Hesselmann

Simplicissimus Redivivus

Eine kommentierte Dokumentation der Rezeptionsgeschichte Grimmelshausens im 17. und 18. Jh. (1667-1800)
Erscheinungsjahr 1992
ISBN: 978-3-465-02536-8
Verlag: Vittorio Klostermann

Eine kommentierte Dokumentation der Rezeptionsgeschichte Grimmelshausens im 17. und 18. Jh. (1667-1800)

Buch, Deutsch, Band 20, 360 Seiten

Reihe: Das Abendland. Forschungen zur Geschichte europäischen Geisteslebens

ISBN: 978-3-465-02536-8
Verlag: Vittorio Klostermann


Die Studie, die den Methoden einer sozialhistorisch und lesersoziologisch orientierten literaturwissenschaftlichen Rezeptionsforschung verpflichtet ist, analysiert die Resonanz der Schriften Grimmelshausens im 17. und 18. Jahrhundert. Erstmals werden die Rezeptionsdokumente zusammengestellt und kommentiert. Die Darstellung ermöglicht Einblicke in Deutungen und gattungsästhetische Klassifizierungen, die die bedeutungspolyvalenten Texte des simplicianischen Autors im Verlauf ihrer Geschichte erfuhren. Vor allem in Zeiten des Umbruchs soziokultureller Systeme ist die Sichtung von Rezeptionszeugnissen in der Lage, Aufschlüsse über Kontinuität und Wandel ästhetischer Normen zu erzielen, Präferenzen der Leser zu erhellen, weltanschauliche wie kunsttheoretische Änderungen zu zeigen und Epochenschwellen näher zu charakterisieren.
Die Begutachtung der posthumen Gesamtausgaben der Werke Grimmelshausens zwischen 1683 und 1713 korrigiert die übliche marginale und auf Fehleinschätzungen basierende Bewertung der auch unter rezeptionsperspektivischer Fragestellung völlig vernachlässigten Editionen mit ihren im Dienst einer intensivierten Moraldidaxe stehenden rezeptionssteuernden Textmanipulationen. Zudem ist in dieser Rezeptionsphase das Bestreben in den Adaptionen evident, mit dem "Simplicissimus Teutsch" und der Hauptfigur Anschluß an das um 1680 populäre Genre des "politischen Romans" zu gewinnen. Für die Zeit von 1714 bis 1749 kann demonstriert werden, daß Grimmelshausens Ouvre keineswegs im oft zitierten "Grab der Vergessenheit" schlummerte. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts steht vornehmlich die Diskussion um die Berechtigung modernisierender Bearbeitungen historischer Texte im Zentrum der Rezeption.

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