Buch, Deutsch, Englisch, Band 202, 180 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm
Reihe: Edition Politik
Eine politische Ökologie der Biodiversitätskrise
Buch, Deutsch, Englisch, Band 202, 180 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm
Reihe: Edition Politik
ISBN: 978-3-8376-7747-8
Verlag: Transcript Verlag
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Ich bin bei meiner Feldforschung im ländlichen Sri Lanka auf die dortigen Mensch-Elefant-Konflikte gestoßen. Kleinbäuerliche Haushalte sind Leidtragende von Begegnungen mit Elefanten, die ihre Reisfelder und Gärten verwüsten und Menschen teils tödlich verletzten. In der Folge werden immer mehr Elefanten getötet; das ist lediglich ein Beispiel für die Gefährdung seltener Arten. Die Biodiversitätskrise, das ›sechste Massenaussterben‹, ist eine der größten Umweltkatastrophen unserer Zeit.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Rolle des Staates in der politischen Ökologie des Naturschutzes ist bisher in der Literatur nicht sehr ausführlich beleuchtet worden. Zwar gibt es umwelthistorische Abhandlungen, auf die ich mich auch beziehe. Aber die Rationalität staatlichen Handelns im Naturschutz wird nicht immer gut erklärt. Ich schlage fünf Kategorien vor, nämlich territoriales, biopolitisches, hoheitliches, institutionelles und geopolitisches Staatshandeln, und unterfüttere diese mit zahlreichen Fallbeispielen.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die politische Ökologie als interdisziplinäres Forschungsfeld hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark auf neoliberalen Naturschutz konzentriert: Große internationale NGOs, private Wildreservate, von Konzernen betriebene Schutzgebiete. Das ist fraglos eine bedeutsame Entwicklung, aber der Staat ist immer noch der zentrale Akteur. Er reguliert Territorien und Wildtierpopulationen, setzt Gewalt ein, vernetzt sich mit anderen Akteuren und Staaten. Darum geht es in meinem Buch.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Im Naturschutz gibt es viele Heldenerzählungen: Menschen wie David Attenborough, Jane Goodall, Paul Watson; auch Bernhard Grzimek gehört dazu, der im Buch vorkommt. Was in den Heldenerzählungen selten durchscheint ist die Rolle des Staatsapparats. Ohne den gibt es jedoch keinen großflächigen Naturschutz. Vor diesem Hintergrund wäre wohl ein Gespräch mit der früheren indischen Premierministerin Indira Gandhi (1917-1984) spannend, die den indischen staatlichen Naturschutz geprägt hat.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch bietet eine nuancierte Darstellung von staatlichem Naturschutzhandeln aus Perspektive der politischen Ökologie in verschiedenen Fällen an.




