Buch, Deutsch, 263 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 210 mm, Gewicht: 390 g
Reihe: Edition Fürsatz
1940 bis 2020 – In 80 Jahren durch die Zeit
Buch, Deutsch, 263 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 210 mm, Gewicht: 390 g
Reihe: Edition Fürsatz
ISBN: 978-3-89794-990-4
Verlag: TRESCHER
Der Autor Manfred Reschke wurde im Jahre 1939 in Berlin geboren und lebt bis heute in dieser Stadt. Er hat in dramatischer Weise den Zweiten Weltkrieg überlebt, erinnert sich an die Zeiten der Not und als Westberliner an die politisch sehr unruhigen Jahre in der Ära der Teilung Berlins durch die Alliierten. Sofort nach dem Fall der Mauer erkundete er als erfahrener Wanderer das Land Brandenburg derart umfassend, dass seine 66-Seen-Wanderung zu einem Wanderweg wurde.
Darauf aufbauend unterstützte er die Entwicklung des Wandertourismus. Der damalige Ministerpräsident Brandenburgs, Matthias Platzeck, ehrte ihn persönlich als Ehrenamtler. Im Jahr 2002 erhielt er für sein Wirken zum Wohle des Landes vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau das Bundesverdienstkreuz. Er schrieb mehrere Wanderbücher, die alle im Trescher-Verlag erschienen.
Während seiner 15-jährigen ehrenamtlichen Arbeit im Land Brandenburg lernte er sehr viele Menschen mit DDR-Vergangenheit kennen, die in ihrem Land angepasst gelebt hatten, keine aktiven Entscheidungsträger waren, weder persönliche Nachteile in Kauf nehmen mussten, noch politischen Repressalien ausgesetzt waren. Die intensiven Gespräche mit ihnen, die eigenen Erlebnisse und die Lektüre vieler Quellen ermöglichten es dem Autor, eine Zeitreise zu verfassen, die das allgemeine Leben auf beiden Seiten der Stadt darlegt.
Der zweite Teil beschreibt sein Leben in Berlin mit seiner Ehefrau, die aus dem alten Weddinger Kiez stammt. So wird das Leben von echten Berlinern während der beschriebenen 80 Jahre in dieser Stadt beispielhaft erzählt.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Vorwort 10
Lebensalltag im Wandel von 80 Jahren 12
Die Vorgeschichte und die Macht des Nationalsozialisten 1933 bis 1940 26
- - - TEIL 1 - DAS LEBEN IN BERLIN 32 - - -
Krieg, Not und Chaos 1940 bis 1945 33
Der Weg aus Chaos und Armut nach der Katastrophe - 1945 bis 1949 40
Berlin im Fokus der Weltpolitik 43
Propagandalügen rund um die Blockade Westberlins 51
Deutschland im Kalten Krieg - 1945 bis 196 54
Deutsche an einen Tisch: Ein Einigungsversuch und die Stalinnote 55
Westberlin - eine Insel 56
Zeitenläufe bis 1961 59
Die Dramatik des Jahres 1961 62
FRIEDLICHES NEBENEINANDER - 1961 BIS 1990 70
DIE DDR UND IHRE HAUPTSTADT BERLIN - 1961 BIS 1990 78
Wie lebte es sich im östlichen Berlin? 83
Nun eine Interpretation zum Untergang der DDR 85
DAS ENDE DER DDR, DIE WENDE UND WIEDERVEREINIGUNG BEIDER DEUTSCHER STAATEN 92
Zusammenfassung der dramatischen Daten 93
Die Hauptstadtfrage 94
Amüsantes zum Schluss 1 - Politische Angeberei in Ost- und Westberlin 95
