Buch, Deutsch, 313 Seiten, KART, Format (B × H): 146 mm x 209 mm, Gewicht: 470 g
In Resonanz lernen - lösen - leben - lieben
Buch, Deutsch, 313 Seiten, KART, Format (B × H): 146 mm x 209 mm, Gewicht: 470 g
ISBN: 978-3-936116-04-5
Verlag: Jacobsen, Olaf Verlag
Aufwühlend und aufrüttelnd!
In der Neurobiologie weiß man, dass unser Gehirn die Realität in sich selbst konstruiert. In den Systemischen Aufstellungen werden im zwischenmenschlichen Bereich „resonierende Empfindungen“ erlebt. Jacqueline und Olaf Jacobsen entwickeln daraus ein einzigartiges Menschenbild – und nutzen es für ihre Beziehung. In diesem atemberaubenden Pionier-Buch beschreiben sie ihre heilenden Sichtweisen, Umgangsformen und Methoden, die auf alle Arten von Beziehungen übertragbar sind und Augen öffnen.
Die Scheidungsquote in Deutschland ist hoch. Viele Partnerschaften zerbrechen. Auch Jacqueline und Olaf hatten sich nach fünf anstrengenden Beziehungsjahren im Jahr 2009 getrennt. Beide nahmen dieses Schicksal als Spiegel, zur Selbstreflexion. Knapp zwei Jahre später beobachteten sie, dass sie sich wieder näherkommen – fast automatisch. Es folgte die Verlobung und 2012 die Hochzeit. Heute sagen sie begeistert: „Die Annäherung hört einfach nicht auf! Wir reflektieren viel – und unsere Ehe wird immer liebevoller, offener, herzlicher, kuscheliger und freier!“
Sie schildern mit ergreifenden Beispielen, wie man allein oder zu zweit Spiegel-Methoden anwenden kann, um sich im Leben immer harmonischer und stimmiger zu fühlen – auch im Job.
„Wir erleben mehr Selbstvertrauen, Offenheit, innere Stärke und einen klaren Überblick. In unseren Gefühlen entfalten sich sowohl fundamentale Selbstliebe als auch eine tiefe empathische Liebe zum Gegenüber.“
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Der lebendige Spiegel
I DIE ERSTE SPIEGEL-EBENE: DER KREATIVE
Wie wir uns kreativ an ein neues Selbstbild gewöhnen
"Das ist mein kraftvolles Gehirn!"
"Du projizierst gerade!"
Die Essenz des ersten Kapitels
II DIE ZWEITE SPIEGEL-EBENE: DER VERWUNDETE
Wie wir optimal im Fluss bleiben
"Lebe ich Verantwortungsabgabe oder Spiegel-Bewusstsein?"
Wie wir eigenverantwortlich mit Verletzungen umgehen
Verletzungen sind oft emotionale Phantomschmerzen
Wie wir emotionale Phantomschmerzen auflösen
Wie wir erfolgreich Projektionen weiterentwickeln
"Das ist dein Problem!"
Die Essenz des zweiten Kapitels
III DIE DRITTE SPIEGEL-EBENE: DER FORSCHER
Der einzige Maßstab: unser Stimmigkeitsgefühl
Unser Universum besteht aus Kräften / Wünschen
"Alles ist DAS WÜNSCHENDE"
Unsere Wünsche sind effektive Veränderungsregler
So funktionieren wir
Wo wirken welche Wünsche?
Die große Falle: Schuldzuweisung
Wie wir Schuldzuweisungen auflösen
Die Essenz des dritten Kapitels
IV DIE VIERTE SPIEGEL-EBENE: VERBUNDENHEIT
Spukhafte Fernwirkungen überall
Wir können die Verbundenheit nicht direkt wahrnehmen
Unser Umfeld beeinflusst unsere Wünsche
Wie wir Rückschlüsse auf unser Umfeld ziehen können
Wer beeinflusst eigentlich wen?
Die Essenz des vierten Kapitels
V UNSER SPIEL MIT DEM LEBENDIGEN SPIEGEL
Ich fühle mich wie ein "weises freies Kind"
Wie wir unser Umfeld optimal als Spiegel für uns selbst nutzen
Was hilft "wirk" lich?
Aus unserer Beobachtung des Umfeldes stellen wir Vermutungen über uns selbst an
DIE VIER SZENEN
Herzzerreißendes Weinen als höchst effektives Lösungswerkzeug
Wie wir Autoren uns gegenseitig beim Spiegeln helfen
Die Regeln des Freien Aufstellens auf den Alltag übertragen
Ein Unterscheidungs-Spiel zur Verfeinerung unserer Realitätsabbildung im Gehirn
"Augen auf!" – Befreie dein Stimmigkeitsgefühl!
