Was in einer Gesellschaft als Gewalt gilt, ist durchaus umstritten – und nicht immer einfach zu sagen. Das hat auch damit zu tun, dass Verletzungen erst einmal zum Ausdruck gebracht werden müssen. So haben Bewegungen wie Black Lives Matter oder #MeToo, die sich für die Anerkennung leidvoller Erfahrungen eingesetzt haben, dazu beigetragen, die Wahrnehmung von Gewalt in jüngerer Zeit deutlich zu verändern. Aber auch gesellschaftliche Einbrüche wie die »Rückkehr des Krieges nach Europa« oder die beobachtbare Ausweitung autokratischer Regime führen zu Verschiebungen.
Mit Blick auf unterschiedliche Felder – militärischer Gewalt, Diskriminierung, sexualisierte Gewalt, Hatespeech, Gewalt gegen Tiere – erörtern die Autor:innen, wie Gewalt gesellschaftlich verhandelt wird und sich Sensibilitäten und normative Selbstverständnisse wandeln. Der Hoffnung auf eine weitgehend gewaltfreie Gesellschaft begegnet der Band mit Skepsis.
Hartmann / Hoebel / Krasmann
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Hartmann, Eddie
Eddie Hartmann ist Soziologe und leitete das Projekt 'Umstrittene Gewaltverhältnisse' an der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur.
Hoebel, Thomas
Thomas Hoebel vertritt die Professur für Soziologie sozialer Differenzierung und Soziokultur an der Universität Kassel. Er ist Gastwissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung.
Krasmann, Susanne
Susanne Krasmann ist Professorin für Soziologie an der Universität Hamburg.