Buch, Deutsch, 216 Seiten, Format (B × H): 126 mm x 206 mm, Gewicht: 250 g
Reihe: Nautilus Flugschrift
Buch, Deutsch, 216 Seiten, Format (B × H): 126 mm x 206 mm, Gewicht: 250 g
Reihe: Nautilus Flugschrift
ISBN: 978-3-96054-479-1
Verlag: Edition Nautilus
Während sich die Grenzen vieler Staaten schließen und Regierungen auf Abschottung setzen, sind weltweit immer mehr Menschen durch Kriege, Umweltzerstörung und staatliche Willkür zur Flucht gezwungen. Auch eine rigorose Grenzpolitik unterbindet Migration nie völlig – aber wo können flüchtende Menschen noch ankommen, wenn der Staat sie zum Problem erklärt?
Eine Antwort findet sich in jenen Städten, die die praktische Unterstu¨tzung Geflu¨chteter und das solidarische Zusammenleben mit Migrant:innen zu ihrem Selbstverständnis gemacht haben – und sich damit aktiv gegen die nationale Politik ihrer Länder stellen. Sie helfen unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus, entwickeln Ausweise für alle, die sich in der Stadt aufhalten wollen, unterstützen in juristischen Fragen, schützen vor polizeilicher Willkür. Städte dieser Art finden sich auf fast allen Kontinenten, sie heißen Sichere Häfen, Sanctuary Cities oder Città dell’accoglienza.
Volker Heins hat in Chicago, Kampala, Sheffield und Palermo, in Bremen, Berlin und Zürich recherchiert: Wie wirkt sich das Schutzversprechen für Menschen ohne Aufenthaltsstatus konkret aus? Ist das Selbstverständnis der Städte von Dauer oder bloße moralische Aufwallung, entsteht hier gar ein neuer Begriff urbaner Freiheit? Und was passiert, wenn Städte direkt vom Staat angegriffen werden – wie man zuletzt in den USA beobachten konnte, wo Donald Trump den Kampf gegen Sanctuary Cities zur Priorität erklärte?
»Volker Heins macht aus der Fluchtfrage eine präzise Diagnose unserer Gegenwart: Was, wenn immer mehr fliehen und immer weniger wissen, wohin? Pointiert, klug und erzählerisch verdichtet schildert er die sozialen Kämpfe fu¨r Sichere Häfen und warum es sich lohnt, eine pessimistische Zeitdiagnose mit einem neuen, radikalen Begriff von Hoffnung zu verbinden.« Naika Foroutan
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Die Sicherheit, die Kampala als Stadt gewährt, verdankt sich weniger der Regierungspolitik als der Mentalität einer Bevölkerung, in der es im Unterschied zu Europa kaum Hass auf Ausländer:innen oder Menschen gibt, die als »anders« markiert werden. Flu¨chtende als Su¨ndenböcke fu¨r die zahlreichen Probleme des Landes auszumachen, kommt kaum jemandem in den Sinn. David Tshimba erzählt mir, dass in Kampala die Ankunft von Zehntausenden von Sudanes:innen aus Städten wie Khartoum und Al Fasher in den letzten Jahren vor allem Kommentare u¨ber die Schönheit dieser Menschen auslöste. Die anderen Geflu¨chteten aus den unmittelbaren Nachbarländern werden häufig als »Bru¨der und Schwestern« gesehen, während der ugandische Staat sich als schu¨tzender »Vater« inszeniert. Das spiegelt sich auch in der Haltung von Geflu¨chteten zur ugandischen Bevölkerung. »Uganda ist friedlich«, sagte einmal eine sudanesische Geflu¨chtete in einem Interview. »The people are good.«




