Jones, Julia
Julia Jones, geboren 1954 in Woodbridge, Suffolk, ist eine britische Autorin, Lektorin, Verlegerin und Aktivistin im Bereich der Demenzpflege. Einen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie an Bord der hölzernen Segelyacht Peter Duck, die zuvor dem Kinderbuchautor Arthur Ransome gehört hatte. Diese frühe Nähe zu Literatur und Seefahrt prägte ihre spätere Arbeit. Sie studierte Englische Literatur an der University of Bristol.
Nach dem Studium eröffnete Jones in Ingatestone (Essex) eine Buchhandlung, aus der sich ein kleiner Verlag entwickelte. Unter dem Imprint Sarsen veröffentlichte sie eigene Bücher sowie Wiederauflagen und Editionen historischer Texte. In diesem Zusammenhang entstand auch ihre intensive Beschäftigung mit der Schriftstellerfamilie Allingham. Ihre Recherchen führten 1991 zu einer Biografie der Krimiautorin Margery Allingham. Unter dem Namen Julia Thorogood legte sie später auch eine wissenschaftliche Arbeit über Herbert Allingham vor, auf der ihr Promotionsabschluss basiert.
Ab den 2000er Jahren veröffentlichte Jones verstärkt eigene erzählerische Werke. Besonders bekannt wurde sie durch die Reihe Strong Winds, eine Serie von Segelromanen für junge Leserinnen und Leser, die sich in Ton und Struktur an der klassischen britischen Abenteuerliteratur orientieren. Die Bücher verbinden nautische Genauigkeit mit zeitgemäßer Figurenzeichnung und gelten als bewusste Wiederbelebung eines literarischen Genres, das lange vernachlässigt wurde. Daneben schrieb sie Sachbücher zur maritimen Geschichte, autobiografische Texte und Essays sowie kommentierte Neuausgaben historischer Werke.
Sie setzt sich gezielt dafür ein, Bücher von Seglerinnen herauszugeben und sichtbar zu machen, um deren Perspektiven in der maritimen Literatur stärker zu verankern.
Parallel zu ihrer literarischen Arbeit engagiert sich Julia Jones seit vielen Jahren im Bereich der Demenzpflege. Sie ist Mitbegründerin von John’s Campaign, einer Initiative, die sich für das Recht von Menschen mit Demenz einsetzt, von vertrauten Angehörigen begleitet zu werden, auch im Krankenhaus. Dieses Engagement ist eng mit persönlichen Erfahrungen verbunden und hat ihr in Großbritannien breite Anerkennung eingebracht. 2023 wurde sie dafür mit der British Empire Medal ausgezeichnet.
Julia Jones lebt und arbeitet in England. Sie ist weiterhin als Autorin, Herausgeberin und Publizistin tätig und schreibt regelmäßig zu maritimen Themen in Yachting Monthly, sowie zu Fragen der Pflege und des Alterns.
Müller, Gerd-Gustl
Gerd-Gustl Müller, geboren 1948 in Lüdenscheid, probierte sich nach der Schule in verschiedenen Jobs aus, vom Kraftfahrer bis zum Versicherungsvertreter. In den Siebzigern zog es ihn nach Berlin, wo er in der Jugendarbeit aktiv war und seine ersten beiden Bücher schrieb: Zoff (Basis Verlag) und Der Job (Weissmann Verlag, später bei Ravensburger neu aufgelegt). Der Job landete auf der Auswahlliste für den Deutschen Jugendbuchpreis. Im selben Jahr erhielt Gerd auf der Frankfurter Buchmesse das „Hungertuch für einen unbekannten Autor“ – eine Auszeichnung, auf die er, immer noch völlig unbekannt, bis heute stolz ist.
Danach hielt es Gerd nicht lange in Deutschland. Fast sein ganzes weiteres Leben verbrachte er im Ausland, erst in England, dann in Frankreich. Fünfzehn Jahre lang drehte sich alles ums Segeln: Boote bauen, Yachten verkaufen, Schiffe bis 60 Fuß ins Mittelmeer und nach Madeira überführen, zwei Jahre lang Mitseglertörns auf seinem Stahlkahn die Biskaya rauf und runter. Aber irgendwann muss man erwachsen werden.
Nach einem kurzen Abstecher zum Sprachenstudium an der Uni Nantes verschlug es ihn für Jahrzehnte beruflich nach Osteuropa, wo er in Kroatien und Ungarn in der IT arbeitete.
Jetzt im Ruhestand, widmet sich Gerd wieder voll und ganz dem Segeln und Schreiben. Er lebt auf seinem kleinen Boot, schreibt Segelgeschichten, und schmiedet Pläne, dem nächsten Winter Richtung Süden zu entkommen.