Buch, Deutsch, 632 Seiten, Leinen, Format (B × H): 155 mm x 232 mm
Reihe: Ius Romanum
Rechtserwerb durch kaiserliche Eigentumszuweisung in der Spätantike
Buch, Deutsch, 632 Seiten, Leinen, Format (B × H): 155 mm x 232 mm
Reihe: Ius Romanum
ISBN: 978-3-16-200347-8
Verlag: Mohr Siebeck
In der Spätantike konnten Privatpersonen in verschiedenen Situationen Grundstücke oder andere Vermögenswerte durch Akte des Kaisers oder der Verwaltung erwerben. Häufig stammten diese aus Konfiskationen, etwa erbenloser Nachlässe (
bona vacantia
,
caduca
), des Vermögens verurteilter Straftäter (
bona damnatorum
) oder herrenloser Sklaven (
vaga mancipia
). Da der
fiscus
diese Güter oft nicht wirtschaftlich nutzen konnte und der Kaiser zugleich politischem Druck ausgesetzt war, einflussreiche Personen zu belohnen, wurden sie vielfach weitergegeben - teils entgeltlich, häufig aber auch unentgeltlich. Dabei entwickelte sich ein Verfahren, in dem Privatleute mittels einer
petitio
eine kaiserliche Zuwendung beantragen konnten.
Die Arbeit untersucht anhand spätantiker Kaiserkonstitutionen dieses Verfahren sowie die privatrechtliche Stellung der Empfänger. Die Analyse zeigt, dass diese in der Regel Eigentum erwarben - selbst dann, wenn die Sachen nicht dem
fiscus
zustanden. Da ein gutgläubiger Erwerb vom Nichtberechtigten im römischen Recht grundsätzlich ausgeschlossen war, ist dieser Eigentumserwerb als Erwerb durch Hoheitsakt zu verstehen.
Zugleich wird deutlich, dass die spätantiken Kaiser differenzierte und durchdachte Regelungen trafen und um einen gerechten Interessenausgleich bemüht waren. Ein Verfall der Rechtskultur, wie ihn die These vom spätantiken Vulgarrecht annimmt, lässt sich nicht feststellen.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
Einleitung
A. Hinführung: Symmachus und das Testament der Aggarea - B. Gegenstand und Ziel der Untersuchung - C. Quellenlage und Forschungsstand - D. Gang der Untersuchung - E. Methodik
§ 1 Grundlagen
A. Die Finanzverwaltung und ihr Zugriff auf das Vermögen der Untertanen - B. Rechtslage und Rechtspraxis im Prinzipat - C.
Liberalitas
in Geistesgeschichte und Herrschaftspraxis - D. Das Verfahren der
petitio
- E. Historischer Abriss: Das Verfahren der
petitio
von seiner Entstehung bis zu seiner Abschaffung
§ 2 Rechtsstellung der Zuweisungsempfänger im Allgemeinen
A. Hintergrund: Spätantikes Eigentum - B. Beobachtungen zur Terminologie - C. Befugnisse der Zuweisungsempfänger - D. Verhältnis mehrerer Zuweisungsempfänger zueinander - E. Ergebnis
§ 3 Zuweisungsempfänger als Kläger im Rechtsstreit mit Dritten
A. Ausgestaltung des Verfahrens - B. Prüfung der Einziehungsvoraussetzungen - C. Besonders geregelte Fälle - D. Natur des Verfahrens - E. Ergebnis
§ 4 Zuweisungsempfänger und das Herausgabeverlangen Dritter
A. Grundregel: Eigentumserwerb durch Hoheitsakt - B. Sonderfälle - C. Wechselhafte Rechtsentwicklung nach der Abschaffung der
petitio
- D. Annex: Eigentumszuweisung und Pfandrecht - E. Ergebnis
Schlussbetrachtung
Einleitung
A. Hinführung: Symmachus und das Testament der Aggarea - B. Gegenstand und Ziel der Untersuchung - C. Quellenlage und Forschungsstand - D. Gang der Untersuchung - E. Methodik
§ 1 Grundlagen
A. Die Finanzverwaltung und ihr Zugriff auf das Vermögen der Untertanen - B. Rechtslage und Rechtspraxis im Prinzipat - C.
Liberalitas
in Geistesgeschichte und Herrschaftspraxis - D. Das Verfahren der
petitio
- E. Historischer Abriss: Das Verfahren der
petitio
von seiner Entstehung bis zu seiner Abschaffung
§ 2 Rechtsstellung der Zuweisungsempfänger im Allgemeinen
A. Hintergrund: Spätantikes Eigentum - B. Beobachtungen zur Terminologie - C. Befugnisse der Zuweisungsempfänger - D. Verhältnis mehrerer Zuweisungsempfänger zueinander - E. Ergebnis
§ 3 Zuweisungsempfänger als Kläger im Rechtsstreit mit Dritten
A. Ausgestaltung des Verfahrens - B. Prüfung der Einziehungsvoraussetzungen - C. Besonders geregelte Fälle - D. Natur des Verfahrens - E. Ergebnis
§ 4 Zuweisungsempfänger und das Herausgabeverlangen Dritter
A. Grundregel: Eigentumserwerb durch Hoheitsakt - B. Sonderfälle - C. Wechselhafte Rechtsentwicklung nach der Abschaffung der
petitio
- D. Annex: Eigentumszuweisung und Pfandrecht - E. Ergebnis
Schlussbetrachtung




