Buch, Deutsch, Band 21, 440 Seiten, Gewicht: 793 g
Funktionsaufbau, Sozialstruktur und Ideologie der SED-Führung Eine empirisch-systematische Untersuchung
Buch, Deutsch, Band 21, 440 Seiten, Gewicht: 793 g
Reihe: Schriften des Instituts für politische Wissenschaft
ISBN: 978-3-322-97961-2
Verlag: Springer
Die politische Soziologie und die politische Wissenschaft beschäftigen sich in zunehmen dem Maße mit Erscheinungen des politischen und sozialen Wandels von Herrschafts und Gesellschaftsstrukturen. Den Tendenzen zur Veränderung und Umstrukturierung von Teilsystemen stehen jedoch häufig Beharrungstendenzen anderer gesellschaftlicher Teilbereiche gegenüber. Sozialer Wandel schließt deshalb latente und manifeste Kon flikte ebenso ein wie sich in industriellen Gesellschaftsordnungen immer wieder neu bildende Differenzierungsprozesse. Der geistige, politische und soziale Wandel ist nicht auf Gesellschaftssysteme des Westens und auf die Entwicklungsländer beschränkt. Er kann heute als weltweite Erscheinung angesehen werden. Die Dynamik der Veränderung tradierter Strukturen ist auch in der Sowjetunion, in den osteuropäischen Gesellschaften und in der DDR zu beobachten. Sie wird durch das Postulat der Funktionstüchtigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft, das heute wohl die überwiegende Zahl der kommunistischen Parteiführer im Ostblock vertritt, womöglich noch gesteigert. Die vorliegende Studie versucht, die sich wandelnde Welt des Ostblocks in einem politisch-sozialen System, der DDR Gesellschaft, zu erfassen. In der DDR sind heute die Kräfte der Dynamik denen der Beharrung und der Statik vielleicht in besonders starkem Maß konfrontiert. Deshalb ist diese Gesellschaft in ihrer Vielschichtigkeit ebenso widersprüchlich wie für den Analytiker reizvoll. Im vorliegenden Zusammenhang stellt sich vor allem die Frage, wie die aus dieser Konfrontation resultierenden Konflikte gelöst werden, welche orga nisationspolitischen Konsequenzen in einem System gezogen werden, das dem Zwang, funktionieren zu müssen, in besonderem Maße ausgesetzt ist.
Zielgruppe
Research
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Erstes Kapitel Theoretischer Bezugsrahmen.- 1. Der Gegenstand der Untersuchung.- Erste Abgrenzungen.- 2. Metatheoretische Vorfragen.- Totalitarismus.- Zur Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit empirisch-soziologischer Analysen in kommunistisch verwalteten Gesellschaftssystemen.- Der Positivismusvorwurf.- 3. Aspekte des Forschungsansatzes.- Organisationstheoretischer Aspekt.- Elitentheoretischer Aspekt.- Ideologiekritischer Aspekt.- Zweites Kapitel Wandlungs- und Beharrungstendenzen im Organisationssystem der SED.- 1. Problemstellung.- 2. Die Parteitage der SED in den Jahren 1954 bis 1963.- Der IV. Parteitag der SED.- Der V. Parteitag der SED.- Der VI. Parteitag der SED.- 3. Innergesellschaftliche Konsequenzen des 'neuen ökonomischen Systems'.- 4. Veränderungen im Organisationssystem der SED.- Der Parteiaufbau zu verschiedenen Zeitpunkten (schematischer Vergleich).- Die Einführung des Produktionsprinzips.- Die Büros und Kommissionen beim Politbüro.- Zur Reform des Parteiapparates auf der Bezirksebene.- 5. Das Zentralkomitee der SED: Wandlungen zum Koordinations-, Transformations- und Konsultationsgremium.- Die Bedeutung des Zentralkomitees innerhalb der Parteiorganisation.