Kellermann | Der pädagogische Diskurs im Anarchismus | Buch | 978-3-86841-348-9 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 243 Seiten, Format (B × H): 134 mm x 209 mm, Gewicht: 324 g

Kellermann

Der pädagogische Diskurs im Anarchismus

Dokumente: 1869-1907
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-86841-348-9
Verlag: Edition AV, Verlag

Dokumente: 1869-1907

Buch, Deutsch, 243 Seiten, Format (B × H): 134 mm x 209 mm, Gewicht: 324 g

ISBN: 978-3-86841-348-9
Verlag: Edition AV, Verlag


Sollten Kinder ihre Lehrer selbst wählen? Kann man Autoritäten aus der Schule vollständig entfernen? Sollten Kinder erzogen werden? Wenn ja, wie sollten Kinder erzogen werden? Wo sollten sie erzogen werden? Wie verhält sich die Frage der Erziehung zu den Kämpfen gegen Unterdrückung und Ausbeutung? Und noch viele weitere Fragen stellten sich Anarchisten schon lange, in dem Bewusstsein, dass der Weg zu einer herrschaftsfreien Gesellschaft selbstbestimmte Individuen erfordert, die für ihr Recht und das der anderen eintreten, die weder herrschen, noch beherrscht werden wollen! Der Band versammelt Texte aus den Jahren 1869 bis 1907, oftmals Erstübersetzungen ins Deutsche, die sich mit verschiedenen Fragen der Erziehung aus anarchistischer Perspektive beschäftigen.

„Wir vertreten ein großartiges Gesellschaftsideal; das wesentliche Hindernis für seine schnelle Umsetzung liegt in der knechtischen Gesinnung der heutigen Massen und ihrer Angst vor der Freiheit. Lasst uns also eine freie und stolze Generation heranziehen, die jedes Joch und jede äußere Anleitung verachtet: das ist ein schöner und ergiebiger Ansatz zur Propaganda. Denn das Gewicht der Erziehung bei der Entwicklung künftiger Generationen ist gewaltig. In dieser Zeit des allgemeinen Niedergangs, der moralischen Erschlaffung, der umfassenden Banalität ist sie eines der wirksamsten Mittel, um die
Menschheit aus dem Morast zu befreien, in dem sie steckt.“
André Girard (1897)

„Es gibt einen Bereich, der selbst in der freiheitlichsten Gesellschaft ein gewisses Maß an Autorität erfordert, nämlich die Erziehung.“
Charles Malato (1897)

„Keine Schule mehr unter dem willkürlichen Regiment eines Pädagogen, in der die zitternden Schüler sich nach der Freiheit und den Spielen draußen sehnen. Die Kinder werden in ihren Versammlungen vollkommen frei sein: sie werden ihre Spiele und ihre Besprechungen selbst organisieren, ein Büro einrichten, um ihre Arbeiten zu koordinieren, Vermittler bestimmen, um ihre Streitigkeiten zu schlichten, usw. Sie werden sich auf diese Weise an das öffentliche Leben, an Verantwortung, an Gegenseitigkeit gewöhnen. Der Lehrer, den sie aus eigenem Antrieb wählen, um ihnen einen bestimmten Unterricht zu erteilen, wird für sie kein verabscheuter Tyrann sein, sondern ein Freund, dem sie mit Vergnügen zuhören.“
James Guillaume (1876)

„Es geht nicht darum, dem Kind bestimmte gesellschaftliche Vorstellungen einzutrichtern, und im Allgemeinen sollten alle abstrakten Begriffe, die für Kinder unverständlich sind, vermieden werden. […]
Ich persönlich bin völlig gegen die Idee einiger Genossen, die glauben, dass man ein revolutionäres Bewusstsein in den Kindern wecken kann, indem man sie Phrasen rezitieren lässt, die sie nicht verstehen; nichts schwingt in ihren Herzen, sie wiederholen die Worte mit Nachdruck, sie ahmen die Gesten nach, sie nehmen vorgegebene Haltungen ein, mit dem einzigen Ergebnis, dass sie Heuchelei und eine Liebe zur Theatralik entwickeln.“
Léon Clement (1907)

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Kellermann, Philippe
1011994844



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