Amüsantes zum Schluss 2 - Westberliner Schlangenbeschwörer 97
EIN NEUES ZEITALTER IN DEUTSCHLAND - 1990 BIS 2020 100
Freiheit in Einheit mit Tücken 110
- - - TEIL 2 - DIE LEBENSREISE 117 - - -
DIE HERKUNFT DES REISENDEN 119
Der Weltkrieg beginnt und ändert meinen Namen 127
Erste Erinnerungen - und die Antwort auf ein spätere Frage 129
Das Kriegsdrama erreicht Berlin - Beginn der Bombardements 133
Das große Kriegsdrama im Frühjahr 1945 140
Der Krieg war zu Ende - wir wollten nach Hause! 143
Mein erster Nachkriegsgeburtstag 144
Lebensalltag im Krieg und noch einige Jahre danach 148
Fragen zum Thema Judenverfolgung 151
DIE 2. ETAPPE - 1945 BIS 1954 - ARMUT UND KINDERLEBEN NACH DER KATASTROPHE 154
Kinderleben - 1945 bis 1950 156
Wir und unsere Mütter 164
Weihnachten in Kindertagen 165
Schulzeit - 1945 bis 1954 168
Schulalltag 172
Schulstreiche 174
Für und Wider des Schulbetriebs 177
DIE 3. ETAPPE - 1954 BIS 1964 - AUF ZWEI PARALLELEN GLEISEN: ARBEITS- UND PRIVATLEBEN 181
Die geplante Zukunft 181
Lehrjahre sind keine Herrenjahre 181
Das Ende der Lehrzeit - Gautschen, ein alter Brauch 184
Der Schock am ersten Arbeitstag 187
Buchdruckergeselle 189
Ein Beruf stirbt 193
Lohntütenball und Grüne Wiese 195
ugend in Berlin 197
Tanzstunden 200
Verliebt, verlobt, verheiratet 203
Die schwierigste Entscheidung meines Lebens 207
Polterabend und Hochzeit 209
Die Hochzeitsreise und ein neues Auto 211
Beginn des Ehelebens 212
Die große Wohnungsnot in Westberlin 214
Der große Doppelkrach mit dem Schwiegervater 215
Der zweite Krach 216
Fahrstuhl des Lebens 219
DIE 4. ETAPPE - 1964 BIS 1999 223
Das sichere Leben auf der Insel, die zum Festland wurde: Westberlin 224
Lebenssituation und deren Veränderungen zwischen 1964 und 1999 225
Fortsetzung der persönlichen Lebensreise 228
Der Berufsweg 230
Familienleben mit Kindern 235
Wie sah nun unser Familienalltag aus? 236
Eheleben ohne Kinder 244
DIE 5. ETAPPE - 1999 BIS 2020 - RENTNER: VITAL, UND NUN? 250
Die Rentnerkarriere 251
Das Rentnerleben 256
Wann beginnt das Alter? 259
DAS ENDE DER LEBENSREISE 260
NACHWORT 262
VORWORT
Diese Zeitreise erinnert an 80 Jahre, in deren Verlauf es nicht nur dramatische Veränderungen im politischen Leben gab, sondern auch im ganz normalen Alltag. Deshalb wird dem ersten Teil dieser Reisebeschreibung, der von den allgemeinen Lebensumständen in Berlin erzählt, eine Beschreibung des sich mit den Jahren ändernden Lebensalltags vorangestellt. Ein weiterer Abschnitt vor dem Beginn der Reise beschreibt ihre Vorgeschichte. Teil 2 der Zeitreise berichtet von 80 Lebensjahren eines Berliners in seiner Stadt. Dieses Leben ist bunt und vielfältig wie jedes Leben, bietet Fröhliches, Kurioses, mitunter sogar
Wunderbares, sehr viel Ernstes, Anstrengendes, ringt mit Gefahren, ist lebenslang durchsetzt von mancherlei Sorgen - und das alles auf mannigfaltige Art von der Kindheit bis zum Alter.
