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Buch, Deutsch, Band 38, 648 Seiten, GB, Format (B × H): 175 mm x 250 mm
Reihe: Schriften des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte an der Kirchlichen Hochschule Bethel
Studien zum Alltag in den v.Bodelschwinghschen Anstalten Bethel 1924 bis 1949
Buch, Deutsch, Band 38, 648 Seiten, GB, Format (B × H): 175 mm x 250 mm
Reihe: Schriften des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte an der Kirchlichen Hochschule Bethel
ISBN: 978-3-7395-1566-3
Verlag: Aschendorff
Seit Ende der 1920er Jahre waren die v. Bodelschwinghschen Anstalten die größte diakonische Einrichtung Deutschlands. Das Buch bietet eine Alltagsgeschichte eines „Großbetriebs der Barmherzigkeit“, in dem Menschen mit Epilepsie und psychischen Behinderungen versorgt wurden. Die Patientenakten von 1924 bis 1949 werden quantitativ analysiert; Sachakten werden qualitativ ausgewertet. Dargestellt wird die Versorgung, Pflege und medizinische Behandlung der in Bethel untergebrachten Menschen, die Hinwendung der Anstaltsvertreter zum Nationalsozialismus, die Beteiligung an Zwangssterilisationen, die Abwehrversuche gegen die „Euthanasie“, die erhöhte Sterblichkeit im Krieg und in der Nachkriegszeit sowie der Umgang mit NS-Tätern.
Ein „Großbetrieb der Barmherzigkeit“ wollten die v. Bodelschwinghschen Anstalten nie sein. Doch hatten sie sich bis Ende der 1920er Jahre angesichts von Prozessen der Medizinalisierung und Professionalisierung dazu entwickelt. Das vorliegende Buch stellt eine Alltagsgeschichte der größten privaten Anstalt Deutschlands dar. In der Einrichtung wurden Menschen mit Epilepsie, mit Behinderungen und psychisch versorgt. Die Studien beruhen erstmals auf der Basis einer inhaltlichen wie quantitativen Analyse der in Bethel vorhandenen Patientenakten der Aufnahmen der Jahre 1924 bis 1949. Zudem wurden Sachakten aus dem Hauptarchiv Bethel von der Zeit der Weimarer Republik bis zur Bundesrepublik umfangreich ausgewertet. Sie behandeln Themen wie die Versorgung, Pflege und medizinische Behandlung der in Bethel untergebrachten Menschen, die Hinwendung der Anstaltsvertreter zum Nationalsozialismus, die Beteiligung an Zwangssterilisationen, die Abwehrversuche gegen die „Euthanasie“ und die erhöhte Sterblichkeit im Krieg und in der Nachkriegszeit sowie den Umgang mit NS-Tätern.
Zielgruppe
1. Diakoniehistoriker
2. Kirchenhistoriker
3. Medizinhistoriker
4. NS-Forscher
5. Archive
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Christentum, Christliche Theologie Christliche Kirchen, Konfessionen, Denominationen Protestantismus, evangelische und protestantische Kirchen Lutherische Kirchen
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizin, Gesundheitswesen Geschichte der Medizin
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Geschichtliche Themen Geschichte: Seuchen, Krankheiten
Weitere Infos & Material
Vorwort und Danksagung
1. Einleitung (Uwe Kaminsky, Marion Hulverscheidt, Jelena Haskenhoff und Maximilian Schell
2. Gründung und Entwicklung der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel und der Provinzialheilanstalt Gütersloh
2.1 Von der Fürsorge für Menschen mit Epilepsie zur diakonischen Komplexeinrichtung
2.2 Die v. Bodelschwinghschen Anstalten als „Großbetrieb der Barmherzigkeit“ und die Provinzialheilanstalt Gütersloh
2.3 Das Profil der Anstalten Bethel, Sarepta und Gütersloh – erste Annäherungen
3. Psychiatrische Fürsorge, Therapie und Arbeit in den 1920er Jahren
3.1 Das psychiatrische Versorgungssystem in Westfalen und die Rolle der v. Bodelschwinghschen Anstalten
3.2 Therapeutische Möglichkeiten (Marion Hulverscheidt)
3.3 Arbeit und Beschäftigung
4. Wohlfahrtsstaatskrise, Eugenik und Nationalsozialismus
4.1 Sparen und Verwahren – Bethel und die Patienten der Provinzialverwaltungen
4.2 Bethel, der Nationalsozialismus und die Teilnahme am Eugenischen Ausschuss / Ständigen Ausschuss für Rassenhygiene und Rassenpflege 1931 bis 1938
4.3 Zwangssterilisation in Bethel
4.4 Behandlung von Menschen in der Psychiatrie (Marion Hulverscheidt)
5. NS-„Euthanasie“, Hunger und Sterben im Zweiten Weltkrieg
5.1 Bethel und der Zweite Weltkrieg
5.2 Die NS-„Euthanasie“ und Bethel in der Phase der „Aktion T4“
5.3 Hunger und Versorgung (Jelena Haskenhoff)
5.4 Sterben in der Anstalt (Marion Hulverscheidt)
6. Nachkriegsnot, Versorgungskrise und Schwangerschaftsabbruch
6.1 Bethel und die Nachkriegsnöte
6.2 Die Versorgungskrise in der direkten Nachkriegszeit von 1945 bis 1947 (Jelena Haskenhoff)
6.2.1 Die britische Besatzungspolitik
6.2.2 Die Situation in der Landwirtschaft
6.2.3 Die Ernährungskrise in Nordrhein-Westfalen und in der Stadt Bielefeld
6.2.4 Die Landwirtschaft der Anstalt Bethel in der Ernährungskrise
6.2.5 Die Lebensmittelrationen für die Patienten
6.2.6 Auswirkungen der Ernährungslage auf die Patienten
6.2.7 Fazit
6.3 Schwangerschaftsabbrüche nach Vergewaltigung – psychiatrische Begutachtungen 1945 bis 1947 (Jelena Haskenhoff)
6.4 Medizinische Interventionen und Innovationen – Haus Mara (Marion Hulverscheidt)
7. „Wie konnte er das?“ – der Umgang mit der NS-„Euthanasie“ in Bethel
8. Fazit: Patienten im „Großbetrieb der Barmherzigkeit“
Quellen- und Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Personen- und Institutionenregister




