Buch, Deutsch, 430 Seiten, Format (B × H): 138 mm x 208 mm, Gewicht: 620 g
Buch, Deutsch, 430 Seiten, Format (B × H): 138 mm x 208 mm, Gewicht: 620 g
ISBN: 978-3-96639-119-1
Verlag: Secession Verlag
Dona Alberti sitzt im Rollstuhl, kann ihre Hände kaum noch benutzen und erzählt einem
Aufnahmegerät aus ihrem Leben im Hotel Paraíso, einem Altenheim, wo sie aus freien Stücken
lebt, seit ein banaler Unfall sie ihrer Selbständigkeit beraubt hat. Das sind die Koordinaten
von Lídia Jorges jüngstem und vielleicht persönlichstem Roman.
Die alte Dame erzählt von ihrem Alltag, den Auseinandersetzungen und Freundschaften mit
jungen Pflegerinnen und anderen Mitbewohnern, ihrer heimlichen Liebe zu einem Mann, der
kurz darauf stirbt, ihre nächtlichen Kämpfe mit einem Alter Ego, das ihr schwindendes Wissen
herausfordert.
Immer wieder kreisen ihre Gefühle um die schwierige Liebe zur Tochter, einer Schriftstellerin,
der sie vorwirft, nur deshalb nicht reich und berühmt zu sein, weil sie vom Elend Namenloser
erzählt, anstatt endlich Taten berühmter Menschen zu beschreiben. Der Generationskonflikt
mit autobiographischen Zügen wird zum Verhandlungsort einer sozial fundierten
Poetik.
Der Roman wirft ein kritisches Licht auf unsere Gegenwart, vermeidet aber frontale Angriffe
und stellt uns stattdessen geschickt vor grundsätzliche Fragen: Was ist Wissen in einer Zeit
der totalen Verfügbarkeit von Information? Was zählt wirklich im Leben angesichts der Tatsache,
dass wir alle dem Tod entgegengehen? Welche Funktion hat das geschriebene Wort
in diesem Zusammenhang? Wer sich mit der Autorin auf die Suche nach Antworten begibt,
gerät in einen subtil entfalteten Erzählstrom, der uns geschickt auch dort zu tragen vermag,
wo wir den Wirklichkeiten des Lebens die Hand reichen müssen.
Zielgruppe
Leser, die eine klare, genaue Erzählung lieben und den Sog guter Erzählungen mögen.
Leser, die sich für Genauigkeit interessieren, für das Miteinander von Menschen.
Leser, die sich mit der Frage auseinandersetzen wollen, wie unsere Beziehungen zu unseren Eltern sind, zu den Menschen, die wir lieben, zu uns selbst, und wie die Tatsache, dass wir alle sterben müssen, uns prägt, ob wir es wollen oder nicht.




