Buch, Deutsch, 339 Seiten, PB, Format (B × H): 205 mm x 275 mm, Gewicht: 1080 g
Aus meinen Fahrtenbüchern von 1956 bis 2012
Buch, Deutsch, 339 Seiten, PB, Format (B × H): 205 mm x 275 mm, Gewicht: 1080 g
ISBN: 978-3-938577-25-7
Verlag: Friedrichsborn-Verlag
Der Autor schildert Ereignisse und Erlebnisse rund um das Kanuwandern über einen Zeitraum von 1956 bis 2012. In chronologischer Abfolge nimmt er den Leser mit auf spannende und ereignisreiche Touren, die er in seinen Fahrtenbüchern festgehalten hat. Seine Reisen mit dem Kanu führen durch phantastische Landschaften, über idyllische Kleinflüsse, rasante Gebirgsflüsse, große Ströme, stille Seen und dynamische Meere im In- und Ausland. Insgesamt bereiste er 22 Länder in ganz Europa und Kanada. Interessant ist auch die Schilderung der Reise in die ehemalige DDR vor der Wende. Die zahlreichen Fotos entstanden während der Reisen. Einige der in seinem Buch geschilderten Reiseberichte wurden bereits in den einschlägigen Fachzeitschriften veröffentlicht.
Zielgruppe
Reiseberichte aus 56 Jahren Kanuwandersport und aus 22 Ländern, ein Buch dass für alle, die Kanusport betreiben, von Interesse ist
Weitere Infos & Material
Im Frühjahr 1956, ich wurde in diesem Jahr 18 Jahre, sprach mich in der Firma in der ich beschäftigt war, Walter an. Er sei in einem Kanuverein, ob ich nicht mal Lust hätte, mit-zukommen. Ich war natürlich sofort Feuer und Flamme. Dieser Entschluss wurde prägend für mein späteres Leben, die Liebe zum Kajakfahren wurde geboren.
Der Kanu-Ski-Club Unna wurde und ist noch heute meine kanusportliche Heimat. Der KSC Unna hatte damals in Drüpplingsen an der Ruhr, beim Landwirt Kampmeier, eine Wiese als Zeltplatz gepachtet. Boote, Zelte und andere Ausrüstungsgegenstände waren in einem Gebäude bei ihm untergebracht.
Meine Wochenenden verbrachte ich in diesem Sommer mit den Vereinskameraden weitgehend auf unserer Wiese an der Ruhr. Ich fühlte mich in diesem Kreis pudelwohl. Am Samstagnachmittag packte ich mein erforderliches Gepäck auf das Fahrrad und radelte los. 15 Kilometer waren es von meinem Wohnort Massen. Zum Teil war die Fahrt recht anstrengend, da ein kleiner Gebirgszug, der Haarstrang, überquert werden musste, um ins Ruhrtal zu kommen.
Auf der Ruhr unternahmen wir Fahrten mit Faltbooten etliche Kilometer flussauf- und flussabwärts, genossen die Natur und fühlten uns frei. Schön waren die geselligen Abende vor den Zelten am Lagerfeuer. Gern erinnere ich mich an diese Zeit. Am Sonntagnachmittag ging es braun gebrannt wieder über den Haarstrang heimwärts.
Ein eigenes Boot wäre die Krönung. Bald ergab sich die Gelegenheit ein gebrauchtes Schiff zu erstehen. Es war ein starres Boot, ein Zweier, hergestellt aus Aluminium. Das Material hatten sich die Erbauer aus Kriegsbeständen besorgt. Es hatte den Vorteil, dass es relativ leicht war und auch manchen Stoß gegenüber einer empfindlicheren Faltboothaut aushielt. Nachteil war die Starrheit und der damit eingeschränkte Radius. Autos hatten die Wenigsten, in unserem Verein gab es keinen stolzen Besitzer. Wollten wir andere Gewässer erkunden, waren wir auf Bus und Bahn angewiesen.
Für 30 DM kaufte ich mein erstes Boot. Die kommenden Wochenenden waren der Renovierung gewidmet. Es wurde gebohrt, gefeilt und gestrichen. Und dann die erste Ausfahrt; stolz wie Oskar paddelte ich die ca. zwei Kilometer bis zum nächsten Wehr und zurück. Die kommenden Wochenenden paddelte ich mit meiner Neuerwerbung etliche Kilometer auf der Ruhr. Ich war so oft auf dem Vereinsgelände, dass ich sogar Ärger mit meinem Vater bekam. Ich hatte ihm versprochen bei der Renovierung unserer Wohnung zu helfen. Mein Versprechen hielt ich nicht ein, das Paddeln erschien mir wichtiger.
Mit Walter verbrachte ich in diesem Sommer noch zwei schöne Wochen am Diemelsee. Vereinskameraden hatten uns mit dem Motorrad samt Faltboot und Zelt dort hingebracht. Mit Walters Aerius lernten wir jede noch so kleine Bucht des landschaftlich schönen Sees kennen. Mir hatte es immer wieder die Unterwasserwelt in Ufernähe besonders angetan. Von den Wasserpflanzen und Fischen fasziniert, verbrachten wir manche Stunde an diesen interessanten Stellen.
Danach waren wir noch ein paar Wochenenden an der Ruhr, dann ging mein erstes Paddeljahr zu Ende. Der Winter erschien mir dieses Mal besonders lang, daran konnte auch das gesellige Beisammensein an einigen Wochenenden mit den Vereinskameraden nichts ändern. Ich sehnte den Frühling herbei.
Der Frühling kam und mit ihm mein erstes Faltboot. Ein Einer, Marke Klepper T 65. Es kostete knapp 600 DM, für meine Verhältnisse ein Vermögen. Da ich so viel Geld nicht besaß, zahlte ich die Hälfte an und stotterte den Rest in monatlichen Raten ab.




