Buch, Deutsch, 120 Seiten, Format (B × H): 120 mm x 190 mm
Eine Weihnachtsgeschichte
Buch, Deutsch, 120 Seiten, Format (B × H): 120 mm x 190 mm
ISBN: 978-3-03973-099-5
Verlag: Rotpunktverlag
Die Zeiten, in denen Aurelio Scrocchia davon träumte, ein großer Musiker zu werden, sind längst vorbei. Stattdessen hat er als Musikproduzent Karriere gemacht. Im Grunde genommen findet er die Sängerinnen und Sänger, die er vermarktet, aber grauenhaft. Eine von ihnen ist Salomè, eine junge Performerin, die sich auf der Bühne nur dank technischer Tricks nicht blamiert. Ausgerechnet Salomè soll nun in der pompösen Fernsehsendung an Heiligabend Adeste fideles singen, ein Bischof die Orgel dazu spielen und Scrocchia das ganze Ereignis organisieren. Doch dann schluckt Aurelio aus Versehen eine halluzinogene Pille und alles gerät aus dem Takt. Auf seinem Trip begegnet er drei Geistern, die ihn zwingen, über sein Leben nachzudenken, über die Fehler, die er gemacht, die Ideale, die er verraten hat. Aber wie in jeder Weihnachtsgeschichte, die etwas auf sich hält, gehört das letzte Wort der Hoffnung.
Weitere Infos & Material
Das letzte Mal hatte er vor fünf Jahren eine Kirche betreten, an einem stickigen Juliabend. Draußen herrschte eine perfide Hitze, eine abscheuliche Schwüle, die Zikaden schrien ihre Verzweiflung durch die Eukalyptusbäume des kleinen Dorfs in die Pontinische Ebene hinaus. Er hatte gedämpften Gesang gehört, aus einem kleinen Gebäude mit rechteckiger Fassade, flankiert von einem unscheinbaren Glockenturm. Wieder einmal war es die Musik, die ihn anzog. Unsicher schlich er sich in das Kirchlein und empfand sofort ein Gefühl der Erleichterung. Zuerst glaubte er an eine Erquickung spiritueller Art, dann sah er, dass es die Klimaanlage war. An den abblätternden Wänden hingen vier Apparate, die den Gläubigen im Gebet Kühle spendeten. Er blieb bis zum Ende des Gottesdienstes, erfüllt von einer großen Energie. Da begriff er, dass er kein Atheist war.
Er war gewillt, an einen klimatisierten Gott zu glauben.




