Müller | AmoKomA | Buch | 978-3-938344-60-6 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 112 Seiten, Format (B × H): 210 mm x 210 mm, Gewicht: 400 g

Müller

AmoKomA

WahrScheinliche Geschichten dieser Zeit
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-938344-60-6
Verlag: WaRo-Verlag Heidelberg

WahrScheinliche Geschichten dieser Zeit

Buch, Deutsch, 112 Seiten, Format (B × H): 210 mm x 210 mm, Gewicht: 400 g

ISBN: 978-3-938344-60-6
Verlag: WaRo-Verlag Heidelberg


„Man weiß ja nie, ob stimmt, was man sieht und hört ...“ so beginnt paradigmatisch 'Purist', ein Text von 33, die im neuen Buch von Axel Müller, 'AmoKomA – wahrscheinliche Geschichten dieser Zeit' versammelt sind.
Denn um Wahrnehmungsstörungen bzw. überscharfe Beobachtungen der Protagonisten geht es; Zeitgenossen, die der Mitwelt so zum Rätsel werden, wie diese ihnen; nicht selten sind sie sich selbst fremd und versuchen durch absurde Verhaltensweisen, durch Übersprungshandlungen oder exzessive Introspektion der Welt und sich auf die Schliche zu kommen – was meist tragisch endet oder in überraschend komischer Weise gelingt.
Einer Figur gelingt allerdings alles – bis auf das Mißlingen ('Erfolg').
Eine andere leidet an krankhaftem Lächeln, was sie so freundlich wie irritierend erscheinen läßt ('Lach-Haft').
Da stürzt sich ein Karl-May und Büchner-Kenner auf den Boden, da er das “Knacken und Knirschen der Gesteinsformationen im Untergrund“ zu spüren glaubt und als Zeichen des „Auseinanderbrechens der Welt“ deutet – und so die verstörten Passanten ihrer gewohnten Sicherheit beraubt ('Tektonik').
Ordnungsfanatiker, Gedächnisvirtuosen, in ihrer Anormalität eingerichtete Sonderlinge, Zivilisationsflüchtige, Wutgetriebene, Frustexperten: Menschen auf der meist vergeblichen Suche nach sich und dem, was sie und womöglich „die Welt im Innersten zusammenhält“.
„Ich sing für die Verrückten,/die seitlich Umgeknickten/die eines Tags nach vorne fallen/und unbemerkt von allen/an ihrem Tisch in Küchen sitzen/und keiner Weltanschauung nützen/die tagelang durch Städte streifen/und die Geschichte nicht begreifen...“ - so Hanns Dieter Hüsch 1969 in 'Für wen ich singe'. Man kann sich an solche Menschen erinnert fühlen, deren Psychogramm in 'AmoKomA' mal in prägnant-präziser, dann wortgirlandenhafter, immer pointierter Weise 'zur Sprache kommt'. Amokneigung und komatöses Delirium 'Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung' (Grabbe) begegnen sich.
Im letzten Text dann der Ratschlag, all die An- und Überforderungen „dieser Zeit“ (s. Untertitel) zu bestehen: „Man müsste vor allem mal gar, gar, gar nichts machen, nichts machen müssen, sich nur der Muße hingeben, Augen zu, atmen ...“('Zielführender Irrweg')
Aber vorher doch lieber dieses Buch lesen.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Müller, Axel
Axel Müller, *1955 in Lahr, glückliche, prägende Jugend in Konstanz, auch durch Besuch des humanistischen H.-Suso-Gymnasiums. Umzug nach Villingen wg. Griechisch-Zuges, dann Abitur am Fürstenberg-Gymnasium in Donaueschingen. Thomas Manns 'Der Tod in Venedig' und expressionistische Lyrik im Deutsch-Unterricht, der Vergleich des paulinischen mit dem existenzialistischen Menschenbild Sartres im Religionsunterricht sowie die Methode der platonischen Dialektik hinterließen die stärksten Spuren.
