Karsten / Thiessen | Normenkonkurrenz in historischer Perspektive | Buch | 978-3-428-14635-2 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 343 Seiten, Format (B × H): 157 mm x 233 mm, Gewicht: 465 g

Karsten / Thiessen

Normenkonkurrenz in historischer Perspektive


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-428-14635-2
Verlag: Duncker & Humblot

Buch, Deutsch, 343 Seiten, Format (B × H): 157 mm x 233 mm, Gewicht: 465 g

ISBN: 978-3-428-14635-2
Verlag: Duncker & Humblot


Normenkonflikte bilden einen ausgesprochen ertragreichen Forschungsgegenstand für Historikerinnen und Historiker, denn sie bieten Einblicke in den Wertehorizont einer Gesellschaft und den Wandel, dem dieser unterliegt. Was in einer Gesellschaft als akzeptabel gilt und was nicht, wird in Konflikten über Handlungsweisen sichtbar, die in dem Band vom späten Mittelalter bis zum Übergang in die Moderne untersucht werden. Dieser Zeitraum ist durch eine besondere Ausprägung von 'Normenkonkurrenz' geprägt. Das bedeutet, dass Individuen sich in Situationen befinden, in denen sie unterschiedlichen, oft vollkommen widersprüchlichen Handlungserwartungen religiöser, sozialer oder gemeinwohlorientierter Provenienz ausgesetzt waren. Die Beitragsautoren des Bandes untersuchen, wie Individuen und Gruppen solche Widersprüche meisterten und diskutieren methodische Herangehensweisen und Theorien zur Beschreibung und Erklärung normativen Wandels und normativer Kontinuitäten.

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Weitere Infos & Material


Arne Karsten / Hillard von Thiessen
Einleitung: Normenkonkurrenz in historischer Perspektive

Religiöse Normen und die 'Welt'

Philip Knäble
Jenseits der Norm? Ambivalente Ansichten zum Tanz in der Kathedrale von Auxerre im Spätmittelalter

Christian Windler
Regelobservanz und Mission. Katholische Ordensgeistliche im Safavidenreich (17. und frühes 18. Jahrhundert)

Florian Schmitz
Normenkonkurrenz oder Normenkongruenz? Dimensionen eines Konzeptes anhand eines Korruptionsfalles von 1534

Soziale Normen und Institutionen

Birgit Emich
Normen an der Kreuzung. Intersektionalität statt Konkurrenz oder: Die unaufhebbare Gleichzeitigkeit von Amt, Stand und Patronage

André Krischer
Förmlichkeit und Geselligkeit im englischen Flottenamt 1663–1666 – konkurrierende Normen? Zugleich ein Beitrag über Organisationsbildung in der Frühen Neuzeit

Niels Grüne
'Leute, welche dieser Stellen […] unwürdig sind?'. Konsistenzerwartungen und Normenassimilation in der Frühen Neuzeit

Der normative Rahmen wirtschaftlichen Handels

Julia Zunckel
Die Kontroverse um die Genueser Wechselmessen im Pontifikat Gregors XV. Wucher, Kredit und Kommerz im Zeichen der Normenkonkurrenz

Moritz Isenmann
Zwischen nationalen Handelsinteressen und universaler Solidarität: Normenkonkurrenz in Antoine de Montchrestiens Traicté de l'oeconomie politique (1615)

Normenkonkurrenz im Übergang zur Moderne

Georg Eckert
'Novus ordo seclorum': Normenkonkurrenz und Konkurrenznormen in der Amerikanischen Revolution

Jens Ivo Engels
Vom vergeblichen Streben nach Eindeutigkeit. Normenkonkurrenz in der europäischen Moderne

Normenkonkurrenz als Konzept historischer Forschung

Hillard von Thiessen
Normenkonkurrenz. Handlungsspielräume, Rollen, normativer Wandel und normative Kontinuität vom späten Mittelalter bis zum Übergang zur Moderne

Quellen- und Literaturverzeichnis, Abbildungsnachweis, Autorenverzeichnis


Arne Karsten studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Göttingen, Rom und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er promovierte dort 2001 und war bis 2009 leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungsprojekts 'REQUIEM – Die römischen Papst- und Kardinalsgrabmäler der Frühen Neuzeit' (www.requiem-projekt.de) am Seminar für Kunstgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit dem WS 2009/2010 ist Arne Karsten Junior-Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Bergischen Universität Wuppertal.

Hillard von Thiessen wurde 2001 in Freiburg mit einer Arbeit zu Kapuzinern in der Konfessionalisierung promoviert. Daraufhin arbeitete er über Diplomatie und Netzwerke in den spanisch-römischen Beziehungen im frühen 17. Jahrhundert und wurde mit einer Arbeit zu diesem Thema 2007 in Bern habilitiert. Anschließend vertrat er den Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität zu Köln, bevor er 2013 auf einen ebenso denominierten Lehrstuhl an die Universität Rostock berufen wurde. Seine Forschungsschwerpunkte sind: frühneuzeitliche Religiosität, die Geschichte der Außenbeziehungen und die Kulturgeschichte von Werten und Normen in der Vormoderne.



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