Hübner / Schütz | Literatur als Praxis? | Buch | 978-3-531-11362-3 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 4, 237 Seiten, Format (B × H): 127 mm x 203 mm, Gewicht: 267 g

Reihe: Lesen

Hübner / Schütz

Literatur als Praxis?

Aktualität und Tradition operativen Schreibens
1976
ISBN: 978-3-531-11362-3
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften

Aktualität und Tradition operativen Schreibens

Buch, Deutsch, Band 4, 237 Seiten, Format (B × H): 127 mm x 203 mm, Gewicht: 267 g

Reihe: Lesen

ISBN: 978-3-531-11362-3
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften


Operatives Schreiben versteht sich als eingreifendes Schreiben - und HandeIn. Es intendiert - wie das brechtsche ,eingreifende Denken- die Veränderung der (sozialen, ökonomischen usw. ) Wirklichkeit selbst, oder doch eines Teils davon. Wo aber diese Veränderung nicht schon zu erreichen ist, will operatives Schreiben wenigstens die Var­ bereitung und Herstellung van Bedingungen der Veränderbarkeit, z. B. durch Einleitung von Modellversuchen. Es ist daher Grundprin­ zip operativen Arbeitens, die vielfältigsten und unter sich heterogen­ sten darstellerischen Mittel (und Medien) - "gleichgültig, ob sie bis­ lang als künstlerisch oder nichtkünstlerisch galten" (Scharang) - für das unmittelbar-praktische Ziel zu mobilisieren. Dieses Ziel ist am deutlichsten festgelegt in Benjamins Forderung, dag die ,Arbeit selbst' zu Wort kommen solle. Derartiges jedoch in einer Zeit zu for­ dern, in der noch keineswegs alles ,urn die Sonne der Arbeit kreist' (Marx), heigt, in dieser Zeit die Vorstadien aufzusuchen und zu pro­ pagieren, heigt, im Alltag die Möglichkeiten der Veränderbarkeit in Richtung des Zu-Wort-Kommen-Lassens der Arbeit aufzuspüren, mehr noch: sie verallgemeinern zu helfen, sie allgemein - zunächst vielleicht nur: bekannt - zu machen. Solange operatives Arbeiten noch eine Form bürgerlicher Aufklärung ist, in die Hand genommen zum Beispiel von Intellektuellen, lägt sich nicht davon absehen, dag es an der Krux aller Aufklärung teilhat: unabdingbares Prinzip der Herstellung allgemeiner Freiheit zu sein, gleichzeitig aber stets noch die gesellschaftliche Status-quo-Erhaltung zu betreiben und damit den real möglichen Fortschritt anzuhalten.

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Vorbemerkung.- Theorie und Analyse.- Über die Notwendigkeit des Schreibens. Plädoyer für einen produktiven Umgang mit Literatur.- Dokumentarliteratur als Produktivkraft.- Facetten zur Vorgeschichte der Reportage. Kritik eines operativen Genres an seinen Traditionsversuchen.- Vom Proletkult zum Bio-Interview. Sergej Tretjakovs Entwicklung einer ‚operativen ‘Literatur unter dem Aspekt ihrer heutigen praktischen Anwendung.- Die Gegenwartsreportage in der DDR als literarischpublizistische Gebrauchsform.- In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod. Operativität bei Alexander Kluge.- Mitbestimmte Literatur. Zur Methode Michael Scharangs.- Werkkreisliteratur und Arbeiterbewegung.- Information und Kritik.- Kisch und die Wissenschaft.- Über das Erben von Hypotheken (Walter Fähnders/Martin Rector: Linksradikalismus und Literatur).- Eine Seminarschrift (Peter F. Schütze: Zur Kritik des literarischen Gebrauchswerts).- Brauchbares über Gebrauchsliteratur (Horst Belke: Literarische Gebrauchsformen).- Planspiele mit Rothäuten und Engländern (Dieter Kühn: Festspiel für Rothäute; Unternehmen Rammbock).- Anschriften.



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