Die Schulzeit fiel in den kulturellen und politischen Aufbruch der späten 60er und beginnenden 70er-Jahre; die musikalische Pop-und Rock-Revolution, die Op-Art, avantgardistische Theateraufführungen, cineastische Meisterwerke (Bunuel, Fellini, Visconti, Pasolini), 'Vietnam' und 'Woodstock', die Hippie-Kultur, aber auch die Drogenwelle und RAF-Gründung, die 'Mao-Bibel' in den Buchhandlungen und das Reformen verheißende 2. Vatikanische Konzil: all dies bildete den Hintergrund einer liberal-christlichen Werten verpflichteten Erziehung im 'Sandwich'-Status des zweiten von drei Kindern, begleitet vom unaufhaltsam wachsenden wirtschaftlichen Aufschwung.
Im Studium der Germanistik an der Albert-Ludwig-Universität in Freiburg beschäftigt er sich vor allem mit literarischen Kleinformen (Gattungstheorie) und moderner Belletristik, dem Expressionismus wie auch dem Symbolismus (George-Kreis).? Das Interesse an Martin Walser blieb Wegbegleiter bis heute ...
Im Studium der Katholischen Theologie ist er fasziniert von den religionsphilosophischen Fragestellungen und der Mystik Meister Eckharts sowie den neuen theologisch-hermeneutischen Ansätze, der vielfältigen Interpretationsmethoden.
Beide Fächer boten auch Anknüpfungspunkte zu anderen Disziplinen (Dichtung und Bildende Kunst, Religion und Sprache ...)
Nach dem Referendariat wurde er Lehrer am J.-S.-Bach-Gymnasium in Mannheim, dessen musisches und religiöses Profil große Gestaltungsmöglichkeiten bot: Lesenächte und -veranstaltungen mit renommierten Autoren sowie Initiierung etlicher AG's (Amnesty International, Film, Literatur); darüberhinaus mehrere Schüleraustauschprogramme mit polnischen Schulen, die den Horizont erweiterten, zumal die osteuropäischen Länder im öffentlichen Diskurs wie auch in den Bildungs- bzw. Lehrplänen geradezu ignoriert wurden ...
Langjährige Mitarbeit im ökumenischen Bildungszentrum sanctclara in Mannheim und 8 Jahre (Kath.) Schuldekan für Heidelberg und Weinheim ermöglichten darüberhinaus viele menschliche Begegnungen und intellektuelle Anregungen.
Seit der Pensionierung verstärkte Beschäftigung mit dem Schreiben und Photographieren (s.u.) und aktiver Mitgliedschaft bei der Literaturgruppe 'Räuber77' in Mannheim und der Literatur-Offensive 'LitOff' Heidelberg.
Privat: Verheiratet, zwei erwachsene Kinder, lebt in Mannheim und zeitweise Lindau, erlebt also den herben Charme Mannheims wie auch die vermeintliche Anmutsidylle der Bodenseelandschaft, in welche es ihn und die Familie immer wieder zieht und die durch das Elternhaus seiner Frau eine alt-neue Heimat bietet.
Erfreut sich unverändert neben der Belletristik vor allem an literarischen Kleinformen; insbesondere liebt er Aphorismen (J.St. Lec, Lichtenberg); ist Kinogänger und -moderator.
In der Photographie sucht er im Realen das Rätselhafte, im irritierenden Detail das Wahre.
Motto für's Schreiben: Erkenntnis beginnt mit der Wahrnehmung dessen, was ist.
Veröffentlichungen: Ansichtssache ('20, ISBN 798-3-86476-173-9) und Seegestöber ('22, 978-3-86476-168-3), jeweilige Mentalitätsskizzen mannheim- und bodenseespezifischer Art in Wort und Bild, von ernst bis heiter; (Waldkirch-Verlag); Beiträge in der Anthologie 'Die Sonne an Land' (L.Seidler-Verlag, 978-3-931382-72-8).
Das neueste Buch, AmoKomA (WarRo-Verlag Heidelberg, '26, ISBN 9783938344606) verrät in Titel und Untertitel 'WahrScheinliche Geschichten dieser Zeit' die prekäre Lebenssituation und mentale Verfassung der fiktiven Protagonisten zwischen Amoklauf und komatösen Absenzen ...



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