Buch, Deutsch, Band 12, 376 Seiten, Format (B × H): 145 mm x 205 mm, Gewicht: 500 g
Reihe: Kulturen des Komischen
Revision der Klassifikation komischer Erzähltexte am Beispiel von Marc-Uwe Klings "Känguru"-Trilogie
Buch, Deutsch, Band 12, 376 Seiten, Format (B × H): 145 mm x 205 mm, Gewicht: 500 g
Reihe: Kulturen des Komischen
ISBN: 978-3-8498-2160-9
Verlag: Aisthesis Verlag
Die Literaturwissenschaft bewertet komische Texte — oft ohne es zu merken. Begriffe wie „Hochkomik“ und „Trivialkomik“ wirken wie neutrale Kategorien, sind aber Produkte sozialer Positionierungskämpfe. Dabei begann „Hochkomik“ als trojanisches Pferd: ein strategischer Neologismus, mit dem sich die Neue Frankfurter Schule Zugang zum Feuilleton und zur Wissenschaft verschaffte, während „Trivialkomik“ trotz etymologischer Neutralität die Abwertungsdynamik ihres Stammbegriffs nie abschütteln konnte.
Diese Studie unterzieht den komischen Wertungsdiskurs einer kritischen Revision und erprobt ihre Argumente an Marc-Uwe Klings „Känguru“-Trilogie, deren Komik jede hierarchische Klassifikation sprengt. Was daraus folgt ist ein Plädoyer für einen grundlegend neuen Umgang mit komischer Literatur.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Literaturwissenschaft Deutsche Literatur
- Sozialwissenschaften Sport | Tourismus | Freizeit Humor
- Geisteswissenschaften Literaturwissenschaft Literaturwissenschaft: Prosa, Erzählung, Roman, Prosaautoren
- Geisteswissenschaften Literaturwissenschaft Literaturtheorie: Poetik und Literaturästhetik
Weitere Infos & Material
1 Einleitung
2 Grundlegende Annahmen über Komik
2.1 Eine Bemerkung vorab
2.2. Bedingungen der Komik
2.2.1 Die lachenden Rezipient*innen und die subjektiven Bedingungen der Komik
2.2.1.1 Die lachenden Rezipient*innen
2.2.1.2 Die subjektiven Bedingungen des komischen Lustempfindens
2.2.2 Die objektiven Bedingungen der Komik
2.2.2.1 Objektive Bedingungen am Beispiel des Titanic-Covers „Zonen-Gaby (17) im Glück (BRD)“
2.2.2.2 Exkurs: Komik und Körper im Komos
2.2.2.3 Zusammenführung
3 Der Komische Wertungsdiskurs: Forschungsstand und Forschungsprobleme
3.1 Literarische Wertungsprinzipien als Grundlage komischer Wertungspraktiken
3.1.1 Problemstellung
3.1.2 Mechanismen der (Ab-)Wertungsdiskurse
3.1.3 Paradigmenwechsel in der Bundesrepublik Deutschland der 1960er Jahre
3.1.4 „Trivialliteratur“: Konzept und Kritik nach H. F. Foltin und H. Kreuzer
3.1.5 Faktoren literarischer Wertung am Beispiel der Literaturförderung in der DDR
3.2 Hochkomik – Ursprung, Verbreitung und Forschungsstand
3.2.1 Wiederentdeckung und Verbreitung
3.2.2 Hochkomik im Verständnis Robert Gernhardts
3.2.2.1 Drei Schwierigkeiten beim Schreiben über Gernhardt
3.2.2.2 Gernhardts (Hoch-)Komiktheorie
3.2.3 Hochkomik im literaturwissenschaftlichen Diskurs
3.2.4 Hochkomik als soziale Ambivalenz nach Anja Gerigk
3.2.4.1 Prämissen und Formel
3.2.4.2 Anwendung
3.2.4.3 Bewertung
3.3 Trivialkomik – Analyse eines Nicht-Diskurses
3.3.1 Vorüberlegungen zum alltagssprachlichen und literarturwissenschaftlichen Gebrauch von „trivial“
3.3.2 Vier Anwendungsbeispiele
3.3.2.1 Werner Schroeter im Interview zu Diese Nacht (taz, 2009)
3.3.2.2 Kundenbewertung zu Dieter Nuhr: Wer‘s glaubt wird selig (Amazon, 2007)
3.3.2.3 Anja Schonlau: „Altersliebe im Alterswerk“
3.3.2.4 Monika Meister: „Zur Struktur des Unbewußten in der Trivialkomik des Schwankes“
3.3.3 Zwischenergebnis
4 Komik und Känguru: Charakteristika der Trilogie
4.1 Medienübergreifende sowie -spezifische Charakteristika des Känguru-Narrativs und Vorgehen in der Analyse
4.2 Die Umschlaggestaltung: Komik im Passbild
4.3 Erzählperspektive
4.3.1 Die Illusion des Tatsachenberichts
4.3.2 Die Genialität in der Trivialität
4.4 Fußnoten als kommunikative Frei- und Kampfräume
4.5 Detektivischer Spürsinn: Teewurst-Logik und Adaptive Beziehungen zu Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes-Narrativ
4.6 Das Asoziale Netzwerk
4.6.1 Satirischer Anspruch und komisches Scheitern
4.6.2 Das Lachen als mächtigste Waffe
4.7 Vom Umgang mit dem Fremden: Hellen*innen und Barbar*innen in der Känguru-Trilogie
4.7.1 Marc-Uwe, der Hellene
4.7.2 Barbarei und Beuteltier
4.8 Die Känguru-Trilogie als Objekt der Wertung
4.8.1 Die Hochkomik der Känguru-Trilogie
4.8.2 Sehr, sehr hochkomisch? Das Problem der Etikettierung
5 Fazit und Ausblick
5.1 Nach der Revision: Drei Empfehlungen wider komische Wertung
5.2 Ausblick
Anhang
A Abbildungsverzeichnis
B Siglenverzeichnis
C Literaturverzeichnis
I Primärliteratur
I.I Literatur
I.II Audiovisuelle Medien und Tonträger
II Sekundärliteratur




