Hörning / Gerhard / Ahrens | Zeitpraktiken | Buch | 978-3-518-28935-8 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 193 Seiten, Format (B × H): 108 mm x 177 mm, Gewicht: 180 g

Reihe: suhrkamp taschenbuch wissenschaft

Hörning / Gerhard / Ahrens

Zeitpraktiken

Experimentierfelder der Spätmoderne
2. Auflage 1997
ISBN: 978-3-518-28935-8
Verlag: Suhrkamp

Experimentierfelder der Spätmoderne

Buch, Deutsch, 193 Seiten, Format (B × H): 108 mm x 177 mm, Gewicht: 180 g

Reihe: suhrkamp taschenbuch wissenschaft

ISBN: 978-3-518-28935-8
Verlag: Suhrkamp


Zeitprobleme gewinnen in spätmodernen Gesellschaften zunehmend an Bedeutung. Ständig machen wir die Erfahrung einer chronischen Zeitknappheit und verstricken uns oft in schwer entwirrbaren Zeitknoten. Die gesellschaftlich auftretenden Tempo-,Terminierungs- und Abstimmungsprobleme lassen die Umgestaltung der eingeschliffenen Zeitarrangements immer dringlicher werden. Bei der Suche nach der Neuorganisation der Zeit wird sehr bald deutlich, daß es gerade die neuesten Kommunikationstechniken sind, die die Zeitfrage am heftigsten aufwirbeln. Deren Angebote und Ansprüche bringen neue Fragen, Probleme und Irrtümer, aber auch neue Perspektiven hervor, die den Blick auf veränderte Formen der Bearbeitung von Zeitproblemen richten. Diese Zeitpraktiken sind der Gegenstand des vorliegenden Buches.

Das Buch schildert die allmähliche Befreiung der Zeit von den obsessiven Zumutungen der modernen Technik. Es zeigt mehrere Versuche auf, sich von den massiven Einschreibungen der Technik zu lösen und das verwikkelte Verhältnis von Technik und Zeit umzuformen. Zeit tritt dabei in ihrer Eigenwirksamkeit hervor; eine Vielfalt von Zeitpraktiken wird möglich. Dies ist das Ergebnis der dem Buch zugrundeliegenden empirischen Studie. Detailliert werden drei Muster komplexer Zeitbearbeitung beschrieben, die sich als typische Lebensstilfiguren identifizieren lassen: Der »technikfaszinierte Wellenreiter«, der »kommunikationsbesorgte Skeptiker« und der »zeitjonglierende Spieler«.

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Weitere Infos & Material


Einleitung: Eigensinn der Zeit in der hochtechnisierten Gesellschaft
Neue Kommunikationstechniken im Widerstreit
2.1 Einschreibungen der Technik in den Alltag
2.2 Im Dickicht vieldeutiger Technikaneignungen
2.3 Von Technikzeiten zu Zeitpraktiken
»Entfesselte« Kommunikation - Ein Spielfeld der Spätmoderne
Umbruch der Zeitverhältnisse
4.1 Fallen der Tempobeschleunigung
4.2 Flexibilisierung in der Sackgasse?
4.3 Ausbildung reflexiver Zeitstrukturen
Verdichtung der Praktiken im Lebensstil
5.1 Eigenwirksamkeit der Lebensstile
5.2 Von der Ästhetisierung zur Hervorbringung von Wirklichkeit mit der Zeit
5.3 Konstruktion von Lebensstilfiguren in der wechselseitigen Bespiegelung von Empirie und Theorie
Der »technikfaszinierte Wellenreiter« - Rekonfiguration einer modernen Figur
6.1 Wirklichkeitsorientierung: Auf der Höhe der Zeit sein
6.2 Technik als faszinierendes Objekt: Leistungssteigerung und Tempospaß
6.3 Nutzungsspirale von Zeit
6.4 Informationszentrierte Kommunikation und ihre neue Leichtigkeit
6.5 Risiken einer Wirklichkeitsorientierung: Neue alte Kontrollücken
Der »kommunikationsbesorgte Skeptiker« - Eine Gegenfigur
7.1 Eigentlichkeitsorientierung: Das Gegebene unter Verdacht stellen
7.2 Suche nach dem Unverstellten in der Kommunikation
7.3 Störende Technik und ihre Domestizierung
7.4 Entschleunigung durch dosierte Techniknutzung
7.5 »Zurück (und) in die Zukunft«
7.6 Problematik einer Eigentlichkeitsorientierung: Neue alte Kommunikationszwänge
Der »zeitjonglierende Spieler« - Aus der Konfrontation entstanden
8.1 Möglichkeitsorientierung: In Bezügen denken
8.2 ... und in jeder Gegenwart neu beginnen
8.3 Verzeitlichung von Zeit
8.4 Im Spiegelkabinett der Kommunikation
8.5 Entpathetisierte Technik und ihre inszenierte Selbstverständlichkeit
8.6 Dilemma einer Möglichkeitsorientierung: Neue alte Zeitverstrickungen
Auf der Suche nach einer neuen Kultur der Zeit
9.1 Neue Konturen im Wechselspiel von Technik und Zeit
9.2 Konstruktive Dynamik des Unspektakulären
9.3 Ereignisoffener Technikumgang
9.4 Grenzen gängiger Zeitpraktiken und neue Chancen der Zeitmoderation



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