Die Lust am freien Malen, das Vergnügen am Vexieren und Fabulieren zeigen Martin Praska als großen Narrateur in der österreichischen Gegenwartskunst, nicht zuletzt auch in seinen Schriften, in seinen humoristisch-ernsthaften Betrachtungen und Essays zur Kunst und zum Dasein als Künstler. So nennt sich auch seine letzte große Ausstellung „Short Stories“, anspielend an Filmisches. Doch ist es bei genauer Betrachtung kein harmloses Erzählen. Als
(Johan Huizinga) treibt er auch giftigen Schabernack. Die exzellente Eleganz seiner Malerei kommt da und dort als Wolf im Schafspelz daher und ist doch gleichzeitig ein berührendes Plädoyer für das Schöne! Aber welch Ironie und Gesellschaftskritik […]. Oder das Re-Provozieren mit perfekt gemalter nackter Haut, womit er auch die gegenwärtige und inzwischen erschreckende Zensur von Aktmalerei in renommierten Museen mit ihrer rigiden Haltung dem Körper gegenüber thematisiert. Da treibt ihn das Paradoxon, dass noch nie so viele nackte Körper medial gezeigt werden wie heute, während sogar die Kunstgeschichte politischer Korrektheit unterworfen und damit der Nacktheit versperrt wird, zu erotischer Prallness.
Kein Zweifel: Trotz aller Globalität ist Martin Praska ein zutiefst europäischer Maler; nicht nur, weil er aus dem Bilderfundus der europäischen Kunst seit der Renaissance schöpft und damit Gegenwartsdiagnose betreibt, sondern weil seine Malerei auch ein radikales Statement für Malerei ist, ohne in eine
-Haltung zu verfallen. Er fightet dabei eindringlich für das Einzelbild, auch wenn darin mehrere Bilder amalgamiert auftreten. Dazu allerdings müssen wir unsere anerzogenen Masken der Bildrezeption etwas hinter uns lassen, einen undogmatischen und elaborierten Blick entwickeln …
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Museum Angerlehner
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