Buch, Deutsch, 192 Seiten, Format (B × H): 135 mm x 208 mm
Reihe: afrika bewegt
Roman
Buch, Deutsch, 192 Seiten, Format (B × H): 135 mm x 208 mm
Reihe: afrika bewegt
ISBN: 978-3-949545-87-0
Verlag: Orlanda Buchverlag GmbH
Helen, Josephine, Lucia, Maggie, Susannah und Miriam – junge Frauen, die als Schulkinder die Gefangenschaft durch die Lord’s Resistance Army im Norden Ugandas überlebt haben. Heute führen sie ein neues Leben in der Stadt: Sie gehen einkaufen, kümmern sich um ihre Kinder, schmieden Pläne und denken über ihre Zukunft nach. Doch immer wieder wird spürbar, wie stark ihre Vergangenheit ihre Gegenwart prägt.
In ihrem vielstimmigen Roman gewährt Otoniya Juliane Okot Bitek Einblicke in das Leben der Mädchen vor dem Krieg und erzählt von den Jahren der Gefangenschaft sowie von der gefährlichen Rückkehr in ihre Heimat. Sie zeigt mit großer Eindringlichkeit, wie schwierig der Weg zurück in ein scheinbar normales Leben nach solchen Erfahrungen ist. Gleichzeitig hebt sie die Widerstandskraft und den Überlebenswillen der Frauen hervor. Okot Bitek verbindet die Tradition des afrikanischen Oral Storytellings mit einem authentischen, unverblümten Blick auf die Wirklichkeit. So gelingt es ihr, individuelle Geschichten zu einem kollektiven Erleben zu verweben und einen Text von großer poetischer Kraft und klanglicher Schönheit zu erschaffen.
» Der einzige Stern am Himmel ist im besten Sinne der Roman einer Poetin: eine eindringliche Melodie kraftvoller individueller Stimmen, die von Trauma, Widerstandskraft und Tradition erzählen. Aus Geschichten und Zeugnissen entsteht eine Prosa von unverblümter Schönheit, die darauf beharrt, dass Geschichte nicht vergessen wird.« Atwood Gibson Writers’ Trust Fiction Prize
Weitere Infos & Material
Es war einmal eine Frau namens Twon-ne, die ohne Kind aus dem Busch zurückkehrte – nicht wie Kilak, die erste Frau, die von zu Hause wegging und mit Zwillingen zurückkam, Labongo und Gipir, die die Väter aller Luo sprechenden Menschen in der Welt wurden. Als Twon-ne aus dem Busch zurückkehrte, hatte sie noch nicht einmal Brüste. Sie war jung. Wie hätte sie da ein Kind haben sollen? Als Twon-ne zurückkehrte, wurde sie zum Empfang von World Vision in Gulu gebracht. Dort blieb sie zehn Monate, lernte, wie man unter Menschen lebte, die nicht beabsichtigten, in den Krieg zu ziehen. Sie lernte, unter Menschen zu sein, die zu Hause waren, gefestigt im Herzen, zielgerichtet beim Gehen, furchtsam nur bei denen, die eine Waffe auf ihren Körper oder ihr Zuhause richteten. Twon-ne lernte wieder, eine Person zu sein, nicht wild wie die Menschen, die aus dem Busch zurückkamen




