Hofert | Didaxe und Natur | Buch | 978-3-7520-0588-2 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 384 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 787 g

Reihe: Wissensliteratur im Mittelalter

Hofert

Didaxe und Natur

Darstellung und Funktionalisierung der Natur in Thomasins von Zerklaere ,Welschem Gast‘, in Freidanks ,Bescheidenheit‘ und in Hugos von Trimberg ,Renner‘
Erscheinungsjahr 2021
ISBN: 978-3-7520-0588-2
Verlag: Reichert Verlag

Darstellung und Funktionalisierung der Natur in Thomasins von Zerklaere ,Welschem Gast‘, in Freidanks ,Bescheidenheit‘ und in Hugos von Trimberg ,Renner‘

Buch, Deutsch, 384 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 787 g

Reihe: Wissensliteratur im Mittelalter

ISBN: 978-3-7520-0588-2
Verlag: Reichert Verlag


Das 13. Jahrhundert kann im Hinblick auf die Veränderung der Naturwahrnehmung, vor allem durch die zunehmende Aristoteles-Rezeption im mittelalterlichen Westen, als eine Übergangszeit bezeichnet werden. Hier tritt – vereinfacht gesagt – neben das Verständnis der Naturbestandteile als heilsgeschichtlich auszulegende Zeichen eine andere Form der Naturwahrnehmung, welche eher von wachsender ‚Empirie‘ gekennzeichnet ist. Gleichzeitig ist das 13. Jahrhundert eine Zeit, die geprägt ist von der Zunahme volkssprachlicher Literatur, insbesondere von einer vermehrten Entstehung didaktischer Werke. Genau hier setzt die Arbeit an, in der nach der literarischen Darstellung der Natur und ihrer Instrumentalisierung zur Wissensvermittlung gefragt wird. Dabei geht es zum einen um die verschiedenen Vertextungsstrategien, mit denen die Natur versprachlicht wird, zum anderen um die Frage nach den Wissensordnungen, die in ihrer Vertextung zusammenkommen. So wird das Sprechen über die Natur als eine Praktik verstanden, die ein dynamisches Ineinander verschiedener Diskurse ermöglicht und dadurch selbst Wissen und Wirklichkeit produziert. Damit stellt die Arbeit gleichzeitig die übergeordnete Frage, welchen Raum Literatur bieten kann, um ein Sprechen und Denken über die Natur zu inszenieren, zu variieren oder überhaupt erst zu ermöglichen.
Als didaktische Großform aus dem späten 13. Jahrhundert steht Der ,Renner‘ Hugos von Trimberg im Mittelpunkt der Analyse; vergleichend werden zwei weitere Beispiele der literarischen Reihe ‚Didaktische Literatur‘ miteinbezogen: ,Der Welsche Gast‘ Thomasins von Zerklaere sowie Freidanks ,Bescheidenheit‘.
Die Textanalysen machen deutlich, dass – trotz aller Varianz und Vielfalt – gewisse Strukturen erkennbar werden, die in einer wiederkehrenden Verbindung bestimmter Diskurskombinationen mit einzelnen Vertextungsstrategien bestehen. So zeigt sich: Die Rolle der Natur geht nicht in dem Dreischluss von bildlichem Sprechen, Anschaulichkeit und Belehrung auf. Mit ihrer Vertextung kann der Blick durch sie hindurch zum Schöpfer geführt oder – wie von einem Spiegel – auf den Rezipienten zurückgeworfen werden, gleichzeitig richtet sich der Blick wiederholt auf die Natur selbst und auf ihre Bestandteile wie Tiere und Pflanzen. Durch Sprache können Naturbilder entworfen und die Wahrnehmung der (außerliterarischen) Natur geformt werden, darüber hinaus können durch die Integration von Naturbezügen im Raum der Literatur die Funktionsweisen von Sprache und Wissensvermittlung selbst thematisiert werden.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Geboren 1990 – Ausbildung: Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (B. A.), Studium der Kulturwissenschaft und der Deutschen Literatur an der Humboldt-Universität Berlin (B. A.), Studium der Deutschsprachigen Literatur mit dem Schwerpunkt Ältere Literatur an der Freien Universität Berlin (M. A.), Promotionsstudium der Germanistik als Mitglied des Graduiertenkollegs 1876 ‚Frühe Konzepte von Mensch und Natur. Universalität, Spezifität, Tradierung‘ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Fachbezogene berufliche Tätigkeiten: während des Studiums Beschäftigung im Mittelalterzentrum der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, während der Promotionszeit wissenschaftliche Mitarbeiterin im Graduiertenkolleg 1876, seit 2018 wiederholt Lehrbeauftragte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, seit 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-geförderten Projekt ‚Lyrik des deutschen Mittelalters. Eine elektronische Edition des Minnesangs‘ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (https://www.germanistik.phil.fau.de/person/hofert-sandra/) – Forschungsschwerpunkte: animal studies, material culture (literarische Dingwelten sowie Materialität der Überlieferung), Literatur- als Kulturwissenschaft, didaktische Literatur, Diskursanalyse, hoch- und späthöfische Epik, Spruchdichtung und Meistersang

Born in 1990 – Education: Business Administration at the Berlin School of Economics and Law (BA), Cultural Studies and German Literature at the Humboldt University of Berlin (BA), German Literature with a Focus on Medieval Literature at the Freie Universität Berlin (MA), PhD in German Studies as a Member of the Research Training Group 1876 ‘Early Concepts of Humans and Nature: Universal, Specific, Interchanged’ at the Johannes Gutenberg University Mainz – Subject-related professional activities: during studies, employed at the Research Centre for the Middle Ages at the Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities, during PhD, worked as a research assistant in the Research Training Group 1876, since 2018, employed as a recurring lecturer at Goethe University Frankfurt am Main, since 2020, has been a research assistant in the DFG-funded project ‘Lyrics of the German High Middle Ages: A Digital Edition of Minnesang’ at the Friedrich-Alexander-Unitersität Erlangen-Nürnberg (https://www.germanistik.phil.fau.de/person/hofert-sandra/) – Research focus: animal studies, material culture (in literature presented objects and the materiality of tradition), literature as cultural studies, didactic literature, discourse analysis, classical and late courtly romances, ‘Sangspruchdichtung’ and ‘Meistersang’.



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