Buch, Deutsch, 270 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm, Gewicht: 423 g
Reihe: Film
Genealogie, Ästhetik und Funktionen eines transgenerischen Motivs
Buch, Deutsch, 270 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm, Gewicht: 423 g
Reihe: Film
ISBN: 978-3-8376-8380-6
Verlag: Transcript Verlag
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Der Film interessiert sich für Bewegungen. Aufzüge stellen für ihn deshalb ein besonderes Faszinosum dar: Sie erlauben eine Fortbewegung im Stillstand, die keine Orts-, sondern eine Lageveränderung bedeutet. Im Film sind Aufzüge immer mehr als bloße Kulissen. Ihre Inszenierung ist weder auf ein bestimmtes Genre noch auf ein dramatisches Register verpflichtet. Filmische Aufzugfahrten funktionieren narrativ und dramaturgisch, weshalb sie sowohl zum Lachen anregen als auch Furcht auslösen können.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Analysen in den Beiträgen zeigen: Erst über das Medium Film erschließt sich der kulturelle Stellenwert des Aufzugs. Seine filmischen Inszenierungen zeigen nicht nur Lebensalltag, sie reflektieren durchs Steckenbleiben der Kabine oder ihren Absturz über individuelle wie auch kollektiv geteilte Ängste, Hoffnungen und Wunschfantasien. Das macht Aufzüge transgenerisch: Sie finden sich in der Romanze genauso wie in der Science-Fiction oder im Horrorfilm und ermöglichen Genre-Hybridisierungen.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Buch schließt eine Lücke in der Erforschung der Kultur- und Technikgeschichte des Aufzugs, denn durch den Film eröffnen sich neue Sichtbarkeiten: Das betrifft das Funktionieren oder Versagen der Technik, die bei der alltäglichen Nutzung des Aufzugs verborgen bleibt, aber auch die Symbolik des Schachts als Kommunikationskanal. Mit dem Aufzug veranschaulichen Filme Machtbeziehungen und sie vermitteln die Isolation des modernen Menschen genauso wie sein Begehren nach sozialem Aufstieg.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Neben Jeannot Simmen und Uwe Drepper, den Begründern der kulturwissenschaftlichen Aufzugforschung, und allen Filmemacher*innen, deren Werke in den Beiträgen des Buches behandelt werden, mit jeder Person, die leidenschaftlich Filme schaut und tagtäglich Aufzüge benutzt. Denn auf beide blickt man nach der Lektüre des Buches mit anderen Augen.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Aufzüge und Filme bewegen – buchstäblich und metaphorisch: beide sind so tief- wie abgründig, profan und zugleich spektakulär.




