Buch, Deutsch, Band 62, 354 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 155 mm x 240 mm
Reihe: Religionswissenschaft
Netzwerke und Narrative bibelfundamentalistischer Christen in Lippe
Buch, Deutsch, Band 62, 354 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 155 mm x 240 mm
Reihe: Religionswissenschaft
ISBN: 978-3-8376-8271-7
Verlag: Transcript Verlag
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Die Nähe zwischen rechtspopulistischen/rechtsextremen politischen Gruppen und (rechts-)konservativen/bibelfundamentalistischen christlichen Strömungen ist ein hochaktuelles Thema. Die gut vernetzte christliche Rechte zielt auf einen Legitimationszuwachs in breiten Teilen der Gesellschaft ab. Eine Kirche und Theologie sowie jede*r Einzelne, die*der sich für Menschenwürde und Nächstenliebe einsetzt, muss sich mit dieser Instrumentalisierung von Religion und ihren Folgen kritisch auseinandersetzen.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Phänomene des christlichen Fundamentalismus und rechten Christentums werden schon länger untersucht, aber eher selten waren sie bisher Gegenstand dezidiert theologischer Studien. In meinem Band beleuchte ich diese Themen im doppelten Sinne aus der theologischen Binnenperspektive, nämlich als Theologe, der an zwei Universitäten als Dozent für evangelische Kirchengeschichte arbeitet, und als Prädikant in der Lippischen Landeskirche – und das erstmals in dem regional abgesteckten Raum Lippe.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Verhältnis von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Religion wird kontrovers diskutiert. Entgegen der verbreiteten Annahme, dass Religion und Religiosität Vorurteile eher befördern, betont die Evangelische Kirche in Deutschland in der Studie 'Zwischen Nächstenliebe und Abgrenzung', dass mit zunehmender Religiosität Antisemitismus und Islamfeindlichkeit zurückgehen. Das betrifft aber nur selbsterklärte Kirchenmitglieder. Ich untersuche Bereiche, die in der EKD-Studie ausgelassen wurden.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Wenn ich jede Person, auch eine verstorbene, auswählen dürfte, dann Paul Tillich. Mich beeindruckt, wie er mit seinen Erkenntnissen etwa zum christlich-jüdischen Verhältnis und zur Erinnerungskultur seiner Zeit weit voraus war. Es wäre spannend zu diskutieren, wie er die heutige Situation einschätzt. Ansonsten gerne mit allen Vertreter*innen aus Wissenschaft, kirchlicher Praxis und der Gesamtgesellschaft, die sich gegen eine Verächtlichmachung unserer Werte und unseres Zusammenlebens einsetzen.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Kritische Analyse eines Milieus, das im Namen Gottes ein geschlossenes Weltbild mit abwertenden und teilweise menschenfeindlichen Positionen vertritt.




