Buch, Deutsch, 173 Seiten, PB, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 270 g
Gedichte
Buch, Deutsch, 173 Seiten, PB, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 270 g
ISBN: 978-3-9503223-6-1
Verlag: Leitgeb, Norbert, Dr.
Norbert Leitgeb berichtet unterhaltsam und pointiert von den Höhen und Tiefen des Alltags, von „Freund Joschi“ und dessen Liebeswerben, von Liebe und Beziehung. Die Kleiderüberraschung vor dem Faschingsball, der Walzertanz und die Ball- Eroberung werden lyrisch ebenso behandelt wie die Strategie bei der Partnersuche, die Bedeutung des Inneren Wertes, die Fragen „bin ich zu dick?“ und „bin ich hübsch?“, das Schminken, das geschenkte Portrait, der weibliche Seitenblick und der Meinungsumschwung. Die Gedichte erzählen auch von Joschis Nöten als Forscher, seinem Versuch, die Wand zu durchschreiten, das Licht einzufangen und die Welt zu modellieren, von der Zeit und dem Zeitklau, vom Quant und der Frage, wie weit es zu springen vermag. Leitgeb befasst sich auch mit dem Studenten Max, dem Helden der Ebene und berichtet von Gesprächen des Teufels mit Gott über Tonfall und Nadelstreif und schildert den Deal eines Kaufmanns mit dem Teufel.
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zu dick?
Vor einem Spiegel, erst noch stumm,
dreht sich die Freundin wippend um
und seufzt danach mit bangem Blick
„Sag, Joschi, bin ich nicht zu dick?“
„Mein Schatz, wie kommst, du bloß darauf?“
entgegnet dieser und blickt auf,
„ich finde dich, das weißt du eh,
von Kopf bis Füßen ganz o.k.“
„Bloß ‚ganz o.k.’ ist dein Befund?
Ich bin dir also doch zu rund!“
„Du missverstehst mich, wie es scheint,
ganz toll gekurvt, hab ich gemeint!“
„Nennst du die Rundung bloß ’ganz toll’,
dann meinst du sicher übervoll!
Das find ich, Joschi, nicht sehr nett,
dass du mir vorwirfst, ich sei fett!“
„Deine Figur, Schatz, ohne Frage,
gibt wirklich keinen Grund zur Klage,
im Gegenteil, von vorn bis hinten
lässt sich für mich kein Makel finden!“
„Nun weiß ich, da du >hinten< sagst,
dass du mein Hinterteil beklagst.
Wahrscheinlich sind, wie ja zumeist,
die beiden Backen dir zu feist!“
„Oh nein“, sagt er, „sie sind im Grund
gerade richtig straff und rund!“
„Dass du ‚im Grund’ sagst, macht mir klar,
dass es für dich schon besser war.
Zwar übst versteckt du hier Kritik,
doch zeigt es mir: Ich bin zu dick!“
„Ach Schatz, du hast mich missverstanden!
Deine Figur kam nicht abhanden,
du bist sogar, das ist gewiss,
noch schön geformt, wie eine Miss!“
Drauf schluchzt sie auf, „ich wusst es doch,
deine Betonung lag am ’noch’!
Ein wenig mehr bloß, meinst du, und
dann bin ich völlig dir zu rund?!“ „Nein, nein, so glaub mir, Gott sei Dank,
bist du, mein Schatz, noch gertenschlank!“
„Oh je, du meinst“, ruft sie drauf bange,
ich gleiche einer Bohnenstange!
Ich wusst’ es ja, da läuft was schief -
du findest mich nicht attraktiv!“
„Iwo“, ruft Joschi darauf schnell,
„du hast ein tolles Fahrgestell!
Bei dir ist alles, wie es soll,
ich finde, Schatz, dich wundervoll!“
Drauf blickt sie zweifelnd Joschi an …
und seufzt hernach … „Ach, typisch Mann!
Nur Äußres zählt für euch tatsächlich, …
was seid ihr Männer oberflächlich!“




