Soziale Organisationen unterstützen täglich Menschen in Not und stabilisieren Lebenslagen. Doch in einer Zeit wachsender Ungleichheit, von Spardruck und Rechtsruck geraten auch sie zunehmend unter Druck. Elisabeth Hammer, Geschäftsführerin von neunerhaus und Vorsitzende der BAWO, beschreibt diese Entwicklung als »Klimawandel im Sozialen«: eine schleichende Verschärfung sozialer Ungleichheiten, die zuerst Menschen am Rand trifft – und längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.
Ausgehend von konkreten Erfahrungen in der Wohnungslosenhilfe zeigt sie, warum ein »Weiter wie bisher« nicht ausreicht. Sie plädiert für eine erweiterte Handlungspraxis: für mehr gesellschaftspolitische Verantwortung, stärkere Vernetzung, neue Formen der Zusammenarbeit – und für den Mut, systemische Veränderungen aktiv voranzutreiben.
Hammer
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Hammer, Elisabeth
Elisabeth Hammer, Sozialwissenschaftlerin, ist Geschäftsführerin der Sozialorganisation »neunerhaus«, Obfrau der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe und Autorin verschiedener Publikationen zum Thema Wohnungslosigkeit und Soziale Arbeit. Seit 2019 ist sie Teil der Jury für die SozialMarie, mit der jedes Jahr europäische Projekte für soziale Innovation ausgezeichnet werden. Im Picus Verlag erschien 2022 als Band 206 in der Reihe der Wiener Vorlesungen »Hinschauen statt wegschauen. Wie eine Gesellschaft ohne Wohnungslosigkeit möglich ist«.