Janda | Die Praxis des Designs | Buch | 978-3-8376-4413-5 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 8, 302 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm, Gewicht: 471 g

Reihe: Technik - Körper - Gesellschaft

Janda

Die Praxis des Designs

Zur Soziologie arrangierter Ungewissheiten
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-8376-4413-5
Verlag: transcript

Zur Soziologie arrangierter Ungewissheiten

Buch, Deutsch, Band 8, 302 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm, Gewicht: 471 g

Reihe: Technik - Körper - Gesellschaft

ISBN: 978-3-8376-4413-5
Verlag: transcript


1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Obschon dem Besonderen, dem Schönen und vor allem dem Neuen eine wachsende Bedeutung in unserer Gesellschaft zukommt, existieren bisher nur wenige und oft sehr punktuelle Analysen von Designprozessen. Mit diesem Buch liegt eine Untersuchung vor, die jede Phase eines modernen Designprozesses im Detail beschreibt, untersucht und theoretisiert. Die gründliche Arbeit mit dem Fall und die systematische Theoretisierung erlauben es, einen soziologischen Begriff designerischen Handelns zu formulieren. In diesem Sinne ist das Buch ein Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Erwartungen gegenüber dem Design.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Wer Neuem eine Gestalt gibt, der muss zuallererst das Bestehende in Frage stellen, zerstören, dekonstruieren. Gewohnheiten, Wissen und Praktiken können nur dann erneuert und verbessert werden, wenn die ›normalen‹ Praktiken und Erwartungen dekonstruiert werden – zunächst durch die Designerinnen, viel später auch durch die Nutzer. Die von Schumpeter beschriebene schöpferische Zerstörung ist deshalb auszuweiten; Dekonstruktion ist nicht nur eine Folge von Innovation, sondern ebenso eine Vorrausetzung für die Schöpfung. Die frühen Momente der Dekonstruktion wurden in der bisherigen Diskussion kaum untersucht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Design und mit dem Design verbundene Innovation lässt sich nur sehr begrenzt steuern. Dennoch sehen wir vertrackte gesellschaftliche Probleme wie den Klimawandel, die Alterung der Gesellschaft u.v.m. als unvermittelt gestaltbare Probleme an. Dies ist aus zwei Gründen ein Irrglaube: Erstens kann man kreative Prozesse zwar systematisch anstoßen, von welcher Qualität ihre Ergebnisse sind lässt sich jedoch nicht planen oder managen. Die nicht intendierten Folgen des Handelns sind gerade im Design weitreichend. Zweitens wagen wir oftmals nicht die Dekonstruktion unserer sozialen, technischen und wissenschaftlichen Realität, die jedoch für das Neue unabdingbar wäre. Ohne den irreversiblen Sprung ins Ungewisse fehlt der Gestaltung jedoch ihr wichtigster Rohstoff.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Elon Musk und mit Mies van der Rohe. Ihnen würde ich vorwerfen, dass sie auf jeweils eigenwillige Art und Weise das Wichtigste bzw. Schönste von Technik und Architektur ausblenden. Musk vergisst, dass auch avancierte Technik ihren Nutzen erst im alltäglichen Gebrauch durch ihre Nutzer bekommt. Technik ist kein Selbstzweck. Ebenso braucht auch die Architektur des Bauhaus einen Betrachter, einen Bewohner und einen Bewunderer, ihre Schönheit entsteht erst in der Betrachtung. Beiden Innovatoren würde ich vorwerfen, ein verkorkstes Verhältnis zu den Menschen ihrer Gestaltungsobjekte zu unterhalten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Design muss die gewohnte Normalität unseres technisierten Handelns in Frage stellen, die so produzierte Ungewissheit ist die zentrale Ressource, aus der das Design dem Neuen diskursiv, visuell und materiell eine Form gibt.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Janda, Valentin
Valentin Janda (Dr. phil.) forscht bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Er promovierte bei Werner Rammert und Ignacio Farias an der Technischen Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Design, Kreativität, digitalisierte Arbeit sowie Fragen der Usability und Interaktion mit Technik.

Valentin Janda (Dr. phil.) forscht bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Er promovierte bei Werner Rammert und Ignacio Farias an der Technischen Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Design, Kreativität, digitalisierte Arbeit sowie Fragen der Usability und Interaktion mit Technik.



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