Buch, Deutsch, 156 Seiten, Format (B × H): 120 mm x 190 mm
Corpsstudentisches Corona-ABC
Buch, Deutsch, 156 Seiten, Format (B × H): 120 mm x 190 mm
ISBN: 978-3-940072-34-4
Verlag: AKAMEDON VERLAG
Die intensive Auseinandersetzung mit der Corona-Pandemie hat zu kreativen Sprachschöpfungen geführt, die in diesem Büchlein humorvoll auf Bräuche und Traditionen von Studentenverbindungen umgedeutet werden. 144 solcher zeittypischen Begriffe werden launig beschrieben und in humorvollen Zeichnungen illustriert. Die Autoren, beide Mediziner, verstehen ihr bibliophil gestaltetes Werk als "Universal-Heilmittel" gegen Corona-Frust und Corona-Ängste, aber auch als Dokumentation einer zeithistorischen Epoche - mit Augenzwinkern und befreiendem Galgenhumor. Das Büchlein gibt - als Fibel von ABC gestaltet - auch selbstironische Einblicke ins Corpsstudententum.
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CORONA AD SEDES! Corpsstudentisches Corona-ABC
Ein Wort vorab an die Zeitgenossen
„Corona ad sedes!“: Mit diesen Worten beendet der präsidierende Senior das „Silentium“ und lädt die Anwesenden, die
„Corona“, zum Platznehmen und zur Wiederaufnahme der Konversation an der Kneiptafel ein. Nun sind lateinische Redewendungen auf Corpshäusern traditionell eher verpönt, weil sie im Ruch stehen, besonders bei Pennalverbindung verbreitet zu sein, und von denen möchte man sich schon aus Prinzip abheben. Die Floskel passt aber mit ihrem unübersehbaren Doppelsinn so hervorragend, dass wir uns dennoch entschieden haben, sie als Titel und Motto für unser Büchlein zu wählen.
Darf man Witze machen, wenn das Virus auch unter uns Corpsstudenten Menschenleben fordert und Leid über viele Familien bringt? Ist das nicht reichlich geschmack- und respektlos? Unsere Antwort lautet „Nein“! Psychologische Studien haben gezeigt, dass Kinderseelen keinesfalls Schaden nehmen, wenn in Märchen Hexen verbrannt und Großmütter (zeitweilig) von Wölfen verschlungen werden. Im Gegenteil: Text und Bild sind ein Antidot, um Ängsten, dem Gefühl von Hilflosigkeit und Kontrollverlust wie auch der latenter Gereiztheit entgegenzuwirken, die durch die Einschränkung der sozialen Kontakte entstanden sind. „Galgenhumor“ ist ein Ventil, und ein befreiendes Lachen hilft, Abstand zu gewinnen und vielleicht auch zu einer gewissen Gelassenheit zurückzukehren, die zeitweilig verlorenzugehen drohte.
Illustrator Gerhard Hainlein, pensionierter Hausarzt und passionierter Zeichner, der selbst zu Beginn der Pandemie schwer
an Corona erkrankt war, hat die bewusst kurz gehaltenen Texte, in denen „Corona-Begriffe“ mutwillig und augenzwinkernd
auf Corpsverhältnisse umgedeutet werden, nicht nur kongenial umgesetzt, sondern den Wortwitz in gewisser Weise durch
bildliche Assoziationen nochmals gespiegelt – und so eine weitere Interpretationsebene geschaffen. Entstanden ist ein warmherziger Blick auf Corona-Verhältnisse und Corpsgebräuche – nicht ohne einen Schuss corpsstudentischer Selbstironie, ja durchaus auch als Spiel mit Klischees und Vorurteilen gegenüber dem Corpsstudententum.
Ermutigt durch das positive Echo auf den mit leiser Ironie illustrierten und launig gereimten Text „Corpsphilisters Corona-
Blues“ in den ‚Mainländer-Nachrichten‘, dem Mitteilungsblatt des Corps Moenania, entstand die Idee, die ursprünglich nur in Textform konzipierte Gegenüberstellung gemeinsam in Bildern umzusetzen. Fertiggestellt war dieses Büchlein im August 2021 und dokumentiert dementsprechend das bis dahin entstandene „Spezial-Vokabular der Pandemie“ – inzwischen sind weitere reizvolle Begriffe dazugekommen wie „Impf-Wurst“, „Schnitzel-Panik“, „overzoomed“ und „pandemüde“, um nur einige zu nennen.
Zu Beginn der vierten Infektionswelle möge dieses kleine, vergnügliche Büchlein als nicht verschreibungspflichtiges Opus
zweier Mediziner in trüben Zeiten für Heiterkeit und gute Laune sorgen, bis die Umstände wieder rosiger und hoffnungsvol
ler werden.
Gerhard Hainlein und Andreas Mettenleiter
Nachbemerkungen für die Nachgeborenen
Unsere Corona-Fibel gehört gewissermaßen zu den „Zeugen Coronas“, wie die Querdenker und militanten Corona-Leugner Menschen bezeichneten, die die Hygiene-Maßnahmen beherzigten. Es dokumentiert die kontroverse Diskussion und den schrittweisen Erkenntnisgewinn während der Pandemie: Beides führte fast täglich zu kreative Sprach-Neuschöpfungen, deren überspitzte Formulierungen nur aus dem damaligen Kontext zu verstehen sind. So ist „Corona ad sedes“ ein Zeitzeugnis aus einer auch für den Corpsbetrieb kritischen Epoche.




