Buch, Deutsch, 591 Seiten, fadengeheftete Broschur, Format (B × H): 155 mm x 229 mm, Gewicht: 878 g
Möglichkeiten und Grenzen eines interdisziplinären Diskurses
Buch, Deutsch, 591 Seiten, fadengeheftete Broschur, Format (B × H): 155 mm x 229 mm, Gewicht: 878 g
Reihe: Grundlagen der Rechtswissenschaft
ISBN: 978-3-16-200025-5
Verlag: Mohr Siebeck
Die Frage nach der Wissenschaftlichkeit des Rechts gehört zu den Grundproblemen juristischen Denkens. Johannes Herb geht dieser Frage nach und untersucht, inwieweit sich zentrale Konzepte der Wissenschaftstheorie für das Verständnis der Rechtsdogmatik fruchtbar machen lassen. Im Mittelpunkt stehen drei einflussreiche theoretische Bewegungen des 20. Jahrhunderts: der Logische Empirismus, Karl Poppers Falsifikationismus und Thomas Kuhns Historische Epistemologie. Der Falsifikationismus hat in der Rechtswissenschaft eine besonders breite Rezeption erfahren. Gleichwohl zeigt die Analyse, dass er Problemstellungen aufgreift, die im juristischen Kontext gar nicht entstehen, und Antworten bietet, die für die Rechtsdogmatik wenig tragfähig sind. Der Logische Empirismus, dessen Metaphysikkritik markante Parallelen zu Hans Kelsens Reiner Rechtslehre aufweist, bietet einen produktiven Ansatz, auch wenn beide Programme ihre „metaphysische Reinigung" nicht konsequent umsetzen können. Thomas Kuhn schließlich bricht mit der Vorstellung, Wissenschaft lasse sich allein durch objektive Geltungsansprüche definieren. Seine Kritik an der Trennung von Geltung und Genese eröffnet neue Perspektiven für die Rechtswissenschaft: Auch juristische Erkenntnis entsteht in historischen, kulturellen und sozialen Kontexten. Johannes Herb zeigt, dass die Rechtsdogmatik nicht durch die Nachahmung naturwissenschaftlicher Modelle, sondern durch die reflektierte Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Erkenntnisform gewinnt. Das Instrumentarium der Historischen Epistemologie erweist sich dabei als besonders geeignet, um die Kontextabhängigkeit rechtlicher Rationalität systematisch zu erfassen, ohne in Relativismus zu verfallen.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Rechtswissenschaften Recht, Rechtswissenschaft Allgemein Rechtstheorie, Rechtsmethodik, Rechtsdogmatik, Rechtsprechungslehre
- Interdisziplinäres Wissenschaften Wissenschaften: Allgemeines Wissenschaften: Theorie, Epistemologie, Methodik
- Geisteswissenschaften Philosophie Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsphilosophie
Weitere Infos & Material
Einleitung: America und das Astrolabium
Kapitel 1: Annäherung an den Begriff der Rechtsdogmatik
Kapitel 2: Das Induktionsproblem
Kapitel 3: Der Logische Empirismus
Kapitel 4: Der Falsifikationismus
Kapitel 5: Einwände gegen die Übertragung des Falsifikationismus auf die Rechtsdogmatik
Kapitel 6: Verbleibende Impulse der frühen Wissenschaftstheorie
Kapitel 7: Vom Pfeil zum Kreis - und wieder zurück
Kapitel 8: Schluss - Asche zu Asche
Einleitung: America und das Astrolabium
Kapitel 1: Annäherung an den Begriff der Rechtsdogmatik
Kapitel 2: Das Induktionsproblem
Kapitel 3: Der Logische Empirismus
Kapitel 4: Der Falsifikationismus
Kapitel 5: Einwände gegen die Übertragung des Falsifikationismus auf die Rechtsdogmatik
Kapitel 6: Verbleibende Impulse der frühen Wissenschaftstheorie
Kapitel 7: Vom Pfeil zum Kreis - und wieder zurück
Kapitel 8: Schluss - Asche zu Asche




