Buch, Deutsch, Band 19, 642 Seiten
Reihe: Das Abendland. Forschungen zur Geschichte europäischen Geisteslebens
Kunstbegriff und literarische Form in der Romantik von Novalis bis Nietzsche
Buch, Deutsch, Band 19, 642 Seiten
Reihe: Das Abendland. Forschungen zur Geschichte europäischen Geisteslebens
ISBN: 978-3-465-02514-6
Verlag: Vittorio Klostermann
Dichtung und Kunstreflexion der Romantik haben die wesentliche "Andersheit" der Kunst entdeckt und damit den Grund für das Kunstverständnis der Moderne gelegt. Die Fragestellung der vorliegenden Arbeit geht von dem Begriff der Andersheit aus, wie ihn Octavio Paz in seinen poetologischen Essays expliziert hat. Im ersten Teil verfolgt sie an zwei Beispielen die Entwicklung dieses neuen Kunstbegriffs: Unabhängig voneinander kommen Novalis und Wackenroder zu der Überzeugung, daß die Kunst mit genuin eigenen, durch keine rationale Rede einzuholenden Mitteln die Wirklichkeit und die dieser zugrundeliegende Wahrheit erschließt.
Der zweite Teil sucht die spezifische Differenz der romantischen Literatur an dem auf, was das Sprachkunstwerk von anderen Gebrauchsformen der Sprache unterscheidet: der Kunstform. Am Beispiel der Erzählperspektive, der Stileinheit und der Rahmenerzählung wird vorgeführt, wie Ludwig Tieck und E.T.A. Hoffmann traditionelle Formen des Erzählens zunächst bewußt zerbrechen, später dann zum Teil in neuer Gestalt restituieren. Was so als Form-Eigenheit romantischen Erzählens hervortritt - die Relativität der Perspektive, die Problematik der Stileinheit und die Komplementarität der Vernunft mit ihrem Anderen -, wird dann, so der dritte Teil, bei Nietzsche zum Gegenstand einer Reflexion, welche die metaphysischen Voraussetzungen der Romantik zu überwinden sucht.




