Hochschule Coburg / Lichtlein / Fuchs | Immigration und Arbeitsmarkt | Buch | 978-3-95626-033-9 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 148 Seiten, GB, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 313 g

Reihe: Die Coburger Reihe

Hochschule Coburg / Lichtlein / Fuchs

Immigration und Arbeitsmarkt

Eine Langfristprojektion zur Wirkung von Zuwanderung auf das Arbeitskräfteangebot in Deutschland
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95626-033-9
Verlag: A7-24 Aumann

Eine Langfristprojektion zur Wirkung von Zuwanderung auf das Arbeitskräfteangebot in Deutschland

Buch, Deutsch, 148 Seiten, GB, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 313 g

Reihe: Die Coburger Reihe

ISBN: 978-3-95626-033-9
Verlag: A7-24 Aumann


Der demographische Wandel und die damit verbundene Schrumpfung der Zahl von Arbeitskräften werden den deutschen Arbeitsmarkt in den nächsten Dekaden entscheidend formen. Die vorliegende Studie berechnet, dass das Potenzial an Erwerbspersonen aus rein demographischen Gründen, das heißt ohne Berücksichtigung von Zuwanderung und bei unveränderten Erwerbsquoten, zwischen 2014 und 2050 um ca. 15 Millionen Arbeitskräfte, d.h. um ein Drittel, sinken wird. Der Bedarf an Arbeitskräften wird sich demgegenüber kaum verringern. Vor diesem Hintergrund nimmt die Studie zwei Faktoren in den Blick, welche die Schrumpfung des Arbeitskräfteangebots maßgeblich beeinflussen können, die Erwerbsbeteiligung und die Zuwanderung.

Es zeigt sich, dass höhere Erwerbsquoten von Frauen und Älteren dem negativen Trend nicht entscheidend entgegenwirken können. Selbst eine extreme Ausreizung von Erwerbspotenzialen („Rente mit 70“) kann den Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials nur zeitweilig aufhalten. Längerfristig setzt sich der demographische Trend durch: Die Bevölkerung im Erwerbsalter sinkt stärker als ihre Erwerbsbeteiligung überhaupt steigen kann. Das gesamte zusätzliche Potenzial, das aus einer extremen Steigerung der Erwerbsquoten resultiert, wird für das Jahr 2035 auf reichlich vier Millionen, für 2050 auf nur noch 3,2 Millionen Personen geschätzt.

Hinsichtlich der Zuwanderung zeigt die Studie, dass die gegenwärtig zu verzeichnenden hohen Nettozuzüge aus den (ost- und südosteuropäischen) EU-Staaten sukzessive abnehmen werden. Die demographische Struktur der Hauptherkunftsländer sowie ökonomische Aufholprozesse werden das Niveau der Wanderungsgewinne Deutschlands gegenüber den EU-Staaten mittelfristig erheblich absenken. Im Hinblick auf die Drittstaaten-Zuwanderung sieht die Studie stärkere Potenziale, auch wenn sie die jüngsten asylbedingten Wanderungsgewinne als vorübergehend einschätzt. EU- und Drittstaaten-Migration zusammengenommen wird eine durchschnittliche jährliche Nettozuwanderung bis 2050 in der Spanne von 220.000 bis 290.000 Personen erwartet, mit einem deutlich negativen zeitlichen Trend.

Auch eine Zuwanderung dieser Größenordnung kann den Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials in der langen Frist nicht vollständig stoppen. Dennoch wird der Rückgang signifikant gebremst – sowohl in quantitativer als auch in zeitlicher Dimension. Gegenüber dem Jahr 2014 beläuft sich der Rückgang im oberen Szenario im Jahr 2035 auf gerade einmal zwei Prozent, bis 2050 beträgt die Schrumpfung dann sieben Prozent. Damit lässt sich konstatieren, dass das aus heutiger Sicht erwartbare Volumen an Zuwanderung – insbesondere aus Drittstaaten – dem Rückgang des Arbeitskräfteangebots signifikant entgegenwirkt.

Für die Migrations- und Integrationspolitik stellt sich allerdings eine besondere Herausforderung: Gegenwärtig ist die Immigration aus Drittstaaten als arbeitsmarktfern einzustufen. Für die Zukunft gilt es zumindest den steuerbaren Teil der Migration in ökonomisch sinnvoller Weise zu regeln. So kann erreicht werden, dass Zuwanderer nicht nur das Arbeitskräfteangebot erhöhen, sondern auch adäquate Beschäftigungschancen haben und nicht in der Erwerbslosigkeit landen. Andernfalls könnte sich die ökonomische Bilanz der Zuwanderung ins Negative verkehren.

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Zielgruppe


Politisch Interessierte
Studierende und Fachwissenschaftler/innen
Arbeitswissenschaftler

Weitere Infos & Material


Fuchs, Johann
Dr. Johann Fuchs hat eine Ausbildung zum Bankkaufmann und studierte Sozialwissenschaften. Das Studium schloss er 1985 als Diplom-Sozialwirt ab. 1989 promovierte er am Lehrstuhl für Statistik I der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zum Dr. rer. pol. Von 1990 bis 1991war er Projektleiter bei der GfK Marktforschung Nürnberg. Seit 1991 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im IAB und befasst sich dort schwerpunktmäßig mit demographischen Fragen, dem Arbeitskräfteangebot sowie der Stillen Reserve.

Schneider, Lutz
Dr. Lutz Schneider ist seit 2013 Professor für Volkswirtschaft an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg. Er ist Diplom-Volkswirt und Magister Artium der Philosophie und promovierte 2010 zum Dr. rer. pol. an der TU Dresden. Er ist Forschungsprofessor am Leibniz-Institutfür Wirtschaftsforschung Halle (IWH), an dem er in der Zeit von 2005 bis 2013 als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der ökonomischen Effekte des demographischen Wandels und der Migration.

Kubis, Alexander
Dr. Alexander Kubis ist Diplom-Volkswirt und promovierte in Halle. Nach einer Tätigkeit beim Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ist er seit 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und Leiter der IAB-Stellenerhebung. Er befasst sich dort mit dem Arbeitsmarkt aus betrieblicher Sicht sowie demographischen Fragen, wie den Auswirkungen der nationalen und internationalen Migration auf den deutschen Arbeitsmarkt.



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