Wie lernen und wachsen wir mit Freude?
Wie wir unsere Problemtrancen nachhaltig auflösen – ein erlösender Überblick
Dank
Über die Autoren
Verzeichnis der Spiele und Empfehlungen
Literaturverzeichnis
Der lebendige Spiegel
Liebe Leserinnen und Leser,
vielleicht wird Ihnen auffallen, dass wir Autoren in diesem Ratgeber privat und persönlich schreiben – auch wenn wir öfter "abstrakte" Gedankengänge haben oder manche Erkenntnisse von Wissenschaftlern ansprechen. Vielleicht haben Sie sogar das Gefühl, dass wir Ihnen einen langen persönlichen Brief schicken. Dann liegt das daran, dass wir uns genau das auch vornehmen. Wir wollen so tun, als ob wir einen ganz persönlichen Brief an Sie schreiben.
Je intensiver wir uns mit den Themen "Spiegel" und "Resonanz" befasst haben, desto deutlicher haben wir wahrgenommen: Wir fühlen uns nur authentisch, wenn wir persönlich (= subjektiv) von uns selbst berichten. Wir können und wollen uns nicht hinter einer Objektivität eines Fachbuches verstecken, die eigentlich gar nicht möglich ist.
Denn – was sehen wir, wenn wir direkt in einen Spiegel schauen? Uns selbst. Wenn wir also über diesen Spiegel und seinen Inhalt berichten, reden wir über das, was wir darin entdeckt haben: uns selbst.
Betrachten Sie unseren langen Brief bitte aus zwei Perspektiven:
1. Er spiegelt ausschließlich unsere persönliche, subjektive Realität wider.
2. Er könnte Ihnen selbst als „Spiegel“ dienen. Wie stellen Sie unsere Realität in sich selbst dar und wie reagieren Sie darauf? Wie gehen Sie damit um?
Wir wollen schon gleich zu Beginn tief in das geheimnisvolle Phänomen der Spiegelung eintauchen: Was ist ein Spiegel und wofür können wir ihn einsetzen?
Stehen wir vor einem Spiegel und schauen direkt hinein, dann reflektiert der Spiegel Teile von uns selbst. Wenn wir lächeln, dann blickt unser Spiegelbild genauso lächelnd zurück. Machen wir einen grimmigen Gesichtsausdruck, dann sehen wir auch ein grimmiges Spiegelbild. Wenn wir unserem Spiegelbild liebevoll in die Augen schauen, dann beobachten wir, wie unser Spiegelbild uns liebevoll in die Augen schaut.
Wir beeinflussen als Beobachter das, was wir beobachten. Deswegen können wir das, was wir beobachten, oft auch positiv beeinflussen.
Inzwischen ist uns das Beeinflussen unseres Spiegelbildes so selbstverständlich geworden, dass wir darüber nicht mehr erstaunt sind. Bei jungen Katzen oder Hunden oder auch kleinen Kindern, die zum ersten Mal in einen Spiegel schauen, können wir die Faszination des "Spiegel-Spiels" noch entdecken. Wir Spiegel-Erfahrene nutzen unser Spiegelbild inzwischen, um uns erfolgreich zu schminken oder zu rasieren oder Ähnliches. Wir schauen unser Gesicht oder unseren Körper genauer an, um eventuell Dinge an uns zu entdecken, die wir noch zum Besseren verändern wollen. Ohne Spiegelbild könnten wir diese Dinge nicht sehen und daher auch nicht gezielt verändern. Spiegel sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir brauchen sie.
Allerdings gibt es nicht nur glatte Spiegel, die wir im Kaufhaus erhalten. Es gibt auch "lebendige Spiegel" um uns herum, mit deren Hilfe wir unseren persönlichen Entwicklungsprozess intensivieren und beschleunigen können.
Viele Autoren von Lebenshilferatgebern schreiben darüber, dass die Menschen um uns herum einen Spiegel für uns darstellen. Sie schreiben, dass sich unser lebendiges Umfeld mit uns in Resonanz befindet und wir es direkt oder indirekt beeinflussen. Im wissenschaftlichen Bereich wird in der Quantenphysik schon lange darüber gesprochen, dass der Beobachter das Beobachtete beeinflusst. Dementsprechend spiegelt sich in einem Forschungsergebnis auch mehr oder weniger die Haltung des beobachtenden Wissenschaftlers wider. Jede Wissenschaft ist subjektiv geprägt.
