Karren / Rößler / Simonides | Hiobs Vermächtnis | Buch | 978-3-96587-097-0 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Polish, 200 Seiten

Karren / Rößler / Simonides

Hiobs Vermächtnis

Gedichte (polnisch-deutsch) und autobiographische Prosa
Erscheinungsjahr 2026
ISBN: 978-3-96587-097-0
Verlag: Arco Verlag GmbH

Gedichte (polnisch-deutsch) und autobiographische Prosa

Buch, Deutsch, Polish, 200 Seiten

ISBN: 978-3-96587-097-0
Verlag: Arco Verlag GmbH


Tamara Karren ist selbst in Polen bis heute fast unbekannt geblieben, und diese
vollständige zweisprachige deutsche Erstausgabe ihrer Lyrik sowie ihrer
Fluchtgeschichte im Zweiten Weltkrieg folgt verschlungenen Pfaden: 1983 erst hatte
Karren mit einem ersten Gedicht– »Hiob 1983« – als polnische Lyrikerin debütiert. Der
beeindruckte Karl Dedecius nahm es in seine Anthologie Ein Jahrhundert geht
zu Ende auf. Gert Westphal rezitierte es auf einer Schallplatte – Hans-Joachim
Berendts »Der Walzer vom Weltende. Jazz und Lyrik aus Polen«. Diese wurde
für Tobias Rößler und Gregor Simonides zum Anstoß, Lebensumstände und
Werk der jüdischen Dichterin aus der Versenkung hervorzuholen: So stießen sie
auf ihre Verbindung mit dem namhaften polnischen Dichter Roman Brandstaetter
(1906–1987), die – von diesem jahrzehntelang verschwiegen – von Tamara
Karren als Teil der Geschichte der gemeinsamen Flucht unter dem Titel »Das
Tor zum Paradies« erzählt wird: Aus dem besetzten Warschau entkommt sie im
Dezember 1939 nach Wilna (wo sie im Mai 1940 ihren schon damals prominenten
jüdischen Fluchtgefährten heiratet); abenteuerlich erreichen sie über Moskau,
Baku, Teheran, Bagdad und Amman erst 1941 ihr Ziel Jerusalem.
Jedoch ist es Tamara Karrens eigene Stimme als Dichterin, die Beachtung
verdient. Mit ihrer Lyrik, oft mit jüdischen religiösen Motiven, schreibt sich die
Dichterin eindrucksvoll in die literarische Beschäftigung mit der Schoah ein.
Ihr »Hiob« ist ein Überlebender, der 1983 den 40. Jahrestag des Warschauer
Ghetto-Aufstandes zum Anlaß nimmt, seine Klage an Gott zu richten: »Du hast
mir genommen die Stadt meiner glücklichen Kindheit, / Hast sie zu Staub zermalmt.
[...] Du hast mir genommen die Brüder, die Schwestern und ihre Kinder,
/ Die zu Dir aufgestiegen sind als schwarzer Rauch«. Karrens letztes Gedicht
nimmt das Schicksal von Janusz Korczak auf, der seine Waisenkinder aus dem
Warschauer Ghetto in den Tod begleitete. Von diesen Gedichten heben sich ihre
Liebes- und Landschaftsgedichte ab.

Karren / Rößler / Simonides Hiobs Vermächtnis jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Karren, Tamara
Tamara Karren (22. September 1913–12. April 1997), wuchs in Warschau auf, wo sie auch
studierte. Nach ihrer Flucht nach Palästina verbrachte Karren ab 1946 ihr
Leben im Londoner Exil, wo auch ihr schmales Werk erschien: zwei Dramen
– über die Schriftstellerin Gabriela Zapolska, 1977, und eines über Janusz
Korczak (»Kim byl ten czlowiek?« – »Wer war dieser Mensch?«, 1986) – sowie der
Gedichtband »Czarne niebo« (»Schwarze Himmel«, 1986).



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.