Buch, Deutsch, 261 Seiten, Broschur, Format (B × H): 113 mm x 181 mm
Reihe: Tria Cordia
Der Dekalog zwischen Juden, Christen und Griechen
Buch, Deutsch, 261 Seiten, Broschur, Format (B × H): 113 mm x 181 mm
Reihe: Tria Cordia
ISBN: 978-3-16-200678-3
Verlag: Mohr Siebeck
Maren R. Niehoff zeigt, wie aus einer von vielen biblischen Gesetzessammlungen der Dekalog wurde - und mit ihm eine Richtschnur universaler Ethik. Römische Rechtsdiskurse spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn jüdische, christliche und griechische Autoren integrieren ihre jeweilige Tradition über den Dekalog im Römischen Reich.
Folgende Entwicklungsstufen ergeben sich bei einer philologisch und historisch orientierten Textanalyse:
In der Bibel und zur Zeit des Zweiten Tempels spielen die Zehn Gebote noch keine besondere Rolle, weder im hebräisch- noch im griechischsprachigen Judentum. Die Pionierarbeit leistet im ersten Jahrhundert Philon von Alexandria, der dem Dekalog als ethischem Grundgesetz erstmals einen separaten Traktat widmet, inspiriert von Handbüchern des römischen Rechts.
In den Schriften des Neuen Testaments, die hier chronologisch behandelt werden, erscheint die universale Geltung der Zehn Gebote erst im Römerbrief, der die scharfe Gesetzeskritik des Galaterbriefes nuanciert. Paulus verbindet den Christusglauben mit dem Herrscherlob und fordert, wie Seneca, universale ethische Normen, die er an das Liebesgebot bindet. Auch die synoptischen Evangelien greifen den Dekalog auf und lesen ihn paulinisch.
Josephus und die rabbinische Literatur interpretieren den Dekalog als Teil eines Abnabelungsprozesses vom Christentum. Dabei treten zwei hermeneutische Knotenpunkte hervor: die Rolle der Priester beim Rezitieren des Dekalogs im Jerusalemer Tempel und die Reaktion auf die christliche Inanspruchnahme der universalen Gebote des Dekalogs.
In der Spätantike führen christliche und pagane Autoren Debatten über den Dekalog im Blick auf das Judentum. Orthodoxe Positionen konsolidieren sich durch Rekurs auf den Dekalog, während heterodoxe Autoren ihn marginalisieren. Kaiser Julian appelliert an den Dekalog in einem letzten Versuch, das Römische Reich unter universalen Werten zu vereinen.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Christentum, Christliche Theologie Bibelwissenschaften Neues Testament: Exegese, Geschichte
- Geisteswissenschaften Jüdische Studien Jüdische Studien Rabbinische Literatur
- Geisteswissenschaften Philosophie Ethik, Moralphilosophie
- Geisteswissenschaften Religionswissenschaft Religionswissenschaft Allgemein Heilige & Traditionelle Texte, Mythologie, Vergleichende Mythologie
- Geisteswissenschaften Religionswissenschaft Religionswissenschaft Allgemein Religionsgeschichte
- Rechtswissenschaften Recht, Rechtswissenschaft Allgemein Rechtsgeschichte, Recht der Antike
- Geisteswissenschaften Jüdische Studien Jüdische Studien Heilige & Traditionstexte: Torah, Talmud, Mischna, Halacha
Weitere Infos & Material
Einleitung: Wie kann man sich den Anfängen nähern?
1. Die Erfindung des Dekalogs im römischen Kontext: Philon von Alexandria als Pionier einer ethischen Gesetzeskonzeption im Judentum
2. Der späte Durchbruch zum Dekalog im Neuen Testament
3. Von Flavius Josephus bis zu den Rabbinen: Wird die Sonderstellung des Dekalogs im Judentum gewahrt?
4. Spätantike Debatten: Der Dekalog zwischen Christen, Juden und Griechen
5. Fazit
Einleitung: Wie kann man sich den Anfängen nähern?
1. Die Erfindung des Dekalogs im römischen Kontext: Philon von Alexandria als Pionier einer ethischen Gesetzeskonzeption im Judentum
2. Der späte Durchbruch zum Dekalog im Neuen Testament
3. Von Flavius Josephus bis zu den Rabbinen: Wird die Sonderstellung des Dekalogs im Judentum gewahrt?
4. Spätantike Debatten: Der Dekalog zwischen Christen, Juden und Griechen
5. Fazit