Die Frage ist: Wie können wir so einen lebendigen Spiegel in der Partnerschaft oder im Alltag als wunderbares Potenzial erkennen und erfolgreich für uns selbst einsetzen?.
(ab S. 37:)
. Ein Mensch wird nie endgültig entscheiden können, wie nahe er mit seiner subjektiven Realität an die wirkliche äußere Realität herankommt, also ob sie falsch oder richtig ist. Es gibt keinen "objektiven Maßstab", der den Grad der Übereinstimmung wird bestimmen können. Der U-Boot-Kapitän schaut nicht durch ein Fenster nach draußen, sondern muss alles so intelligent wie möglich aus der Anzeige seiner Messinstrumente folgern. Das bedeutet aber auch:
Jede subjektive Realität wird immer nur ein unfertiges Abbild mit blinden Flecken bleiben. Daher kann niemand sein Umfeld perfekt verstehen. Man erreicht lediglich "Annäherungen". Von einem wirklichen "Verständnis" können wir eigentlich gar nicht mehr reden. Es gibt immer nur "Missverständnisse". Letztendlich geht es beim Wunsch, sein Umfeld so gut wie möglich zu verstehen, darum, das am besten funktionierende Missverständnis zu finden.
"Ich weiß, dass ich nicht weiß." (Sokrates)
Bei diesem Menschenbild müssen wir davon loslassen, jemals einen anderen Menschen oder einen Sachverhalt komplett perfekt wahrnehmen und verstehen zu können. Wir müssen jederzeit unsere blinden Flecken und die Unvollständigkeit und Unschärfe unseres Gehirns mit einberechnen.
Gleichzeitig bietet dieses Menschenbild eine enorm große Chance für uns selbst. Wenn wir "eigentlich" nur unser kraftvolles Gehirn wahrnehmen können, dann bedeutet es, dass wir in Wirklichkeit uns selbst genau wahrnehmen können!
An dieser Stelle kann ich wieder an den Begriff des "Spiegels" erinnern. Was macht ein Spiegel? Er bietet uns eine klare Fläche, in der wir uns selbst genau wahrnehmen können. Er spiegelt uns.
Jetzt kommt der phänomenale allumfassende Schluss, den wir aus dem bisher Beschriebenen ziehen können:
Wenn wir immer nur unser Gehirn wahrnehmen und was es aus den Schwingungen und Feldern in unserem Umfeld macht, was es kraftvoll erschafft, dann können wir das als Spiegel für uns selbst nutzen. So, wie wir unser Umfeld projizieren und bewerten, sind wir selbst. Es ist die Schöpferleistung unseres eigenen Gehirns.
Wir schauen also permanent in den Spiegel!
(ab Seite 41:)
. Je bewusster uns Menschen ist, dass unser Gehirn permanent ein Schöpfer ist und die äußere Welt nur in sich nachbildet, desto mehr erkennen wir: Wir haben die volle Verantwortung für unsere Nachbildung! Wir haben die volle Verantwortung für unser inneres Erleben, für unsere Gedankenkraft und damit auch für unsere Verletzungsgefühle. Wir wissen: Unser Gehirn ist dafür verantwortlich, auf welche Weise es die äußeren Objekte nachbildet. Unser Gehirn gibt den äußeren Objekten eine subjektive Bedeutung (wie schauen wir in den Spiegel und wie gehen wir mit dem, was wir wahrnehmen, um?!). Je klarer wir die eigene Verantwortung erkennen, desto weniger Schuldzuweisungen und Vorwürfe machen wir anderen. Auch unsere Ängste gegenüber anderen Menschen nehmen ab, wenn wir letztendlich merken, dass wir nur vor uns selbst Angst haben, vor den schmerzvollen Konstruktionen unseres Gehirns.
Der bekannte Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut und Philosoph Paul Watzlawik schreibt dazu: "Aus der Idee des Konstruktivismus ergeben sich zwei Konsequenzen: Erstens die Toleranz für die Wirklichkeit anderer – denn dann haben die Wirklichkeiten anderer genauso viel Berechtigung, wie meine eigene. Zweitens ein Gefühl der absoluten Verantwortlichkeit. Denn wenn ich glaube, dass ich meine eigene Wirklichkeit herstelle, bin ich für diese Wirklichkeit verantwortlich."
