Buch, Deutsch, 152 Seiten, Format (B × H): 121 mm x 205 mm, Gewicht: 182 g
Kriminalroman
Buch, Deutsch, 152 Seiten, Format (B × H): 121 mm x 205 mm, Gewicht: 182 g
ISBN: 978-3-96054-476-0
Verlag: Edition Nautilus
Eine französische Kleinstadt an der Nordsee, an der Grenze zu Belgien. Hier wächst die »kleine Faschistin«, wie Francesca zu Hause liebevoll genannt wird, zwischen Schießstand und rechtsintellektuellen Klassikern auf. Das hält sie jedoch nicht davon ab, ihrer Kindheitsliebe Jugurtha die Treue zu halten, dem Sohn eines kabylischen Kommunisten – bis dieser mit vierzehn ermordet am Strand gefunden wird. Von nun an gibt es für Francesca nur noch ihren großen Bruder Nils, ihr Idol, dem sie begeistert in den identitären Schlägertrupp der »Löwen von Flandern« folgt. Doch auch Nils wird bald nicht mehr am Leben sein.
Als Francesca zwanzig ist, steht Frankreich vor dem Zerfall: »Der Verrückte« im Élysée löst immer wieder die Nationalversammlung auf, der Patriotische Block rückt der Regierungsübernahme näher, die Technokraten an der Macht werden der Gewalt im Land nicht Herr. In der Kleinstadt am Meer soll der altgediente Mitte-Links-Politiker Bonneval erneut für den Wahlkreis antreten. Die »Tarantel«, die im linken Lager die Strippen zieht, sieht in ihm einen Hoffnungsträger für stabilere Verhältnisse – Bonneval aber flieht vor allem vor seiner Midlife-Crisis.
Francesca bricht zusammen, als sie auf ein lang gehütetes Geheimnis stößt. Kurz darauf trifft sie auf Bonneval, und beide entflammen in einer unwahrscheinlichen Leidenschaft. Doch auch die Liebe wird die Republik nicht retten …
Weitere Infos & Material
Francesca Crommelynck raucht ihren Joint zu Ende. Sie ist bekifft. Das merkt sie, weil das Licht der untergehenden Sonne ihr Zimmer jetzt in orangefarbenes Licht taucht, ›confiture de crime‹ hätte der Dichter Jules Laforgue dazu gesagt. Sie mag Laforgue, nicht alles von ihm, aber sie mag ihn. Sie merkt, wie sehr das THC die Zeit u¨berdehnt hat.
Sie wartet lieber ab, bis die Wirkung nachlässt. Nichts geht u¨ber einen Juni-Sonnenuntergang in Flandern. Sie muss etwas tun, eine Entscheidung treffen. Ihren Eltern sagen, dass sie das Vorbereitungsjahr nicht wiederholt, dass sie nach Cerson in die ZID fährt, dort ein Sabbatjahr macht. Aber sie weiß noch nicht mal, ob sie Lust dazu hat.
Wenn sie nicht mehr so bekifft ist, könnte sie ins Bouclier gehen, ein paar Biere mit den Kameraden trinken, sich als Intellektuelle beschimpfen lassen und den Kerl, der sie beleidigt, zu einem Boxkampf auffordern, im Hinterzimmer mit dem Boxring und der großen flämischen Flagge mit dem schwarzen Löwen auf gelbem Grund, um ihm das Maul zu stopfen.




