Henkys | Musicalisches Lustgärtelein | Buch | 978-3-939254-13-3 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 6, 104 Seiten, CD, Format (B × H): 124 mm x 136 mm, Gewicht: 154 g

Reihe: Museum in der Tasche

Henkys

Musicalisches Lustgärtelein

Berühmte Lieder aus der Berliner Nikolaikirche (Buch mit CD)
2014
ISBN: 978-3-939254-13-3
Verlag: Verlag M im Stadtmuseum

Berühmte Lieder aus der Berliner Nikolaikirche (Buch mit CD)

Buch, Deutsch, Band 6, 104 Seiten, CD, Format (B × H): 124 mm x 136 mm, Gewicht: 154 g

Reihe: Museum in der Tasche

ISBN: 978-3-939254-13-3
Verlag: Verlag M im Stadtmuseum


Die Nikolaikirche gilt als die "Wiege Berlins". Weniger geläufig ist, dass bedeutende Komponisten und Dichter hier wirkten. So schuf Leonard Camerer Ende des 16. Jahrhunderts die älteste bislang bekannte Berliner Komposition. Im 17. Jahrhundert machte dann der Kantor und "Director der Music" Johann Crüger Berlin zu einer Musikstadt von europäischem Rang.

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Weitere Infos & Material


Inhaltsverzeichnis
Musicalisches Lustgärtelein Berühmte Lieder aus der Berliner Nikolaikirche
- Vorbemerkungen

- Anfänge des Berliner Musiklebens: Musik in den Kirchen Die Ratsmusik Musik bei Hofe

- Entwicklung des lutherischen Kantorats

- Leonhard Camerer: Die früheste Berliner Kirchenkomposition
- Kriegsnot, Konfessionsstreit, musikalische Blüte

- Johann Crüger: Schul- und Wanderjahre Gymnasium, Universität, erste Werke Kantor, Komponist, Theoretiker Persönliche Not und trostreiche Lieder Die Praxis Pietatis Melica Spätere Schaffensjahre Ruhm, Gedenken, Nachwirken
- Paul Gerhardt: Erste Schaffensjahre Pfarrer an St. Nikolai Ruhm und Nachwirken
- Johann Georg Ebeling: Berliner Kantor und Gerhardt-Vertoner Letzte Lebensjahre

- Jakob Hintze: Stadtpfeifer in Berlin Komponist und Gesangbuchherausgeber

- Nachfolgende Entwicklungen
- Kantoren/Musikdirektoren St. Nikolai
- Liedtexte
- Literaturhinweise


Vorbemerkungen
Der Titel dieses Büchleins mag auf den ersten Blick irritieren. Was hat die ehrwürdige Berliner Nikolaikirche mit einem Musicalischen Lustgärtelein gemein? Die lateinische Form – aus der unser Titel als eine Rückübersetzung zu denken ist – kommt den Erwartungen schon etwas näher: Paradisus Musicus. Unter die programmatische Überschrift 'Paradisus Musicus = Musicalisches
Lustgärtelein […]' stellte Johann Crüger im Jahre 1622 eine Sammlung von 24 dreistimmigen Tonsätzen. Noch als Student der Wittenberger Universität ließ er sie bei Georg Runge im Berliner Grauen Kloster drucken und eignete das Werk einigen Berliner Bürgern zu, die er im Widmungstext
seine Gönner und Förderer nennt. Der Berliner Rat sah im Musicalischen Lustgärtelein zugleich einen Befähigungsnachweis für das wichtigste musikalische Amt der Stadt und berief Crüger noch im gleichen Jahr zum Direktor der Musik zu Berlin und als Kantor an die Hauptpfarrkirche St. Nikolai.
Für damalige Ohren hatte der Titel gar nichts Ungewöhnliches: Das Gartenmotiv spielt in der Kunst des Barock eine wichtige, in vielerlei Hinsicht ausdeutbare Rolle. So verwendete auch der spätere Nikolaipfarrer Paul Gerhardt in seinem bekannten Lied Geh aus mein Herz und suche Freud jene Garten- und Natursymbolik, um theologische Inhalte und sogar manch polemische Kritik an den politischen Verhältnissen zum Ausdruck zu bringen. Johann Crüger, Paul Gerhardt und andere haben mit ihrem Wirken die Berliner Nikolaikirche – wenn man so sagen will – zu einem 'Paradies der Musik' gemacht. Denn tatsächlich ist es an erster Stelle die Musik, mit der diese älteste Kirche Berlins weltweit berühmt geworden ist.

