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Husic | Die Zeitenwende begann in Jugoslawien | Buch | 978-3-9524559-6-8 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 1, 89 Seiten, Format (B × H): 1450 mm x 2100 mm, Gewicht: 156 g

Reihe: Politik und Geschichte im BaltArt-Verlag

Husic

Die Zeitenwende begann in Jugoslawien

Von Miloševic zu Trump – Essay
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-9524559-6-8
Verlag: BaltArt Verlag

Von Miloševic zu Trump – Essay

Buch, Deutsch, Band 1, 89 Seiten, Format (B × H): 1450 mm x 2100 mm, Gewicht: 156 g

Reihe: Politik und Geschichte im BaltArt-Verlag

ISBN: 978-3-9524559-6-8
Verlag: BaltArt Verlag


Pakt mit dem Unrecht – Dayton und wie der Westen
seinen Niedergang einleitete
Der Friedensvertrag von Dayton im Jahr 1995 gilt
vielen als diplomatischer Erfolg. Tatsächlich aber mar-
kiert er den Beginn eines fortschreitenden Verfalls des
Rechts. In diesem Essay wird gezeigt, wie aus einem
Abkommen, das einen schrecklichen Krieg beenden
sollte, ein globales Modell für ethnische Teilung und
dauerhafte Instabilität wurde.
Ausgehend von der nationalistischen Zerstörung Jugo-
slawiens, spannt der Autor Sead Husic den Bogen bis
in die Gegenwart, zu einer Welt, in der Machtpolitik
und Sozialdarwinismus das Recht verdrängen und
autoritäre Politik vielerorts wieder salonfähig ist.
Mit scharfem Blick, journalistischer Präzision und einer
Fülle an Quellen legt er offen, warum Dayton kein iso-
liertes historisches Ereignis war, sondern eine Blau-
pause für den Bruch des Rechts durch die Politik des
21. Jahrhunderts.
Wer die Entwicklung in unserer Gegenwart hin zu
einem neuen Faschismus verstehen will, muss einen
Blick zurück auf die 1990er Jahre und den verheeren-
den Krieg in Bosnien-Herzegowina werfen.

Husic Die Zeitenwende begann in Jugoslawien jetzt bestellen!

Zielgruppe


Für Leserinnen und Leser mit Interesse an: Jugoslawien, Ex-Jugoslawien, Bosnien-Herzegowina, Bosnien. Herzegowina, Kosovo, Serbien, Dayton-Friedensvertrag, Nationalismus, Völkermord, Jugoslawien-Krieg, Kroatien, Faschismus, Miloševic, Trump.

Weitere Infos & Material


1 Die Mär vom ethnischen Konflikt
Der Begriff «ethnischer Konflikt» ist ein Etikettenschwindel. Er
reduziert komplexe politische und soziale Konflikte auf scheinbar
unveränderliche Gruppenidentitäten und suggeriert, Gewalt sei
eine natürliche Folge ethnischer Unterschiede. Doch diese Perspek-
tive ist nicht nur verkürzt, sie ist auch heuchlerisch.
Wenn man die Logik des «ethnischen Konflikts» konsequent
anwendet, müsste man den Zweiten Weltkrieg als solchen bezeich-
nen. Schliesslich beruhte die nationalsozialistische Ideologie auf
einer radikalen Rassenlehre, die «Germanen» gegen «Slawen»,
«Arier» gegen «Juden» in Stellung brachte. Hitlers Expansionspolitik
wurde mit der angeblichen Bedrohung der «deutschen Volksgruppe»
im Ausland gerechtfertigt, ein Argument, das frappierend an die
Rhetorik serbischer Nationalisten in den 1990er-Jahren erinnert
oder an Putins Propaganda, um die Ukraine anzugreifen.
Die systematische Vernichtung von Millionen Menschen
durch die Nationalsozialisten, die Shoah und die Besatzungspolitik
in Osteuropa folgten einer Logik ethnischer Exklusivität, die der
heutigen Definition eines ethnischen Konflikts entspricht. Doch
niemand würde ernsthaft behaupten, der Zweite Weltkrieg sei
primär ein ethnischer Konflikt gewesen. Warum?
Weil offensichtlich ist, dass es hier um mehr ging: um
imperialistische Machtpolitik, um konkurrierende Wirtschafts-
systeme, um ideologische Hegemonie. Genau diese Faktoren werden
jedoch regelmässig ignoriert, wenn heutige Kriege, wie jene im
ehemaligen Jugoslawien, als «ethnisch» etikettiert werden. Der
Unterschied liegt nicht in der Natur der Konflikte, sondern in ihrer
Bewertung. Während der Zweite Weltkrieg als politisch-ideologischer
Kampf zwischen Faschismus und Demokratie verstanden wird,
werden Kriege in Afrika oder auf dem Balkan oft als Ausdruck
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«tribaler» oder «ethnischer» Spannungen exotisiert. Diese doppelte
Moral entlarvt den Begriff des ethnischen Konflikts als westliches
Deutungsmuster, das dazu dient, Gewalt im «globalen Süden» als
irrational und unzivilisiert erscheinen zu lassen, während ähnliche
Dynamiken in Europa als hochpolitisch gelten. Die Konsequenz
ist klar: Der Begriff «ethnischer Konflikt» taugt nicht als Erklä-
rungsmuster. Er verschleiert die politischen und ökonomischen
Interessen hinter der Gewalt und normalisiert, was in Wahrheit
in die Tat umgesetzt wird, sei es von Hitler, Miloševic oder Putin.
Gewalt hat keine Ethnie. Sie hat Profiteure, die Interessen
verfolgen. Und solange das ignoriert wird, zieht man die falschen
Schlüsse aus diesen Kriegen.


Husic, Sead Dr.
Dr. Sead Husic, geboren 1974 in Traunstein
(Oberbayern), studierte Politikwissenschaft in
Duisburg und an der Freien Universität Berlin,
wo er auch mit dem Thema „Psychopatholo-
gie politischer Macht – Die Zerstörung Jugo-
slawiens im Spiegel der Biografien von Slobo-
dan Miloševic, Franjo Tudjman und Alija
Izetbegovic“ promovierte.
Er berichtete aus den Gebieten des ehemali-
gen Jugoslawiens unter anderem für die
Financial Times Deutschland, die Berliner Zei-
tung, den Freitag, die taz, Le Monde diploma-
tique und das Amnesty Journal.
2018 veröffentlichte er seinen ersten Roman
„Gegen die Träume“. Im BaltArt-Verlag
erscheint seine Roman-Trilogie „Gefangen“, in
der die Jahrhundertgeschichte des Lukiškes-
Gefängnisses in Vilnius erzählt wird.



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