Buch, Deutsch, 368 Seiten, Format (B × H): 135 mm x 205 mm
Wie ARD & Co. durch Mobbing, Korruption und Desinformation unsere Verfassung mit Füßen treten
Buch, Deutsch, 368 Seiten, Format (B × H): 135 mm x 205 mm
ISBN: 978-3-907606-03-2
Verlag: Rubikon-Verlag GmbH
Mehr als zwei Drittel der Deutschen haben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ihr Vertrauen entzogen. Sie wissen, warum. Denn wenn Thomas Gottschalk ähnliche Probleme anspricht wie Ken Jebsen, Günther Jauch wie Eva Herman und Dieter Nuhr wie Peter Hahne, dann geht es längst nicht mehr um bedauerliche Pannen, Ausrutscher und Einzelfälle. Dann geht es um ein mit Beitragsmilliarden finanziertes politisches System, das seinen Verfassungsauftrag längst ins Gegenteil verkehrt hat: Statt Demokratie vorzuleben, zu ermöglichen und zu schützen, untergräbt, bekämpft und beschädigt es sie. Statt in unserem Namen die Mächtigen zu kontrollieren, kontrolliert es in deren Namen uns.
Michael Jung dokumentiert mehr als 300 konkrete, teils erschreckende Fälle von Manipulation, Täuschung, Machtmissbrauch und Kontrollversagen aus über einem Jahrzehnt. Und macht endlich für jedermann verständlich, wie dieses System funktioniert. Sein Befund ist vernichtend: Dieser Rundfunk ist nicht mehr zu retten. Er gehört abgeschafft und neu gedacht.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. Konformität
„Wer in diesem synthetisierten Biotop beruflich weiterkommen wollte, schaffte das meinen Beobachtungen zufolge selten durch Können und Leistung, sondern meist durch Beziehungen und weitgehende Anpassung. Die berühmte Konformität war also der Schlüssel.“
2. Redaktionelle Eingriffe
„Wenn recherchierte Sachlagen innerhalb einer Redaktion verändert oder entfernt werden können und derjenige, der dafür journalistisch einstehen soll, darauf keinen maßgeblichen Einfluss mehr hat, wird aus internem Machtgehabe ein publizistisches Problem. Dann stellt sich nicht mehr nur die Frage einer ungesunden Arbeitsatmosphäre, sondern auch die nach den Bedingungen, unter denen verlässliche Berichterstattung überhaupt entstehen kann.“
3. Das Ausmaß der Recherche
„Und mit jedem weiteren Schlagwort, jedem weiteren Link und jedem weiteren Hinweis, den ich eher zufällig entdeckte, tat sich eine neue Tür auf. Hinter jeder wartete eine andere Geschichte, und von Klick zu Klick wurde ich immer sprachloser. (…) Aber dieses gewaltige Sammelsurium, das sich mir jetzt auftat, erschien mir nahezu absurd: skurrile Vorgänge, groteske Fehlentscheidungen, hartnäckige Probleme, unhaltbare Zustände, komplizierte Affären, handfeste Skandale, schablonenhafte Abwehrstrategien und immer wieder auch erschütternde Tragödien und Schicksale.“
4. Kein „Einzelfall“
„Doch je mehr ich recherchierte, desto deutlicher wurde: Ich war kein ‚Einzelfall‘. Keiner meiner oftmals unfassbaren beruflichen Schockmomente war ein „Einzelfall“. Und auch meine in gleicher Weise abgefertigten Kollegen im Sender waren keine ‚Einzelfälle‘ – fünfzehn von rund sechzig Mitarbeitern waren dort im Laufe der Zeit nach eigener Auskunft in vergleichbar tragische Situationen geraten wie ich, jeweils unterschiedlich intensiv, dauerhaft und umfangreich. (…) Und jetzt lag es auf der Hand: Was wir erfahren und mitangesehen hatten, das hatte wahrlich System. Und zwar nicht nur in unserem Sender. Und nicht nur in unserer Anstalt. Damit wurde nach teilweise frappierend übereinstimmenden Berichten hunderter weiterer Zeitzeugen ein richtiggehender Flächenbrand sichtbar, der sich über viele Jahre hinweg ausgebreitet hatte – in beinahe allen Sendern, Bereichen und Anstalten.“
5. Charakteristische Muster
„Gerade auch die scheinbar unscheinbaren Vorfälle, die man für sich genommen vielleicht noch als Lappalien abtun könnte, entfalten in ihrer Summe eine erschreckende Aussagekraft – sie zeigen, dass es sich eben nicht um Zufälle und Ausnahmen handelt, sondern um charakteristische Muster, die sich weit über vereinzelte Abläufe in Redaktionsräumen und Sendestudios hinaus auswirken. Welche Tragweite das haben kann, zeigt sich etwa daran, welche Journalisten sich dauerhaft durchsetzen, welche Themen aufgegriffen, welche Perspektiven zugelassen und welche Informationen schließlich an ein Millionenpublikum weitergegeben werden.“
6. Angst
„Die große Mehrheit derjenigen, die sich diesem Schieflaufen entgegenstellen und die Weichenstellung ändern könnten, ist durch Angst gelähmt: Kritische Mitarbeiter, die ihre freie Meinung zurückhalten, weil sie finanziell vom Arbeitgeber und ihren Vorgesetzten abhängig sind. (…) Immer wieder steht auch die Angst im Weg, Wahrheiten sichtbar zu machen – Wahrheiten, die diese Menschen selbst aus der Komfortzone bringen und das System, in dem sie sich bewegen, in der vorhandenen Form infrage stellen könnten.“
7. Jene Stimmen, die sich nicht beugen wollten
„Und es gab sie, wie diese Chronik nachweist, überall – jene Stimmen, die sich nicht beugen wollten. (…) Kollegen, die an das glaubten, was Journalismus einmal bedeutete: hinterfragen, prüfen, aufklären, ‚sagen, was ist‘. Sie brachen das Schweigen, nannten unbequeme Wahrheiten beim Namen, zweifelten fragwürdige Erzählungen an, widersprachen dort, wo Anpassung leichter gewesen wäre, rangen um Gehör und Gerechtigkeit – wo andere sich wegduckten. Manche verloren darüber medienwirksam ihre Sendungen, ihre Posten, ihre berufliche Heimat. Andere verschwanden geräuschlos, ohne dass jemals wieder irgendeiner nach ihnen fragte.“
8. Warum kaum jemand davon erfährt
„Nicht trotz der Affären und Paukenschläge bleibt das Vertrauen hoch – sondern weil kaum jemand davon erfährt. Deshalb konnten wiederkehrende Muster und Zusammenhänge über Jahre und Jahrzehnte hinweg unerkannt und unangetastet bleiben.“