Die beiliegende CD konzentriert sich auf die größte musikalische Blütezeit der Berliner Nikolaikirche
und enthält dabei auch einige der frühesten bekannten Berliner Kompositionen. Drei dieser Werke wurden erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt und liegen nun als Weltersteinspielung vor. Hingegen werden die ebenfalls in historischer Aufführungspraxis eingespielten Liedsätze vielen Hörern bekannt sein. Auch diese Lieder, die heute auf der ganzen Welt gesungen werden, haben ihren Ursprung in der Berliner Nikolaikirche. Ihre Bedeutung für die Berliner Musikgeschichte des 17. Jahrhunderts zeigt dieses Buch. Dank für das Zustandekommen der CD-Aufnahmen gebührt Marien-Kantorin Marie-Louise Schneider, die die vorgestellten Werke mit ihrem Ensemble einstudierte, sowie dem Verein 'Musik aus Berlins historischer Mitte', von dem die aktuellen Forschungen zur Berliner Kirchenmusikgeschichte initiiert und vorangetrieben wurden. Ebenso danke ich Erika und Helmut
Reihlen für die ermutigende Unterstützung des Gesamtprojekts, sowie der Musikwissenschaftlerin Ingeborg Allihn und dem Theologen und Musikwissenschaftler Christian Bunners für vielfältigen fachlichen Rat. Schließlich soll meinen Eltern Erika und Jürgen Henkys gedankt sein. Schon früh haben
sie mir Herz und Ohren für Lieder geöffnet, wie sie auch im Mittelpunkt der folgenden Betrachtungen stehen. Daher sei ihnen dieses Büchlein herzlich zugeeignet.

Albrecht Henkys,
Berlin im Februar 2014


Henkys, Albrecht
geb. 1954 in Altdöbern (Niederlausitz)
ab 1976: Tätigkeit im Märkischen Museum Berlin / später Stiftung Stadtmuseum Berlin

bis 2007 Restaurator (Papierrestaurierung), ab 2003 Leitung diverser Ausstellungsprojekte

2008-2010 Leitung der Neueinrichtung der Berliner Nikolaikirche

ab 2010 Kurator der Nikolaikirche sowie Mitarbeit in der Ausstellungsabteilung des Stadtmuseums Berlin

2011 u.a. Projektleitung der Sonderausstellung „geSchichten und beFunde“ zur Überarbeitung der Dauerpräsentation mittelalterlicher Sakralkunst im Märkischen Museum | Stadtmuseum Berlin

2012 u.a. Projektleitung „Johann-Crüger-Jahr“ des Stadtmuseums Berlin und Mitarbeit bei der Ausstellung BERLINmacher

2013 Projektleitung der Ausstellung "Geraubte Mitte" - Die „Arisierung“ des jüdischen Grundeigentums im Berliner Stadtkern 1933–1945



Erschienen im Verlag M:

Museum in der Tasche
Die Berliner Nikolaikirche | Gotteshaus – Denkmal - Museum

Musicalisches Lustgärtelein, mit CD
400 Jahre Musik aus der Berliner Nikolaikirche

Nentwig, Franziska
Franziska Nentwig, gibt zum Jahresende 2014 ihren Posten als Generaldirektorin der Stiftung Stadtmuseum auf.
Im März 2015 wird sie Geschäftsführerin des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft.
Die gebürtige Dresdnerin und promovierte Musikwissenschaftlerin, die zuvor u.a das Eisenacher Bachhaus leitete, kam im Februar 2006 nach Berlin.



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