Wie wird Schrift im Kompositionsprozess zu einem operativen Werkzeug musikalischer Arbeit? Dieser Frage geht das Buch anhand der frühen
musique mixte
nach – in einem musikhistorisch entscheidenden Moment zwischen 1949 und 1959, als sich die Aufzeichnung und Verarbeitung elektroakustischer Klänge als integraler Bestandteil des Komponierens etablierte. Ausgehend von der Forschung zu Schrift und Skizzen werden vier Schlüsselwerke von Daphne Oram, Bruno Maderna, Mauricio Kagel und Luciano Berio in den Mittelpunkt gestellt. Die Untersuchung richtet den Blick auf die vielfältigen Formen und Funktionen von Schrift im kompositorischen Prozess und arbeitet kommunikative, explorative, experimentierende und synchronisierende Potenziale der Schrift im musikalischen Schaffensprozess heraus. Damit erschließt die Studie ein bislang nur vereinzelt erforschtes Feld und führt die Untersuchung musikalischer Schrift über ihre Funktion der Aufzeichnung hinaus: Schrift erscheint als ein wichtiges operatives Werkzeug des Komponierens.
Minetti
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Elena Minetti ist Postdoc-Universitätsassistentin am Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der Universität Graz. Zuvor war sie als Musikwissenschaftlerin an Universitäten in Deutschland, Österreich und Italien tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Schrift-, Skizzen- und Kompositionsprozessforschung zur Musik des 19. bis 21. Jahrhunderts mit Fokus auf ästhetischen, medienwissenschaftlichen und digitalen Fragestellungen.