Kurt | Nach Osten ans Ende der Welt. & America Metaphern. | Buch | 978-3-86638-075-2 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 104 Seiten, Format (B × H): 138 mm x 220 mm, Gewicht: 264 g

Kurt

Nach Osten ans Ende der Welt. & America Metaphern.

Zwei Erzählungen / Essays
Der eine der zwei Erzähl-Text war bereits 2001 / 2002 bei Suhrkamp und Arche publiziert
ISBN: 978-3-86638-075-2
Verlag: Dielmann Axel Verlag

Zwei Erzählungen / Essays

Buch, Deutsch, 104 Seiten, Format (B × H): 138 mm x 220 mm, Gewicht: 264 g

ISBN: 978-3-86638-075-2
Verlag: Dielmann Axel Verlag


Zu seinem 70. Geburtstag im März 2026 erscheinen zwei Bände von Kurt Drawert bei uns; zugleich gibt Kurt Drawert den dritten Band seiner »Edition Darmstädter Textwerkstatt« im Verlag heraus.

Der Prosa-Band ist unter diesen drei Publikationen als Highlight anzusehen:

»Nach Osten ans Ende der Welt.« ist »Eine Eisenbahnreise mit der Transsibirischen Eisenbahn«, wie uns der Untertitel sagt, war 2002 bei Arche und Suhrkamp erschienen, ist aber derweil lange vergriffen. Die zweite Prosa »America Metaphern.« im Band ist während Kurt Drawerts Stipendium in der Villa Aurora, Los Angeles, im Jahr 2021 entstanden – die beiden Texte klammern untergründig die zwei einstigen Blöcke der Weltpolitik, als tertium datur erkennen wir jenseits der Verrücktheiten der einst exklusiven Weltmächte eine europäische Kultur. Und sei es nur im Blick des Erzählers, als der Drawert immer Lebensformen und -verformungen unter der breitesten Perspektive zu fassen versteht.

»Vermutlich gibt es keine Reise der Welt, die erklärungsbedürftiger ist als die, mit einer Eisenbahn fast 10000 Kilometer bis ans Ende von Russland zu fahren und mehr als sieben Tage in einer Kabine von zwei mal zwei Metern hauptsächlich im Bett zu verbringen […] Die Freiwilligkeit in der Verschwendung von Zeit, die reine touristische Lust, eine Strapaze als Urlaub zu buchen, das ist das wenig Fassbare und einem Einheimischen schier Unbegreifliche daran. Wen immer man auf seine Motive hin ansprechen mag, man bringt ihn zum Schweigen«

– welchem Verdikt sich Kurt Drawert sogleich entzieht: Indem er glänzend anekdotisch und analytisch ausgreifend erzählt, was die Festsetzung in der Enge der Kabine bei gleichzeitig weiträumigster Bewegung in anderer Kultur – und nicht weniger auch in der sogenannten »eigenen« – bedeutet.

Seltsam verwandt klingt, was in der ganz anderen, nämlich nordamerikanischen Weite auf den reisenden Menschen wartet. Als führten die Kulturen der großen Entfernungen unter der Vorgabe der unbeeinträchtigten Erreichbarkeit in der östlichen wie westlichen Muster-Kultur zu ganz benachbarten Verfassungen.

Allerdings hat Kurt Drawert seiner amerikanischen Reise-Erzählung – die ebenso wie die transsibirische Reise stets nahe am Essay unterwegs ist – eine andere, knappere Taktung gegeben, stellt damit zugleich das historische russische Schienenross in Vergleich mit der noch weiter als modern geltenden Automobil-Orientierung mit ihren Dinern, Tankstellen, Motels und Highways. – Schauen wir uns also an, wie wir durch unsere Leben fahren.

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Zielgruppe


Reisende, Rußlandfreunde, Amerikafans, Ost-West-Gänger


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kurt, Drawert
Geboren 1956 in Hennigs­-dorf (Brandenburg), lebt seit 1996 in Darmstadt, wo er seit 1998 die Darmstädter Textwerkstatt und seit 2004 das Zentrum für neue Literatur leitet. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Sächsischen Akademie der Künste. Zahlreiche Veröffentlichungen von Prosa, Ly­rik, Dramatik und Essays sowie Herausgaben, Übersetzungen und Kritiken. Zuletzt: „Rückseiten der Herrlichkeit. Texte und Kontexte“, Suhrkamp Verlag, 2001, „Frühjahrs­kollektion. Gedichte“, Suhrkamp Ver­lag, 2002; „Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüß­te. Roman“, Verlag C. H. Beck, 2008; „Idylle, rückwärts. Ge­dichte aus drei Jahrzehnten“, Verlag C. H. Beck, 2011; „Schreiben. Vom Leben der Texte“, Monografie, ­Verlag ­C. H. Beck, 2012; „Was gewesen sein wird. Essays 2004-2014“, Verlag C. H. Beck 2015; „Der Körper meiner Zeit. ­Gedicht“, ­Verlag C. H. Beck 2016; „Spiegel­land. Roman“, Verlag C. H. Beck 2020; „Dresden. Die zweite Zeit. Roman“, Verlag C. H. Beck, 2020; „Die große Ab­wesenheit. Essays, Reden, Figuren der Literatur“, Spector Books, Leipzig 2023; „Alles neigt sich zum Unverständlichen hin. Ge­dicht“, Verlag C. H. Beck, 2024. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Leonce-und-Lena-Preis 1989; Lyrikpreis Meran 1993; Ingeborg-Bachmann-Preis 1993; Uwe-Johnson-Preis 1994; Villa-Massimo-­Stipendium 1995/96; Nikolaus-Lenau-Preis 1996; ­Rainer-Malkowski-­Preis 2008; Werner-Bergengruen-Preis 2013; Robert-­­Gernhardt-Preis 2014; Stipendium der Kulturakademie Tarabya, Istanbul, 2014/2015; Lessingpreis des Freistaates Sach­sen 2017; Dresdner Stadtschreiber 2018; ­Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis 2020; Walter-Kempowski-Preis für biogra­fi­sche ­Lite­ratur 2021; Stipendium der Villa Aurora, Los Angeles, 2020/2021; Italo-Svevo-Preis 2023.



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