„Nastl kann wunderbar erzählen. Er beherrscht die Kunst der Lakonik, der weisen Verknappung; er kann andererseits auch mit Augenzwinkern schwadronieren, er hat Witz und er berührt. So ist diese Autobiografie eines 1965 auf dem Land geborenen Nachzüglers, der in Folge eines Tumors querschnittgelähmt ist, eine seltene Gelegenheit, die Lebensumstände eines schwerbehinderten Menschen in den Jahren des Wirtschaftswunders nachzuverfolgen.“
Die Presse
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Dieses Buch wurde 2004 mit dem Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich – Sparte Literatur – ausgezeichnet.
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Handreichung
Seit Geburt bin ich querschnittgelähmt. Ich habe einige Merk-Würdigkeiten aus meiner Jugend aufgeschrieben – nicht zuletzt, um anderen Menschen in ähnlichen Situationen Mut zu geben und ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind mit ihren Problemen und Problemchen. Schließlich sind Behinderte auch nur Menschen – mit Stärken und Schwächen, wie alle anderen auch!
Die Geschichte, die ich erzähle, basiert auf tatsächlichen Begebenheiten. Dennoch soll dies weniger »die Wahrheit« über das sein, WAS ich erlebt habe, als vielmehr der Versuch zu beschreiben, WIE ich das Erlebte empfunden habe. Jede Medaille hat zwei Seiten – und die Wahrheit eben viele Gesichter.
Letztlich bemühe ich mich bloß einem Satz von Stan Nadolny zu folgen: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit!
(Die Namen der handelnden Personen sowie die Ortsbezeichnungen wurden überwiegend geändert.)
Hinweis zur leichteren Lesbarkeit:
Im Anhang befindet sich eine kleine Übersetzungshilfe vom Österreichischen ins Deutsche für jene, welche gewisse Besonderheiten der österreichischen Sprache erkunden möchten – denn wie heißt es so schön: »Nichts unterscheidet die Österreicher mehr von den Deutschen als die gemeinsame Sprache!«
Nastl
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Weitere Infos & Material
Nastl, Andreas
Andreas Nastl über sich: „Ich bin eine gespaltene Persönlichkeit: Gewissermaßen in der Mitte quer durchgeschnitten. Meine untere Hälfte ist gelähmt. Sie spürt nichts, die Beine sind gefühllos. Ich könnte mit einem Messer in meine Beine stechen und würde es nicht spüren. Man hat mir sogar schon ein Geschwür groß wie ein Hühnerei ohne Narkose aus der linken Arschbacke geschnitten!
Die obere Hälfte muss sich immer um die untere kümmern. Sie besteht hauptsächlich aus einem Kopf, der mit Hirn versucht das auszugleichen, was das Rückenmark nicht leistet. Manchmal klappt das, oft auch nicht. Dann ist die obere Hälfte traurig, wütend, enttäuscht. Franz Kafka hat das folgendermaßen beschrieben: »Mein Körper ist eine Falle, in die ich bei meiner Geburt geraten bin.« Manchmal fühle ich mich genau so. Doch ich bin kein lebloses Stück Holz, das sich einfach treiben lässt. Ich bin wie ein Fisch und freue mich, dass ich schwimmen kann – auch wenn manchmal die Strömung stark und das Wasser kalt ist.“