Kriminalroman. Deutscher Krimipreis 2024
Buch, Deutsch, 328 Seiten, Format (B × H): 124 mm x 204 mm, Gewicht: 366 g
ISBN: 978-3-96054-374-9
Verlag: Edition Nautilus
In einer Februarnacht im Jahr 1992 wird Clay Robinette, in Ungnade gefallener Reporter, inzwischen jedoch Dozent für »Creative Non-Fiction«, vom Klingeln seines Telefons geweckt. Der panische Anrufer ist sein Professorenkollege Reggie Brogus, ein beru¨chtigter ehemaliger Black Panther, der sich nach einem mysteriösen siebenjährigen Exil in einen rechtskonservativen Eiferer verwandelt hat. In Reggies Bu¨ro auf dem Campus liegt die Leiche einer weißen Frau, und er ist u¨berzeugt, dass sie vom FBI dort platziert wurde, um ihn endgu¨ltig aus dem Weg zu schaffen.
Clays alter Reporterinstinkt wird geweckt, er lässt sich in der eisigen Winternacht an die Uni locken. In Reggies Bu¨ro trifft ihn fast der Schlag: Er erkennt das Opfer, es ist die Studentin Jennifer Wolfshiem, mit der er bis vor kurzem eine Affäre hatte. Clay weiß, dass er den Mörder entlarven muss, bevor er selbst zum Hauptverdächtigen wird …
Noch nie hat ein Roman Anita Hill und Clarence Thomas, Martin Luther King und Rodney King, Schwarzen Konservatismus und weißen Eifer derart witzig und klischeefern versammelt. Das schwarze Chamäleon ist zugleich packender Krimi, beißende Gesellschaftssatire und provokante Auseinandersetzung mit race und Politik in den USA der letzten Jahrzehnte.
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Wissen Sie, unter Schwarzen heißt es: Unsereins muss doppelt so gut sein, um halb so weit zu kommen wie ein Weißer. Na schön, das mag stimmen oder auch nicht. Ich jedenfalls wollte nur mein Mittelmaß aufrechterhalten. Ein richtig guter Journalist zu sein, ist sehr anstrengend. Ein mittelmäßiger Journalist zu sein, ist einfach. Mir genu¨gte das normale Mittelmaß. Den Gedanken, ich mu¨sste doppelt so mittelmäßig sein wie meine mittelmäßigen weißen Kollegen, um auch nur halb so mittelmäßig zu sein wie sie, lehnte ich ab. Wieso sollte ich mich, nur weil ich schwarz bin, irgendwelchen rigiden Leistungsanforderungen unterwerfen? Meine Gu¨te, schauen Sie sich doch bloß mal die u¨blichen mittelmäßigen Weißen an – gar nicht zu reden von weißen Journalisten! Ich bin weder stolz noch schäme ich mich fu¨r meine Mittelmäßigkeit. Aber mein Recht auf Mittelmäßigkeit, meine Freiheit, so mittelmäßig sein zu du¨rfen wie jede x-beliebige mittelmäßige weiße Person, sollte als ultimatives Gleichstellungsziel gelten, finden Sie nicht?