Deshalb sind diese Aufzeichnungen kein Lebenslauf im üblichen Sinne, sondern in kurzen Beiträgen zusammengefasste gesammelte Erinnerungen, die dabei jedoch eine zeitliche Chronologie aufweisen, die einen Lebenslauf kennzeichnet. Dieser Lebenslauf war auf dramatische Weise in weltbewegende Ereignisse eingewoben, denn die Generationen des 20. Jahrhunderts haben in Deutschland Weltgeschichte erlebt, besonders spannungsreich in Berlin und im Osten des Landes. Die Lebensreise zwischen der Vergangenheit, die im Jahre 1940 begann, und einer ungewissen Zukunft, bietet bis zur Gegenwart, die beim Lesen bereits Vergangenheit ist, eine Fülle von Erlebnissen und Erinnerungen an Unbekanntes jenseits der Zeitungsberichte, politischer Propaganda und bekannter Ereignisse der großen und kleinen Weltgeschichte. Denn: Die große Politik hört man im ganzen Land. / Was still im Lande wohnt, ist weniger bekannt!
Die Lebensreise begann im Mai 1939 und umfasst die Zeitspanne ab 1940 bis zum Beginn des Jahres 2020. Ihr 81. Jahr setzt sich im Jahr 2020 in eine unklare Zukunft hinein fort, in der sich in Deutschland das LEBEN mit den Geschehnissen der Corona-Pandemie in NEBEL umkehrt und in eine nicht erkennbare Zukunft hinein fortsetzt. Sie nähert sich einem unbekannten Ziel und wird altersbedingt ein Ende finden.
Die Zeit des Beginns der Lebensreise war sehr verschieden von dem, was heute unser Alltag ist. In dieser Zeit gab es weder Fernsehen noch Computer, waren Telefone ein seltener Luxus nur weniger Privilegierter. Die Menschen mühten sich, mit einer mindestens 48-Stunden-Arbeitswoche den Lebensunterhalt zu sichern. Zwei Urlaubswochen im Jahr zur Erholung mussten ausreichen. Urlaubsreisen in dieser Länge waren keinesfalls in jedem Jahre finanzierbar. Es war eine Zeit, in der Kinder auch ohne weite Reisen, mit wenig und einfachem Spielzeug sowie weitgehend ohne staatliche Kinderbetreuung glücklich waren.
Die Lebensreise mündet in eine Gegenwart, in der jene damals jungen und im Jahre 2020 alten Leute mit Erstaunen von "gehetzten Generationen" heute Arbeitstätiger lesen, die trotz enormer Lebensverbesserungen, kürzerer Arbeitszeiten und diverser Erleichterungen im Lebensalltag oft unzufrieden sind.
Zwischen dem Beginn dieser Reise und dem Heute liegen Kriegszeiten, denen Jahre extremer Not folgten, mit Hunger im Leib und Kälte in den Wohnungen, Zeiten politischer Spannungen im Weltgeschehen, die sich bis in das persönliche Alltagsleben jedes Menschen auswirkten. Damals herrschte das Bewusstsein vor, dass alles, was über die Befriedigung der Grundbedürfnisse hinausgeht, uns als Luxus und Lebensfreude bereichert. Die Gegenwart, in der dieser Text entstand, betrachtet das, was vor 1955 als Luxus galt, inzwischen als Grundrecht jedes Menschen, und jede Einschränkung des Lebensgenusses ruft negative Stimmungen hervor.
Nicht nur die Politik und die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes beeinflussen unser Leben, sondern auch der technische Fortschritt, die kulturellen Veränderungen und die persönlichen Wünsche, die sich im Laufe der Zeit ändern. Dazu kommen noch die finanziellen Aspekte, bei denen Wünsche und Wirklichkeit nicht immer im Einklang sind. Schließlich bilden Hobbys, die Gesundheit von Körper, Geist und Seele sowie persönliche Befindlichkeiten im Dialog mit der gesamten Umwelt wesentliche Bestandteile jedes Lebens und auch das desjenigen, der hier eine Zeitreise durch das eigene Leben unternimmt.
Bevor diese Reise beginnt, soll wie bei jeder Reise das Reiseland mit seiner damaligen Gegenwart vorgestellt werden, mit kurzen Betrachtungen darüber, wie sich Vieles im Laufe der Jahre verändert hat.




