln in ein kohärentes Selbst- und Lebenskonzept integriert werden kann. Auf vier Ebenen werden die Fälle eines freischaffenden Journalisten und einer prekär beschäftigten Fotografin für die Feinanalyse geöffnet: Auf der Ebene der Identität wird der Frage nach den Integrations- und Syntheseleistungen auf den Grund gegangen, um diskontinuierliche Arbeitserfahrungen in ein konsistentes Kontinuum aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einreihen zu können. Hierfür werden typische Konfigurationen von Handlungsstrategien, Erfahrungsmustern und Orientierungen rekontruiert und zu spezifischen Formen des Umgangs mit Offenheit verdichtet. Ein zentraler Befund hierzu lautet, dass offene Arbeits- und Lebensbedingungen ein entsprechend offenes Selbstkonzept erfordern, um individuelle Existenzen zu 'basteln' (vgl. Hitzler 1999), Sinn zu suchen und schließlich auch zu finden. Während sich das Forschungsinteresse auf der ersten Ana-lyseebene also auf die Frage richtet, wie erwerbsbiographische Offenheit erfahren, erlebt und verarbeitet wird, bilden die zugrundeliegenden Rechtfertigungsmechanismen und kulturellen Orientierungen als konstitutive Elemente eines spezifischen Arbeitsethos (vgl. Boltanski/Chiapello 2003) die zweite Ebene der Untersuchung. Im Zentrum der Analyse stehen hier normative Ideale, entlang derer die Erwerbs- und Le-bensgeschichte präsentiert wird und die der eigenen Persönlichkeit als Bewertungsmaßstab zugrunde gelegt werden. Als Insignien einer habitualisierten Bewährungslogik, an der sich im 'formal-psychologischen Sinne' Max Webers (1988) die Seele bewährt, avancieren sie zum strukturierenden Prinzip der Lebensführung. Angesichts der Distinktion der Untersuchungspersonen von der Chronologie des standardisierten 'Lebens-laufsregimes' (Kohli 1988) werden schließlich auf der dritten Analyseebene Strategien herausgearbeitet, mittels derer auf dem schmalen Grat zwischen Chancen und Risiken qua sozialer Konstruktion Zonen der Sicherheit geschaffen werden, insbesondere dann wenn sich Ungewissheit und Unberechenbarkeit angesichts 'hochstufiger Kontingenzarrangements' (Luhmann 1991) zu Dauererfahrungen etablieren. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt die Frage nach der Ressourcenlage des Subjekts im flexiblen Kapitalismus an besonderer Relevanz. Daher wird auf der vierten Ebene der Untersuchung das Wechselspiel zwischen sozialer, kultureller und materieller Ressourcenlage (Bourdieu 1983) auf der einen und individuellen Bewältigungsmustern auf der anderen Seite aufgegriffen und vor dem Hintergrund einer hochgradig entgrenzten Arbeits- und Lebenswelt diskutiert.

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Weitere Infos & Material


Tobias Hallensleben (M.A.), geb. 1982, studierte Soziologie, Psychologie und Pädagogik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Universität Barcelona. Anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich 580 »Gesellschaftliche Entwicklungen nach dem Systemumbruch. Diskontinuität, Tradition und Strukturbildung« im Projekt »Jugendhilfe in Transformationsprozessen«
Seit 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Forschungsprojekten »Innovationsfähigkeit durch Institutionelle Reflexivität« und »Reflexivität als Kompetenz« am Lehrstuhl für Innovationsforschung und nachhaltiges Ressourcenmanagement der TU Chemnitz.



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