Im Grunde müssen wir radikal umdenken und wirklich für alles die Verantwortung übernehmen: Dafür, wie unser Gehirn mit den hereinkommenden Signalen umgeht, haben wir selbst die volle Verantwortung. Dafür kann niemand anderes die Verantwortung übernehmen.
(ab Seite 60:)
. Als Kind hatte ich eine Hexe unter meinem Bett vermutet. Ich hatte Angst davor, dass sie mir abends meine Füße festhält, wenn ich ins Bett steige. Deswegen machte ich immer einen großen Sprung. Wir wissen, dass dies die Fantasie eines Kindes war. Wir wissen jetzt aber auch, dass wir heute nichts anderes machen: Unser Gehirn projiziert etwas.
Viele Jahre nach einer Trennung denken Menschen an ihren Ex-Partner und ärgern sich in der Gegenwart immer noch über ihn und sein damaliges Verhalten. Sie denken an ihre Eltern und fühlen immer noch Wut oder Hemmungen oder andere unangenehme Gefühle. Sie denken an längst vergangene Situationen, fühlen aber in der Gegenwart immer noch das gleiche Gefühl in sich auftauchen, das sie auch damals hatten.
Was passiert? Das Gehirn projiziert etwas.
Wir haben mehrere Möglichkeiten, mit den Projektionen unseres Gehirns umzugehen und sie weiterzuentwickeln. Ich erläutere ein paar Möglichkeiten anhand meines Beispiels aus meiner Kindheit:
1. Ich suche danach, welche Fähigkeiten ich entwickeln müsste, um mich erfolgreich vor der Hexe zu schützen. Oder was würde helfen, eine große Macht zu erlangen, so dass die Hexe keine Chance mehr hätte und bei jedem Kampf die Unterlegene sein würde? Und ich wäre permanent der Gewinner!
2. Ich suche danach, auf welche Weise ich diese Hexe vernichten könnte. Wie könnte ich sie töten? Was bräuchte ich für Werkzeuge, damit die Vernichtung auch vollkommen wirkt und die Hexe nie wiederkommt? Dann würde ich mich endlich frei und unabhängig fühlen.
3. Ich suche danach, wie ich mich mit der Hexe versöhnen könnte. Welche Rituale bräuchte ich? Sollte ich die Wünsche der Hexe integrieren? Oder sie einfach so achten, wie sie ist? Will sie vielleicht nur gewürdigt werden? Vielleicht genügt eine Verneigung vor ihr – und dann können wir uns friedlich die Hand reichen und sie respektiert auch meinen Wunsch, dass ich in Ruhe in mein Bett steigen darf.
4. Ich probiere aus, wie es ist, wenn ich allem zustimme, was die Hexe vorhat. Wenn ich sie bedingungslos liebe. Alles, was sie plant und mir antun würde, darf dazugehören und ich halte es aus und trage es mit. Aus allem kann ich lernen. Es dient für meinen Wachstumsprozess. Alles hat seinen Sinn.
5. Oder ich schaue einfach unter das Bett und entdecke, dass die Hexe gar nicht existiert. Sie war „nur“ eine Projektionsleistung meines Gehirns. Und wenn ich hinterher doch noch einmal Angst bekomme, sage ich mir: "Das ist mein kraftvolles Gehirn!"
6. Allerdings könnte sich in meiner Fantasie während der Versöhnung (siehe Möglichkeit 3) die Hexe auch in eine liebevolle und verständnisvolle Fee verwandelt haben, bei der ich mich endlich so geborgen fühle, wie ich es noch nie fühlen durfte. Dann schaue ich lieber nicht unter das Bett, sondern stelle mir weiter vor, dass da eine Fee unter meinem Bett liegt und mir Geborgenheit, Verbundenheit und Nähe vermittelt. Falls ich entdecken müsste, dass es sie gar nicht gibt, würde ich ein tiefes Verbundenheitsgefühl verlieren – und das tut weh. Ich wäre plötzlich ganz alleine. Da projiziere ich doch lieber weiter eine liebe Fee unter mein Bett, anstatt mich mit der harten Realität zu konfrontieren.
Ich löste damals mein Problem mit Hilfe der Möglichkeit Nr. 5 und finde, sie lässt sich gut auf viele andere Situationen übertragen. In jedem Moment, in dem ich ein Problem fühle, habe ich die Wahl, "unter das Bett zu schauen" und mich zu fragen:
"Sind meine Bilder und Gefühle jetzt gerade angemessen? Durch welche Aktion/Frage kann ich die gegenwärtige Situation erforschen und noch genauer kennenlernen? Wie ist die Situation jetzt gerade in Wirklichkeit?"




