Ein Lesebuch aus der gemeinsamen Geschichte von Mathematik und Theologie
Buch, Deutsch, Format (B × H): 155 mm x 235 mm
ISBN: 978-3-662-73662-3
Verlag: Springer
Was haben Unendlichkeit, Zahlenverhältnisse und die Ordnung der Natur mit der Frage nach Gott zu tun? Für viele Denker der Antike, des Mittelalters und der frühen Neuzeit waren Mathematik und Theologie eng aufeinander bezogen. Zahlen galten nicht nur als Gegenstand mathematischer Erkenntnis, sondern auch als Schlüssel zum Verständnis der Welt und ihres Ursprungs. Diese Verbindung prägte über Jahrhunderte hinweg das gelehrte Denken – vom antiken Zahlendenken mitten hinein in das mittelalterliche Quadrivium mit Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie, das dem Theologiestudium vorgeschaltet war. Auch die Beweise der Existenz Gottes gehen auf diese enge Verbindung zurück, die bis heute nachwirkt, aber außerhalb von Fachkreisen oft in Vergessenheit geraten ist. Doch auch wenn sich die Wege von Mathematik und Theologie in der klassischen Moderne trennten, so warfen Schlüsselfiguren der modernen mathematischen und physikalischen Welterklärung wie Einstein und Gödel die alten Fragen nach Ordnung, Rationalität und den Grenzen des Beweisbaren immer wieder neu auf. Das vorliegende Lesebuch macht mit seiner historischen Perspektive die ehemals enge Verbindung zwischen den beiden Disziplinen wieder neu zugänglich. Es versammelt zentrale Quellentexte von der Antike bis ins 20. Jahrhundert – überwiegend in neuen Übersetzungen – und erschließt sie durch Einleitungen, Kommentare und Literaturhinweise.
Zielgruppe
Popular/general
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Religionswissenschaft Religionswissenschaft Allgemein Religionsphilosophie, Philosophische Theologie
- Mathematik | Informatik Mathematik Mathematik Allgemein Geschichte der Mathematik
- Interdisziplinäres Wissenschaften Wissenschaften: Allgemeines Geschichte der Naturwissenschaften, Formalen Wissenschaften & Technik
- Mathematik | Informatik Mathematik Numerik und Wissenschaftliches Rechnen Angewandte Mathematik, Mathematische Modelle
Weitere Infos & Material
Einleitung.- Antike griechische Mathematik und Kosmologie: Euklid und Ptolemäus.- Verständnis von Gottes Schöpfung: Die antike griechische Theologie und die Mathematik.- Die Musik und das Quadrivium: Die Mathematik im spätantiken Christentum – Augustinus und Boethius.- Der Computus im frühen Mittelalter: Beda Venerabilis und Rabanus Maurus.- Die scholastischen Gottesbeweise: Anselm, Thomas von Aquin und Thomas Bradwardine.- Die Quadratur des Kreises als Gottesbeweis: Cusanus.- Bildungsgrundlage und Endzeitprognose – Mathematik in der Reformationszeit: Philipp Melanchthon und Michael Stifel.- Mathematik bei den Jesuiten: Clavius und die Kalenderreform.- Astronomie und Theologie in der Frühmoderne: Johannes Kepler.- Der berechnete Gott: Blaise Pascal und Gottfried Wilhelm Leibniz.- Transfinite Mengen und Theologie: Georg Cantor und Richard Dedekind.- Der (un)persönliche Gott: Albert Einstein und Paul Tillich.- Simone Weil: Geometrie und Achtsamkeit.- Unvollständigkeit und der ontologische Gottesbeweis: Kurt Gödel.