- Die 9. Tagung des Zentralkomitees vom Juli 1960.- Die Wirtschaftskonferenz des Zentralkomitees und des Ministerrates vom Oktober 1961.- Die Wirtschaftskonferenz des Zentralkomitees und des Ministerrates vom Juni 1963.- Die Wirtschaftskonferenz 1961 im Vergleich mit der Wirtschaftskonferenz 1963.- Die 7. Tagung des Zentralkomitees vom Dezember 1964.- Die Konferenz des Zentralkomitees und des Ministerrates zur 'sozialistischen Rationalisierung und Standardisierung' vom Juni 1966.- 6. Expertenwissen in der Einschätzung durch Parteifachleute und Parteifunktionäre.- 7. Die Neuorganisation der Parteikontrolle und Strukturkonflikte in Partei und Betrieb.- Die Arbeiter-und-Bauern-Inspektion.- Die Produktionskomitees.- Die Auflösung der Büros für Industrie und Bauwesen.- 8. Hauptmerkmale des Wandels in der Sozialstruktur der SED.- 9. Zusammenfassung.- Drittes Kapitel Wandlungs- und Beharrungstendenzen in der sozialstrukturellen Zusammensetzung der SED-Führungsgremien.- 1. Einleitung.- Vorbemerkung zur Materialsammlung und -aufbereitung.- Die Materiallage: Zur Frage der Zuverlässigkeit und Vollständigkeit der biographischen Angaben.- Probleme der Kodifizierung.- 2. Statistisch-demographische Daten der Mitglieder und Kandidaten des Zentralkomitees in den Jahren 1954, 1958 und 1963.- Geschlecht.- Alter.- Geburtsort.- Beruf des Vaters.- 3. Zur politischen Biographie der Mitglieder und Kandidaten des Zentralkomitees in den Jahren 1954, 1958 und 1963.- Parteipolitische Betätigung.- Politisch relevante Betätigung beziehungsweise Aufenthalt in den Jahren 1933 bis 1945.- Aufenthalt in der Sowjetunion und politische Schulung.- Der Generationenkonflikt im Spiegel der politischen Biographie.- 4. Zur beruflichen Situation der Mitglieder und Kandidaten des Zentralkomitees in den Jahren 1954, 1958 und 1963.- Schul- beziehungsweise Ausbildungsabschluß.- Erlernter Beruf.- Ausgeübter Beruf zum Zeitpunkt des Eintritts in das Zentralkomitee.- Die berufliche Situation älterer im Vergleich mit jüngeren ZK-Mitgliedern und -Kandidaten.- 5. Zur beruflichen Mobilität der Mitglieder und Kandidaten des Zentralkomitees in den Jahren 1958 und 1963.- Berufliche Mobilität der Mitglieder und Kandidaten des Zentralkomitees 1958 im Vergleich mit dem Zentralkomitee 1963.- Vertikale berufliche Mobilität und ZK-Mitgliedschaft.- Beruflicher Abstieg und Ausscheiden aus dem Zentralkomitee.- Beruflicher Aufstieg und Aufnahme in das Zentralkomitee.- Aufstiegswege.- Horizontale berufliche Mobilität und ZK-Mitgliedschaft.- 6. Zur Repräsentanz von Wirtschaftsfunktionären im Zentralkomitee.- Wirtschaftsfunktionäre im engeren Sinne.- Wirtschaftsfunktionäre im weiteren Sinne.- 7. Beharrungstendenzen von traditionell im Zentralkomitee verwurzelten Kräften.- Das Politbüro.- Die im Zentralkomitee vertretenen Ersten Sekretäre der SED-Bezirksleitungen.- 8. Die Verbindung zwischen Parteiapparat und Staatsapparat im Licht des sozialstrukturellen Wandels (1954 bis 1965/66).- Mitgliedschaft in der Volkskammer und im Zentralkomitee.- Mitgliedschaft im Ministerrat und im Zentralkomitee.- ZK-Mitglieder im Ministerrat.- SED-Mitglieder im Ministerrat.- Mitgliedschaft im Staatsrat und im Zentralkomitee.- 9. Die Verbindung des Zentralkomitees mit den zentralen Führungsgremien der Massenorganisationen.- Die Situation im Jahre 1958.- Die Situation im Jahre 1963.