Buch, Deutsch, 450 Seiten, fadengeheftete Broschur, Format (B × H): 155 mm x 232 mm
Reihe: Perspektiven der Ethik
Sünde, Vertrauen und Schöpfung in kirchlichen Diskursen 1929 und 2008 - eine digitale Textanalyse
Buch, Deutsch, 450 Seiten, fadengeheftete Broschur, Format (B × H): 155 mm x 232 mm
Reihe: Perspektiven der Ethik
ISBN: 978-3-16-200131-3
Verlag: Mohr Siebeck
Amelie Rüppel widmet sich der Frage, welche religiösen Narrative die kirchlichen Deutungen der Finanzkrisen von 1929 und 2008 geprägt haben und wie sich diese über historische Zeiträume, Textarten und Institutionen verändert haben. Auf Grundlage eines umfangreichen empirischen Korpus aus kirchlichen Predigten und Positionspapieren der EKD, EKHN und EKKW sowie Predigtzeitschriften wird mithilfe digitaler Textanalysemethoden, insbesondere des „Structural Topic Modeling", untersucht, welche prägenden Begriffscluster - sogenannte Topics - die Diskurse strukturieren. Über qualitative Analysen erschließt die Autorin die dahinterliegenden Narrative und macht sie für theologisch-ethische Reflexion zugänglich. Drei Leitnarrative erweisen sich als zentral: das Sündennarrativ, das den homo oeconomicus im Spannungsfeld von Freiheit und Eigeninteresse als Anschauungsfeld der Sünde deutet, das Vertrauensnarrativ, das die Relation von Gott- und Geldvertrauen zur Begründung institutioneller Vertrauensordnungen interpretiert, sowie das Schöpfungsnarrativ, das protestantische Nachhaltigkeitskonzepte aus der Schöpfungsverantwortung ableitet. Amelie Rüppel verknüpft diese Befunde mit Ansätzen der narrativen Ökonomie (Robert Shiller) und der protestantischen Wirtschaftsethik (Max Weber, Ernst Troeltsch) und eröffnet neue Perspektiven auf das Verhältnis von Religion, Moral und Wirtschaft.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Wirtschaftswissenschaften Volkswirtschaftslehre Finanzkrisen, Wirtschaftskrisen
- Geisteswissenschaften Religionswissenschaft Religionswissenschaft Allgemein Religionsethik, Weltethos
- Geisteswissenschaften Religionswissenschaft Religionswissenschaft Allgemein Soziallehre und Sozialethik, Pastoral und Seelsorge
- Geisteswissenschaften Sprachwissenschaft Semantik & Pragmatik
Weitere Infos & Material
1. Einleitung: Narrative religiöser Finanzkrisendeutung als gemeinsames Erkenntnisinteresse von Ökonomie und Theologie
2. Theorie: Narrative Ökonomie und religiöse Krisendeutung als Schnittstelle ökonomischer und theologisch-ethischer Forschung
2.1. Die Ökonomie des Religiösen. Forschungsstand
2.2. Narrative Ökonomie als Neuansatz des interdisziplinären Gesprächs
2.3. Der Narrativbegriff in der theologischen Ethik
2.4. Zwischenfazit I: Religiöse Narrative als Deutungsperspektiven von Finanzkrisen. Ein Vermittlungsversuch
3. Daten und Methode: Digitale Textanalyse kirchlicher Diskurse
3.1. Digital humanities und computationelle Theologie. Grenzen und Chancen einer neuen Methode
3.2. Quantitative Textanalyse und qualitative Auswertung. Topic Modeling als empirisches Instrument
3.3. Exkurs: Der historische Kontext der Text-Daten. Die Finanzkrisen 1929 und 2008 und die Evangelische Kirche in Deutschland in ihrer Zeit
3.4. Das Textkorpus. Quellenauswahl und -aufbereitung
3.5. Methodische Potentiale und Limitationen des Forschungsprojekts
4. Ergebnisse: Religiöse Deutungen der Finanzkrisen 1929 und 2008 in Diskursen der Evangelischen Kirche in Deutschland
4.1. Kirchliche Thematisierungen von Wirtschaft im Krisenkontext. Beschreibung religiöser Narrative im Gesamtkorpus
4.2. Historischer Wandel kirchlicher Rede über Wirtschaft. Vergleich religiöser Krisennarrative
4.3. Die Rolle der Gattungen in kirchlichen Diskursen über Wirtschaft. Vergleich der Krisendeutungsnarrative in Predigten und Positionspapieren
