Buch, Deutsch, 48 Seiten, GB, Format (B × H): 240 mm x 220 mm
Erzählungen und Gedichte
Buch, Deutsch, 48 Seiten, GB, Format (B × H): 240 mm x 220 mm
ISBN: 978-3-85252-655-3
Verlag: Bibliothek der Provinz
Es war eine Nuss, die wollte sich nicht knacken lassen. Sie war eine ganz gewöhnliche Nuss, nur dass neben dem Nusskern ein kleiner Zauberer schlief. Kein Nussknacker und überhaupt niemand konnte die Nuss öffnen, solange der kleine Zauberer darin schlief. Da nahm der kleine Jakob die Nuss und wollte sie aufbeißen. Aber er biss sich nur einen Milchzahn aus. Nun legte die Mutter die Nuss aufs Fensterbrett und sagte: »Vielleicht holt sie ein Eichhörnchen.« Es kam auch eins, aber auch das Eichhörnchen konnte die Nuss nicht aufkriegen. Da ließ es sie fallen, und nun lag die Nuss unten in Laub und Moos. Und es schneite. Und der kleine Zauberer schlief noch immer.
Dann kam der Frühling, der Schnee schmolz und der Frühlingsregen klopfte an der Nuss. Der Nusskern fing an sich zu recken. »Gib Ruh«, murmelte der kleine Zauberer im Schlaf. Aber der Frühlingsregen klopfte und klopfte. Endlich öffnete der kleine Zauberer die Nuss einen Spaltbreit und guckte hinaus. »Musst du ausgerechnet in einer Nuss schlafen?«, fragte der Frühlingsregen. »Merkst du nicht, dass der Nusskern sich streckt und ein Nussbaum werden will?«
»Bitte um Entschuldigung«, sagte der kleine Zauberer. »Daran hab ich nicht gedacht.« Und er schlüpfte aus der Nuss und kroch in das nächste leere Vogelnest. Dort rollte er sich zusammen und schlief wieder ein.




