Buch, Deutsch, 205 Seiten, Format (B × H): 122 mm x 206 mm, Gewicht: 234 g
Kriminalroman
Buch, Deutsch, 205 Seiten, Format (B × H): 122 mm x 206 mm, Gewicht: 234 g
ISBN: 978-3-96054-470-8
Verlag: Edition Nautilus
New York, 1961. Clyde Morton, genannt Viper, hat gerade seinen dritten Mord begangen, den ersten, den er bereut. Doch anstatt zu fliehen – sein Kontaktmann bei der Polizei hat ihm drei Stunden gegeben –, hängt er im Cathouse der Baroness Pannonica de Koenigswarter, kurz Nica, und grübelt. Wie allen Musikern, die bei ihr ein- und ausgehen, hat die Schutzpatronin der New Yorker Jazzszene ihm aufgetragen, drei Wünsche aufzuschreiben. Viper weiß, dass ihm nicht viel Zeit bleibt und er sicher im Knast endet, wenn er nicht augenblicklich verschwindet, aber das scheint plötzlich nicht wichtig.
Er blickt zurück auf seine Ankunft in Harlem im Jahr 1936, als er noch hoffte, hier seinen Traum als Trompeter zu verwirklichen. Da sein Talent dafür nicht ausreicht, fängt er als Geldeintreiber an, steigt in den Drogenhandel ein und wird bald zu einem gefürchteten und respektierten Boss. Im Rhythmus des Jazz und im Rauch von Marihuana regiert er Harlem. Doch abseits seiner Kontrolle breitet sich das Heroin aus und richtet auch unter den Jazz-Leuten Verheerung an. Das ehemals pulsierende, bunte Harlem geht vor die Hunde, und Viper wird von seiner Vergangenheit eingeholt …
Mit einem fesselnden Figurenensemble und in unvergleichlichem Sound erzählt Jake Lamar in diesem preisgekrönten Gangster-Jazzroman vom Aufstieg und Fall eines gewalttätigen Antihelden inmitten New Yorks zu Zeiten der Segregation – mit Gastauftritten von Miles Davis, Thelonious Monk, Charlie Parker und Little Richard.
Weitere Infos & Material
Das Marihuana-Geschäft boomte. Das Büro im Keller von Gentleman Jack’s Barbershop war die perfekte Verteilerzentrale für das mexikanische Loco Weed. Vipers Dealer schwärmten in ganz Harlem aus. Und dank des Schutzes von Detective Red Carney ließen die Cops Viper gewähren. Manche Uniformierte nickten sogar respektvoll, wenn sie ihm auf der Straße begegneten.
Wenn Viper Morton sich im Apollo Theater zeigte, bekam er den besten Platz. Wenn er im Red Rooster auftauchte, um sein Lieblingsessen zu verzehren, gegrillte Spareribs mit Cornbread, fand das Management immer einen Tisch für ihn, egal wie voll das Restaurant war. Wenn Viper in Brausteins Kaufhaus trat, wo die Kunden allesamt schwarz und die Angestellten alle weiß waren, wurde er von Arthur Braunstein jr., dem Sohn des Gründers, persönlich bedient. Viper blieb immer gern vor dem Schmucktresen stehen, um was Hübsches für eine seiner gerade aktuellen Kurzzeit-Freundinnen auszusuchen. Und das Beste daran war: Viper musste nie bezahlen.
»Ich schreib’s auf Ihre Rechnung, Mr. Morton«, sagte Arthur Braunstein jr. jedes Mal augenzwinkernd.
Mr. O hatte Recht gehabt, als er Viper zwei Jahre zuvor prophezeite, dass die Weißen geradezu verrückt nach der Green Lady werden würden.