4.4. Die Rolle der Institutionen im Wirtschaftskontext. Vergleich der Narrative in Texten von EKD, EKHN, und EKKW am Beispiel der Krise 2008
4.5. Der Einfluss der Finanzkrise auf kirchliche Thematisierungen von Wirtschaft. Vergleich religiöser Narrative vor und nach dem Krisenhöhepunkt der Finanzkrise 2008
4.6. Zwischenfazit II: Religiöse Deutungen von Finanzkrisen. Ergebnisse und Diskussion einer empirischen Diskursanalyse
5. Theologisch-ethische Auswertung: Sünde, Vertrauen und Schöpfung als Leitnarrative kirchlicher Krisendeutungsdiskurse
5.1. Sünde. Narrative Moralisierung einer theologischen Konzeption im Bild prophetischer Ökonomiekritik
5.2. Vertrauen. Reformatorische Theologie als narrativer Ausgangspunkt der Stabilisation von Finanzmärkten durch Sozialkapital
5.3. Schöpfung. Nachhaltigkeit als narrative Konstruktion von Handlungsorientierung
5.4. Zwischenfazit III: Sünde, Vertrauen und Schöpfung. Differenzen und Zusammenhänge der leitenden religiösen Krisendeutungsnarrative
6. Fazit: Narrative religiöser Finanzkrisendeutung als neuer Ansatzpunkt verhaltensökonomischer und wirtschaftsethischer Diskurse
1. Einleitung: Narrative religiöser Finanzkrisendeutung als gemeinsames Erkenntnisinteresse von Ökonomie und Theologie
2. Theorie: Narrative Ökonomie und religiöse Krisendeutung als Schnittstelle ökonomischer und theologisch-ethischer Forschung
2.1. Die Ökonomie des Religiösen. Forschungsstand
2.2. Narrative Ökonomie als Neuansatz des interdisziplinären Gesprächs
2.3. Der Narrativbegriff in der theologischen Ethik
2.4. Zwischenfazit I: Religiöse Narrative als Deutungsperspektiven von Finanzkrisen. Ein Vermittlungsversuch
3. Daten und Methode: Digitale Textanalyse kirchlicher Diskurse
3.1. Digital humanities und computationelle Theologie. Grenzen und Chancen einer neuen Methode
3.2. Quantitative Textanalyse und qualitative Auswertung. Topic Modeling als empirisches Instrument
3.3. Exkurs: Der historische Kontext der Text-Daten. Die Finanzkrisen 1929 und 2008 und die Evangelische Kirche in Deutschland in ihrer Zeit
3.4. Das Textkorpus. Quellenauswahl und -aufbereitung
3.5. Methodische Potentiale und Limitationen des Forschungsprojekts
4. Ergebnisse: Religiöse Deutungen der Finanzkrisen 1929 und 2008 in Diskursen der Evangelischen Kirche in Deutschland
4.1. Kirchliche Thematisierungen von Wirtschaft im Krisenkontext. Beschreibung religiöser Narrative im Gesamtkorpus
4.2. Historischer Wandel kirchlicher Rede über Wirtschaft. Vergleich religiöser Krisennarrative
4.3. Die Rolle der Gattungen in kirchlichen Diskursen über Wirtschaft. Vergleich der Krisendeutungsnarrative in Predigten und Positionspapieren
4.4. Die Rolle der Institutionen im Wirtschaftskontext. Vergleich der Narrative in Texten von EKD, EKHN, und EKKW am Beispiel der Krise 2008
4.5. Der Einfluss der Finanzkrise auf kirchliche Thematisierungen von Wirtschaft. Vergleich religiöser Narrative vor und nach dem Krisenhöhepunkt der Finanzkrise 2008
4.6. Zwischenfazit II: Religiöse Deutungen von Finanzkrisen. Ergebnisse und Diskussion einer empirischen Diskursanalyse
5. Theologisch-ethische Auswertung: Sünde, Vertrauen und Schöpfung als Leitnarrative kirchlicher Krisendeutungsdiskurse
5.1. Sünde. Narrative Moralisierung einer theologischen Konzeption im Bild prophetischer Ökonomiekritik
5.2. Vertrauen. Reformatorische Theologie als narrativer Ausgangspunkt der Stabilisation von Finanzmärkten durch Sozialkapital
5.3. Schöpfung. Nachhaltigkeit als narrative Konstruktion von Handlungsorientierung
5.4. Zwischenfazit III: Sünde, Vertrauen und Schöpfung. Differenzen und Zusammenhänge der leitenden religiösen Krisendeutungsnarrative
6. Fazit: Narrative religiöser Finanzkrisendeutung als neuer Ansatzpunkt verhaltensökonomischer und wirtschaftsethischer Diskurse