- Haupt- und Nebenfunktionäre in zentralen Führungsgremien ausgewählter Massenorganisationen.- 10. Zusammenfassung.- Viertes Kapitel Wandlungs- und Beharrungstendenzen im ideologischen System.- 1. Ideologisch-utopische Bezüge des institutionalisierten Revisionismus.- Der Begriff der Entfremdung.- Entfremdung und Aufhebung der Entfremdung bei Marx.- Revisionistische Versuche, den Entfremdungsbegriff in das ideologische Dogma zu integrieren.- Zur ästhetischen Interpretation des Marxschen Entfremdungsbegriffs.- Entfremdung und Verfremdung.- Die 'dynamische Funktion des Komischen' als Überwindung der Entfremdung 272 Entfremdung und sozialistische Industriegesellschaft in der Geschichtsphilosophie von Wolfgang Heise.- Entfremdung und sozialistische Industriegesellschaft in der Technik-Philosophie von Georg Klaus.- Die dogmatische Abwehr des Entfremdungsbegriffs.- Zusammenfassung.- 2. Systemtheoretische Bezüge des institutionalisierten Revisionismus.- Zum Begriff der Kybernetik.- Das Programm der kybernetischen Systemtheorie.- Regelungs- und informationstheoretische Aspekte der Kybernetik und der dialektische Materialismus.- Das Analogieproblem.- Dogmengeschichtlicher Bezug: Der Rückgriff auf Friedrich Engels und Ernst Mach.- Zusammenfassung.- 3. Der kybernetische Begriff des Systems und die marxistische Organisationslehre 312 System-, regelungs- und informationstheoretische Aspekte der Kybernetik und der historische Materialismus.- Zum kybernetischen Begriff der 'Selbstorganisation' und seiner Anwendung auf Staat, Gesellschaft und Wirtschaft in der DDR.- Kybernetische Selbstorganisation und sozialistische Demokratie.- Zusammenfassung.- Die Ergebnisse der Untersuchung.- Anhang I: Exkurs.- Das Zentralkomitee und der VII. Parteitag der SED.- 1. Veränderungen im Zentralkomitee zwischen 1963 und 1967.- Die im Zentralkomitee 1967 nicht mehr vertretenen Mitglieder und Kandidaten des Zentralkomitees 1963.- Die im April 1967 neu aufgenommenen Mitglieder und Kandidaten des Zentralkomitees.- Zugänge und Abgänge anläßlich des VII. Parteitages im Vergleich.- Veränderungen im Politbüro.- 2. Die Mitglieder und Kandidaten des Zentralkomitees 1967.- Alter und Parteieintritt.- Erlernter Beruf.- Ausgeübter Beruf.- Partei- und Arbeiterveteranen.- 3. Zusammenfassung.- Anhang II: Materialien.- 1. Die Mitglieder und Kandidaten des Politbüros und des Zentralkomitees in den Jahren 1950, 1954, 1958, 1963 und 1967.- 2. Die Mitglieder und Kandidaten des Zentralkomitees (1950 bis 1967).- Anhang III: Dokumente.- 1. Über die Leitung der Parteiarbeit nach dem Produktionsprinzip (Beschluß des Politbüros vom 26. Februar 1963).- 2. Beschluß des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und des Ministerrates der Deutschen Demokratischen Republik über die Bildung der Arbeiter-und-Bauern-Inspektion der Deutschen Demokratischen Republik vom 28. Februar 1963.- 3. Grundsätze über die Aufgaben und Arbeitsweise der Produktionskomitees in volkseigenen Großbetrieben (Beschluß des Politbüros vom 29. Oktober 1963).- 4. Diskussionsbeitrag von Hanna Wolf auf dem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED im Dezember 1965: Das wichtigste bleibt der Klassenstandpunkt.- 5. Diskussionsbeitrag von Christa Wolf auf dem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED im Dezember 1965: 'Gute Bücher — und was weiter?'.- Bibliographie.- Personenregister.




